08.03.2017 Simbach am Inn

Verkehrsstatistik

Trotz Anstieg der Unfälle Tausender-Marke nicht überschritten

Simbach Verkehrsstatistik
Foto: Geirnig
Polizeichef Stephan Goblirsch (re.) und Verkehrserzieher Franz Mayer (li.) erläuterten die Verkehrsstatistik.

Im Rahmen eines Pressegesprächs stellen Polizeidienststellenleiter Stephan Goblirsch und Verkehrserzieher Franz Mayer detailliert die Verkehrsstatistik für das Jahr 2016 vor. Demnach gingen die Unfallzahlen zwar leicht nach oben, dennoch konnte abermals die Tausender-Marke unterschritten werden. Natürlich wurde in dem Gespräch auch die Jahrtausendflut angesprochen. Nachdem das Dienststellengebäude der Polizei an der Grenze selbst stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnte dennoch unter erschwerten Bedingungen der Dienstbetrieb aufrechterhalten werden, da eine Ausquartierung erfolgte.

 

 

Am Ende zog Goblirsch trotz der Erschwernisse ein positives Fazit, da die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten, nahezu gleich blieb. Leider setzte sich der allgemein positive Trend bei den tödlichen Verkehrsunfällen nicht fort. So gab es im Bereich der Polizeiinspektion Simbach drei Verkehrstote, bei zwei der Unfälle war leider auch Alkohol mit im Spiel. Die häufigsten Unfallursachen sind Alkoholfahrten und Fahrten unter Drogeneinfluss. Laut Goblirsch werde man vonseiten der Polizei Simbach darauf im laufenden Jahr ein besonderes Augenmerk haben.

 

 

„Die vergleichsweise geringe Anzahl von 17 Unfällen insgesamt ist keineswegs Anlass zur Ruhe, sondern immer noch Motivation genug, hier nicht Ruhe zu geben, sondern weiterhin sowohl präventiv als auch repressiv tätig zu sein", erklärte der Polizeichef. Auch die Thematik Straßenbenutzung allgemein, die hohe Verkehrsdichte und das oft rücksichtslose Verhalten einzelner Fahrzeuglenker wird zunehmend Thema für die Polizei und die Verkehrsüberwachung in diesem Jahr sein.

 

 

Die Verkehrsunfallentwicklung im Zuständigkeitsbereich war im Vorjahr seit mehreren Jahren erstmals nicht mehr rückläufig. Nach 1003 Unfälle im Jahr 2012, 985 im Jahr 2013, und 977 im Jahr 2014 waren es im Jahr 2015 exakt 900 Unfälle, die von Beamten der Polizeiinspektion Simbach aufgenommen werden mussten. 2016 ereigneten sich insgesamt 959 Verkehrsunfälle, eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr (900) um 6,56 Prozent.

 

 

Klein- und Wildunfälle stellten nahezu 75 Prozent aller aufgenommenen Verkehrsunfälle (717) dar. Bei 475 dieser Kleinunfälle kam es zur Kollision von Fahrzeugen mit Hasen und Rehen. Selten beteiligt an Unfällen sind Fuchs, Fasan und Wildschweine.
Die Gesamtzahl der Kleinunfälle ging um ca. sechs Prozent leicht nach oben (676 auf 717), während die Anzahl der Wildunfälle mit 475 im Vergleich zum Vorjahr mit 469 nahezu gleich blieb.

 

 

Bei schwerwiegenden Verkehrsunfällen ohne Personenschaden gab es eine leichte Steigerung um zehn Prozent von 122 auf 134 Unfälle. Lediglich um fünf Unfälle stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschäden. Von 102 im Jahr 2015 auf 107 im Jahr 2016. Dabei erlitten die meisten Verletzten lediglich leichte Blessuren und konnten meist selbst zum Arzt gehen oder blieben nach einem Transport in ein Krankenhaus nur zur ambulanten Behandlung dort. Einem Transport in ein Krankenhaus nur zu ambulanter Behandlung. Für die Verkehrsunfallstatistik gilt eine Person dann als „schwer verletzt“, wenn sie nach einem Verkehrsunfall in einem Krankenhaus aufgenommen wird und mindestens 24 Stunden stationär behandelt werden muss.

 

 

Leider waren im vergangenen Jahr drei Verkehrstote zu beklagen. Im Jahr zuvor waren es noch zwei Verkehrsunfälle mit Todesfolge.
Auch die Anzahl der sogenannten Unfallfluchten blieb mit 101 (Vorjahr 99) nahezu gleich. Ungefähr ein Drittel dieser Unfälle (30 Unfälle) konnten von den sachbearbeitenden Beamten geklärt werden, indem die Verursacher ermittelt wurden. Sehr oft ist dies nur mit tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung, wenn sich aufmerksame Zeugen das Kennzeichen, den Fahrzeugtyp oder die Automarke des Unfallverursachers merken, möglich.

 

 

Als sehr positiv bezeichnete Goblirsch, dass es im vergangenen Jahr keinen Schulwegunfall gab.

 

 

Von zehn auf 17 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Hierbei waren alle Fahrzeuglenker im Durchschnitt mit nahezu zwei Promille Alkohol im Blut unterwegs. Lob gab es hier für die jungen Fahrer, nur selten unter Alkohol einen Unfall verursacht hatten. „Dies dürfte neben dem verantwortungsbewussten Umgang im 0,0-Promille-Gesetz, vermutlich auch mit dem begleitenden Fahren mit 17 begründet werden können", erklärte Verkehrserzieher Franz Mayer.

 

 

Als Unfallursache „überhöhte Geschwindigkeit" konnte ein Rückgang um 15 Unfälle auf zehn Unfälle festgestellt werden, was einen Rückgang um 60 Prozent bedeutet.

 


Die Unfälle mit jungen Erwachsenen stieg von 25 auf 33 Unfälle.

 

 

Die Zahl der Motorradunfälle ging von 26 auf 23 zurück. Fast identisch blieben die Unfallzahlen auch bei den Radfahrern, die von 26 auf 24 sank. Hier spielen zunehmend auch Fahrräder mit Elektroantrieb eine Rolle.

 

 

Aufgelistet wurden auch die Unfälle in der Altersgruppe bei Senioren. Demnach erhöhten sich die Unfallzahlen bei Fahrern ab 65 Jahren von 21 (2015) auf 38 Unfälle im letzten Jahr. Laut Mayer handelte es sich hierbei allerdings meist um Unfälle beim Wenden sowie Vorfahrts und Abbiegeunfälle.

 

 

Ferner wurden in der Statistik Trunkenheitsdelikte ohne Verkehrsunfall, Fahrten unter Drogeneinfluss ohne Verkehrsunfall und verhinderte Trunkenheitsfahrten sowie Ahndungen von Verkehrsordnungswidrigkeiten angeführt.

 


Auch wenn es nur eine schwer zu schätzende Summe ist und sie nur hypothetisch angegeben werden kann, so stieg der statistisch erfasste Sachschaden (ohne Kleinunfälle) auf 1,31 Millionen Euro. Im Jahr 2015 wurde dieser Wert noch 960.000 Euro beziffert.

Autor: PmG
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