13.09.2017 Weiden

Ausstellung

Hölzerne Leidenschaft: Dachstuhlmodell von St. Sebastian im Weidener Rathaus zu sehen

Am Montag, 11. September, eröffnete Weidens Bürgermeister Jens Meyer die Ausstellung des Dachstuhlmodells der Kirche St. Sebastian im Foyer im ersten Obergeschoss des Neuen Rathauses.
Foto: Stadt Weiden
Am Montag, 11. September, eröffnete Weidens Bürgermeister Jens Meyer die Ausstellung des Dachstuhlmodells der Kirche St. Sebastian im Foyer im ersten Obergeschoss des Neuen Rathauses.

"Es freut mich sehr, Sie hier zu dieser besonderen Ausstellung begrüßen zu dürfen, einer Ausstellung aus der die Leidenschaft für das Zimmern hölzerner Dachstuhlmodelle spricht", so Meyer.

 

Nach zahlreichen anderen Projekten hatte Josef Hauer nun den Dachstuhl unserer Handwerkerkirche St. Sebastian als Modell aus Fichtenholz handgefertigt. Maßstabsgetreu nach den Originalplänen des Statikers, entstand so ein einzigartiges Zeitdokument von der Sanierung der ältesten katholischen Kirche unserer Stadt. Die Dachstuhlsanierung war dringend nötig geworden, nachdem man Risse entdeckte, die durch die alte Dachkonstruktion entstanden sind. Die Bischöfliche Finanzkammer, der Bezirk Oberpfalz, die Bayerische Landesstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege, zahlreiche Spendenaktionen des Fördervereins St. Sebastian e. V. in Weiden, unter anderem das Benefizkonzert in der ehemaligen Augustinerkirche und viele private Initiativen haben sich für das Projekt engagiert. Allen, die sich dafür eingesetzt haben, gebührt unser Dank und unsere Anerkennung.

 

St. Sebastian wurde 1480 außerhalb der Weidener Stadtmauern erbaut und ist damit die einzige Kirche, die aus dieser Zeit noch erhalten ist. Erbaut wurde sie vom Weidener Bürgerehepaar Georg und Margareta Peck. Danach erlebte sie eine wechselvolle Geschichte. 1540 fand sie Verwendung als Scheune, Lagerhalle und Pestlazarett, nachdem sie wahrscheinlich durch den Stadtbrand zerstört wurde. Um 1690 wurde der sakrale Bau vom ehemaligen protestantischen Magister Tobias Clausnitzer als „Pfarrstadel“ genutzt. Schließlich waren es die Kapuziner, die damals als Pfarrseelsorger in Weiden wirkten, die die Kirche wieder ausgebaut haben. Drei barocke Altäre zu Ehren des Hl. Sebastian, der hl. Apolonia und Agnes, eine Kanzel und Beichtstühle, ein großes Kreuz und weiteren Statuen, sowie ein Deckengemälde mit dem hl. Franziskus schmückten den Innenraum. Der Neustädter Barockbaumeister Johann Leonhard Mayer baute die Kirche 1691 bis 1693 wieder auf, als sie durch einen Blitzschlag erneut zerstört wurde. St. Sebastian war Begräbnisstätte für Kapuziner und Adelsfamilien. Nach 1819 fiel die Innenausstattung aus der Barock- und Rokokozeit der Säkularisation zum Opfer. Später wurde die Kirche im neuromanischen Stil ausgestattet und ab 1929 nach und nach neugestaltet.

 

St. Sebastian ist als einziger Kirchenbau von mindestens zehn Kapellen und kleineren Kirchen, die es einmal in Weiden gab, übriggeblieben. Heute ist sie die Kirche der Handwerker. Sie beherbergt die Zunftstangen der Handwerksberufe. In ihr findet auch der Handwerkergottesdienst statt. Sie ist bevorzugte Trauungskirche für viele Brautpaare und sehr beliebt bei Gläubigen aus Nah und Fern. Tausende haben in den vergangenen Jahren die Eucharistiefeiern und andere kirchliche Veranstaltungen besucht. Weiden hat mit St. Sebastian eindeutig ein Schmuckstück, das inmitten der Stadt zur Einkehr und inneren Ruhe einlädt und damit mehr Lebensqualität bietet.Das detailgetreu und mit viel Herzblut gestaltete Dachstuhlmodell von St. Sebastian kann man bis 28. September hier im neuen Rathaus besichtigen.

Autor: Pressemitteilung

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