07.09.2017 Kellberg/Simbach a. I

Hommage an den bayerischen Barden

„Mausdodschmaddsa“ liest für einen legendären Fabulierer

Dr. Hans Göttler im Gespräch mit dem legendären bayerischen Liedermacher und Fabulierer Fredl Fesl im Simbacher Biergarten, mit dabei Autor Thomas Grasberger (l.).
Foto: Fritz Greiler
Fredl-Fesl-Abend in Kellberg mit Filmen und Göttler-Lesung - Treffen im Göttler-Biergarten in Simbach am Inn

Es ist zum geflügelten Wort geworden: „Göttler liest…“. Landauf, landab, die von ihm herausgegebenen Autoren, eigene „Wirtsbua-Schreibereien“ und, wenn gewünscht, sogar aus dem Telefonbuch – so der Akademische Direktor an der Uni Passau und Münchner Turmschreiber Dr. Hans Göttler scherzhaft. Der gebürtige Weißbierbrauer-Sohn aus Simbach am Inn, in Osterholzen bei Kirchham lebend, hat das Vergnügen, am 16. September die Texte eines großen „bayerischen Barden“ und Fabulierers vorzutragen: die von Fredl Fesl.


Dem Liedermacher, gebürtiger Grafenauer, der am 7.7. 2017 sein 70. Lebensjahr vollendete, ist im Kellberger Kurgästehaus eine „Hommage“ gewidmet, organisiert vom Freund Dionys Asenkerschbaumer. Fesl und seine Frau Monika werden anwesend sein. Den Abend, an dem abwechselnd Filmausschnitte gezeigt sowie Kapitel aus der Fesl-Autobiographie „Ohne Gaudi is ois nix“ vorgetragen werden, moderiert Max Mauritz.


„Fredl freut sich auf den Abend zu seinen Ehren und wir sind wirklich beeindruckt, was Dionys sich alles für diesen abwechslungsreichen Abend überlegt hat“, ist Monika Fesl begeistert. Sonntag voriger Woche kam es zu einem Vorgespräch im Biergarten des Gasthauses Göttler in Simbach am Inn, in Begleitung der Fesls waren der Autor Thomas Grasberger mit Gattin.


Grasberger hat sich in seinen Büchern „Grant“, „Stenz“ und „Flins“ mit bayerischen/süddeutschen Seelenzuständen befasst, ist zudem freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks. Im Zuge eines Radio-Beitrags hat er vor Jahren Fredl Fesl und dessen Frau kennengelernt.


Bei einer seiner vielen Veranstaltungen lernte Göttler Grasberger kennen und schätzen. Und schlug ihn jüngst bei der süddeutschen Autorenvereinigung „Münchner Turmschreiber“ als neues Mitglied vor. Zum Turmschreiber wird man berufen, die Vorstandschaft stimmte Göttlers Vorschlag zu. Jährlich vergeben die „Münchner Turmschreiber“ den Bayerischen Poetentaler an Institutionen und Personen, die sich um die bayerische Kultur verdient gemacht haben.


Fredl Fesl Ehrengast in Kellberg


Göttler, der diesen im Jahr 2016 selbst bekommen hat, schlug für 2017 Fredl Fesl vor – und bekam wieder das Plazet der Vorstandschaft. Am 23. Oktober wird also Fredl Fesl in München der Poetentaler überreicht – zusammen mit den weiteren Preisträgern Fitzgerald Kusz, den Rosenheim-Cops und Toni Drexler.


Fredl Fesl tritt wegen seiner Parkinson-Erkrankung seit 2007 nicht mehr auf. Deshalb wird er auch an seinem Ehrenabend nicht selbst zur Gitarre greifen. Aber auf der Bühne wird er – wenn es sein Gesundheitszustand zulässt – sitzen und dann Fragen des Moderators und aus dem Publikum beantworten.


Ein Markenzeichen von Fredl Fesls Bühnenauftritten waren die Vorreden zu seinen Liedern, aus dem Fesl selbst oft noch einen Gag gemacht hat. Auch Dr. Hans Göttler ist berüchtigt dafür, bei seinen Lesungen die Vor- und Zwischenreden oft länger zu gestalten als den eigentlichen Vortrag. Göttler hat sich deshalb selbst und selbstironisch einen Titel verliehen: „Mausdodschmaddsa“!

 

Die „Hommage an Fredl Fesl“ beginnt am 16. September um 19 Uhr im Kurgästehaus Kellberg/Thyrnau; Info-Tel.: 08501/1263.

Autor: Fritz Greiler

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