17.03.2017 Landkreis Amberg-Sulzbach

Infoabende für Fest- und Kirwaveranstalter

Das Amberger Gesundheitsamt informiert zum Jugendschutz bei Festen

Cocktail, K.o.-Tropfen
Junge Menschen brauchen Freiräume, wie sie beispielsweise ein Fest und eine Kirwa bieten. Aber beim Feiern und Spaß haben gilt es auch gewisse Spielregeln zu beachten. Im Landkreis Amberg-Sulzbach hatten die Bürgermeister zusammen mit Landrat Richard Reisinger und dem Arbeitskreis Jugendschutz verbindliche Regelungen für den Barbetrieb auf Festen vereinbart. Diese bewährten Vorgaben gelten auch 2017.

Der Arbeitskreis Jugendschutz des Suchtarbeitskreises lädt die Fest- und Kirwaveranstalter heuer zu zwei Infoabenden ein. Am Mittwoch, 5. April um 19 Uhr sind interessierte Festveranstalter nach Sulzbach-Rosenberg in das Jugendzentrum „Hängematte“ eingeladen, am Mittwoch, 26. April um 19 Uhr findet der zweite Infoabend im Amberger Jugendzentrum "Klärwerk" statt. Vertreter der Polizei, der Jugendämter und des Suchtarbeitskreises erläutern jeweils die Regelungen für den Barbetrieb bei Festen und gesetzliche Vorgaben zum Jugendschutz bei Festen und geben Tipps, wie die Vorgaben konkret umgesetzt werden sollten.

 

Wichtigster Punkt dabei ist, dass zum abgegrenzten Barbereich nur erwachsene Besucher Zutritt haben, keine Spirituosen aus dem Barbereich heraus gebracht werden dürfen und es außerhalb des Barbereichs keinen Schnapsausschank gibt. Darüber hinaus geben Infoblätter den Veranstaltern Tipps zur Umsetzung, Plakate beim Fest weisen auf den Jugendschutz hin. In den Infoblättern sind die Ansprechpartner für Fragen an den Jugendämtern der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach, bei der Polizei und der Geschäftsstelle des Suchtarbeitskreises am Gesundheitsamt zu finden.

 

Nachdem es in letzter Zeit öfter Nachfragen gab, welche Möglichkeiten der Veranstalter hat, die Jugendschutzbestimmungen durchzusetzen, hier einige Klarstellungen: Das Jugendschutzgesetz stellt den Rahmen bezüglich der Dauer des Aufenthalts von Jugendlichen und des Ausschanks von alkoholischen Getränken an Jugendliche in Gaststätten und bei Festen dar. Veranstalter können für ihr Fest aber durchaus strengere Maßstäbe setzen. Maßnahmen zur Trinkanimation für alkoholische Getränke, wie "Happy Hour", "Flatrate-Saufen", "Ladies night", haben keinen Platz auf Festen in der Region.

 

Sind Personensorgeberechtigte, in der Regel sind das die Eltern, beim Fest anwesend, kann dieser Jugendliche länger als es das Jugendschutzgesetz ohne Begleitung zulassen würde bleiben. Die Rolle des Elternteils kann auch ein von den Eltern beauftragter Erwachsener einnehmen. Der Veranstalter kann derartige schriftliche Erziehungsbeauftragungen anerkennen, kann das aber sowohl in Einzelfällen als auch generell ablehnen.

 

Ist eine Veranstaltung auf Erwachsene über 18 Jahre beschränkt, so ist es generell nicht möglich Jugendliche einzulassen, auch nicht mit Erziehungsbeauftragung. Grundsätzlich besteht für Jugendliche nicht die Möglichkeit in den Barbereich zu kommen, auch dann nicht, wenn Personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Personen dabei sind. Festveranstaltern steht für den Zeitraum ihres Festes das gleiche Hausrecht zu, wie es jedem Gastwirt zusteht. Es können klare Anweisungen bis hin zum Festverweis ausgesprochen werden.

 

Der Arbeitskreis Jugendschutz bittet insbesondere die Eltern, die Veranstalter bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zu unterstützen und ihre Kinder auf die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes hinzuweisen. Wichtig ist hier vor allem darauf zu achten, dass die Jugendlichen keine harten Getränke mit zu den Festen bringen und die Eltern die Abholzeiten nach den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes richten. Sofern der Veranstalter einer Tanzveranstaltung ein anerkannter Träger der Jugendhilfe ist, gilt, dass Kinder unter 14 Jahren Feste um 22 Uhr zu verlassen haben, Jugendliche unter 18 Jahren um 24 Uhr. Ist der Veranstalter kein anerkannter Träger der Jugendhilfe können Jugendliche ab 16 Jahren ohne personensorgeberechtigte oder -erziehungsbeauftragte Begleitperson bis 24 Uhr bleiben, Jugendliche unter 16 haben dann alleine keinen Zutritt.

 

Veranstalter können Infoblätter zum Jugendschutz, Plakate, sowie Einlassbänder Ü16 und Ü18 zum Selbstkostenpreis von sieben Cent/Stück bei der Geschäftsstelle des Suchtarbeitskreises beim Landratsamt Amberg-Sulzbach, Gesundheitsamt, Hockermühlstraße 53, 92224 Amberg, anfordern. Die Bestellliste für Materialien ist per Mail an gesundheitsfoerderung@amberg-sulzbach.de oder telefonisch beim Gesundheitsamt unter der Nummer 09621/ 39-669 anzufordern. Aus dem Internet können die Materialien sowie die Bestellliste zum Jugendschutz auf Festen auf der Seite www.amberg-sulzbach.de heruntergeladen werden.
 

Autor: pm / uh

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