01.09.2017 Simbach am Inn

Versuchsanbau zeigt erfreuliche Ergebnisse

Eine alte Sorte mit großem Potenzial, auch für den Speiseplan: Rottaler Ur-Mais

Geschützt vor Fremdeinflüssen: Der Rottaler Ur-Mais inmitten eines Haferfeldes
Foto: Antersdorfer Mühle
In Zusammenarbeit mit der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und einem Biobauern möchte Johann Priemeier, Inhaber der Antersdorfer Mühle, regionalen Speisemais einer alten Sorte aus dem Rottal, wieder beleben. In der Wachstumsphase zeigte der Mais bereits erfreuliche Ergebnisse.

Trotz Hitze und Trockenheit im Anbaugebiet hat sich der Rottaler Ur-Mais laut Biobauer Hans Lachner gut entwickelt. Er hat den 1,2 ha großen Versuchsanbau in sein Haferfeld integriert, damit er von Fremdeinflüssen weitgehend geschützt ist. Blüte sowie Fruchtansatz sehen vielversprechend aus, so dass er mit einer Ernte von rund 5 Tonnen Speisemais rechnet.

Das, von Dr. Barbara Eder von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, betreute Projekt dient der Entwicklung von so genannten Populationssorten. Diese waren vor Einführung der Hybridsorten weit verbreitet und besitzen im Vergleich zu diesen eine ausgesprochene Unterschiedlichkeit. Die Sorten wurden durch Züchtung mehr und mehr an die klimatischen Verhältnisse wie an den Boden der jeweiligen Region angepasst. Das verleiht diesen Sorten die Fähigkeit, auf Krankheiten, Schädlingsbefall, Nässe, Trockenheit oder Nährstoffmangel flexibel zu reagieren und Schäden unter Stresssituationen zu minimieren. Zusätzlich fördern die Populationssorten die genetische Vielfalt und die Biodiversität dieser bedeutenden Nutzpflanze.

Im Rahmen dieses wichtigen Projektes für eine natürliche Landwirtschaft steht auch die Wiederbelebung der Maispflanze für den Speiseplan. Johann Priemeier wird in seiner, in Simbach am Inn ansässigen, Antersdorfer Bio-Mühle diesen Mais verarbeiten. „Heute werden lieber so genannte Superfoods aus fernen Ländern gegessen, als heimische Erzeugnisse, die von den Inhaltsstoffen durchaus mithalten können“, so der Müller aus Leidenschaft. So enthält Mais nicht nur die Vitamine B6 und B3, er punktet auch mit lebenswichtigen Aminosäuren und pflanzlichem Eiweiß. Darüber hinaus ist er für alle, die an Glutenunverträglichkeit leiden eine bekömmliche Alternative.
 

Autor: Pressemitteilung