06.08.2012 Bach

Abbau von Bürokratie gefordert:

"Es gibt kein blöderes Gesetz als das Weingesetz"

Die liberalen Landtagsabgeordneten informieren sich bei Theo Häusler (rechts), Vorsitzender des Fördervereins BaierWeinMuseum, über den Weinbau in der Region (v.r.): Landtagsvizepräsident Jörg Rohde (2.v.r.), Thomas Dechant MdL (3.v.r.), Dr. Otto Bertermann (4.v.r.) und Dr. Andreas Fischer MdL (vorne links).
Foto: FDP
"Wir brauchen mehr liberale Weinbaupolitik für Bayern", fordert Theo Häusler, Vorsitzender des Fördervereins BaierweinMuseum. Unverblümt trug er seine Bitte an die fünf FDP-Landtagsabgeordneten heran, die auf der Klausurtagung ihres Arbeitskreises II das Baierweinmuseum in Bach an der Donau besuchten.

Das Gremium mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dr. Andreas Fischer (Abensberg) als Arbeitskreisleiter und dem örtlichen Abgeordneten Thomas Dechant (Regenstauf), Sprecher für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, an der Spitze informierte sich über den Weinbau und seine Tradition in der Region, aber auch um dessen mögliche zukünftige Entwicklung.


Häusler, der die Landtagsabgeordneten durch das Museum und den dazugehörigen Weinberg führte, beklagte sich bei den Politikern vor allem über die gesetzlichen Regelungen für Hobbywinzer. "Es gibt kein blöderes Gesetz als das Weingesetz", kritisierte Häusler. Hobbyanlagen bis einhundert Quadratmeter seien demnach nicht genehmigungspflichtig. Private Weinbauflächen, die größer als einhundert Quadratmeter sind, seien verboten, sofern sie außerhalb eines ausgewiesenen Weinbaugebiets liegen. Häusler kämpfe schon zehn Jahre lang vergeblich um eine Änderung. Eine Lösung für das Problem hat er jedoch parat: Bayerns Landwirtschaftsminister Brunner (CSU) müsse lediglich einen Teil der vorhandenen 25 Hektar Reserveflächen für den Baierwein freigeben.


Die liberalen Landtagsabgeordneten greifen die Forderungen Häuslers gerne auf und zeigten sich dankbar für seine klaren Worte. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass zumindest ein Teil der Weibau-Reserveflächen für den Baierwein freigegeben werden“, versprach Dechant. Damit könne man an die Tradition des Baierweins entlang der Donau, die bis auf die Römer zurückreicht, anknüpfen und sie wieder aufleben lassen, so der Abgeordnete. Von einer Ausweisung weiterer Flächen für den Baierwein würden nicht nur Winzer um Regensburg herum, sondern beispielsweise auch im Raum Kelheim, Wörth an der Donau, Neuburg an der Donau sowie an der Altmühl profitieren.


Weiter fordert Häusler eine Lockerung der Voraussetzungen für den Weinanbau. Bis dato brauche jeder, der Wein anbauen möchte, eine Winzerausbildung. "Das ist alles richtig bürgerunfreundlich", bemängelt der Weinbauexperte – und stellt klar: "Jeder, der im Weinbau arbeitet, ist ein glücklicher Bürger. Das sollte man unterstützen." Ferner bedeute der Weinbau auch die Pflege der Landeskultur, ergänzt Häusler. Laut FDP-Arbeitskreisleiter Fischer rannte Häusler mit seinen Forderungen offene Türen bei den Liberalen ein. "Der Abbau von Bürokratie ist ein zentrales Anliegen der FDP, dafür setzen wir uns ein", so Fischer. Beim Weinbau gelte es dabei vor allem auch, "die Region zu stärken und ein Stück regionale Kultur zu erhalten", macht der stellvertretende Fraktionsvorsitzende deutlich.
 
 

Autor: pm / uh

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