13.08.2012 Triftern/London

Olympia-Bilanz

Schützin Barbara Engleder: „Es waren wunderbare Spiele"

Barbara Engleder
Foto: Holger Becker
Viele tolle Eindrücke in London trösten sie über verpasste Medaillenchance hinweg.

 

Mit einem sechsten Platz bei Olympia 2012 ist Kleinkaliber-Schützin Barbara Engleder aus London heim ins Rottal zurückgekehrt. „Eine Medaille wäre natürlich schön gewesen, aber es sollte halt nicht sein“, trauert sie zwar der verpassten Chance ein wenig nach, nimmt dafür aber viele tolle Eindrücke mit. 
 
 
„Ich habe mich beim Wettkampf irrsinnig schwer getan“, gibt Barbara Engleder zu. Den Rückstand aus dem Vorkampf habe sie im Finale nicht mehr wett machen können. „Das knieend Schießen habe ich versaubeutelt, normal treffe ich da blind“, schüttelt sie den Kopf.
 
 
Und auch das Regularium im Finale habe sie aus dem Konzept gebracht. „Das Probeschießen lief phantastisch, aber danach müssen wir noch einmal aufstehen und dem Publikum zuwinken. Danach habe ich meine Position einfach nicht mehr gefunden“, sagt die 29-Jährige.
Das angepeilte Finale hat sie erreicht, letztlich aber fehlten nur zwei Ringe zu Edelmetall. „Das ist schade, aber es war einfach nicht mein Tag“, hakt sie das sportliche Ergebnis ab. Denn London wird sie trotzdem in guter Erinnerung bleiben – und nicht nur, weil es ihr bestes von insgesamt drei Olympiaergebnissen war.
 
 
„Es war rundum ein tolles Spektakel. Ich habe noch nie so nah am Olympic Park gewohnt. Wir haben alles mitbekommen. Schon morgens strömten die Besucher in Massen herbei – wie bei einem Bon-Jovi-Konzert. Und bis am späten Abend war der Park noch voll. Es waren wunderbare Spiele“, so ihr Fazit.
Ihre Eindrücke von London haben sie sogar dazu bewogen, ihren eigentlich gefassten Entschluss, dass dies ihre letzten Olympischen Spiele sein sollen, noch einmal zu überdenken: „Ich weiß es noch nicht“, lässt sie sich die Entscheidung offen. 
 
 
Eigentlich wollte Barbara Engleder gern auch andere Wettbewerbe live sehen, „aber selbst wir Sportler haben keine Karten bekommen, es war wirklich alles ausverkauft“. Und ihr Wunsch, sich mit dem Schnellsten Mann der Welt fotografieren zu lasen, ging auch nicht in Erfüllung: „Usain Bolt hat sich das Essen auf sein Zimmer liefern lassen, der Trubel um ihn war einfach zu groß. Ich habe da vollstes Verständnis dafür“, schmunzelt die Rottalerin.
Autor: Holger Becker