22.02.2017 Straubing

"Deutschlands bester Jungmetzger 2012" kehrt heim nach Straubing

Das Glück einer guten Weißwurst

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Foto: Elternstolz
Metzgermeister Stefan Wenisch steht am Ende seiner Ausbildung. Nun kehrt „Deutschlands bester Jungmetzger 2012“ heim nach Straubing.

Sieben Jahre Aus- und Fortbildung liegen hinter Stefan Wenisch. Nun fühlt sich der junge Metzgermeister bestens vorbereitet, um im Familienbetrieb in Straubing noch mehr Verantwortung zu übernehmen.

Dabei profitiert er von den Chancen und Möglichkeiten, die ihm seine fundierte Ausbildung bietet. Genau darum geht es in der Kampagne „Elternstolz“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie der bayerischen Handwerkskammern (HWK).

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Stefan Wenisch mit Vater Anton.

Eine Lehre im heimischen Betrieb kam für Stefan Wenisch nicht in Frage: „Ich wollte sehen, wie es woanders läuft und was die anderen anders machen. Daheim arbeite ich schließlich noch lang genug.“ Also ging er nach dem Realschulabschluss in einer Metzgerei in Mallersdorf in die Lehre - mit großem Erfolg. 2012 gewann er den Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks und wurde „Deutschlands bester Jungmetzger“. Das Medienecho war riesig, sogar die Jugendzeitschrift „Bravo“ widmete ihm eine Doppelseite. „Natürlich ist das ein schöner Titel, der mir auch die Gelegenheit gegeben hat, etwas zum positiven Image des Metzgerhandwerks beizutragen. Aber ausruhen kann man sich auf den Lorbeeren nicht.“

Im Gegenteil. Stefan Wenisch steckte sich neue Ziele, absolvierte unter anderem ein Praktikum an der Fleischerschule in Augsburg und arbeitete in der Fleisch- und Wurstproduktion für das Hofbräuhaus München. Dem Meisterkurs folgte die Ausbildung zum Betriebswirt. Und nun stehen im Juni die letzten Prüfungen an der staatlichen Fachschule für Lebensmitteltechnik an, wo er gerade sein zweijähriges Studium zum Fleischtechniker zu Ende bringt.

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Stefan Wenisch: »Menschen mit einer guten Weißwurst, einem leckeren Leberkäse oder einem knusprigen Ochsenbraten glucklich zu machen: Das ist nun einmal das Besondere an diesem Beruf.«

„Auch wenn es anstrengend war: All die unterschiedlichen Erfahrungen kann mir keiner mehr nehmen.“ Im Hofbräuhaus habe er gelernt, wie man jeden Tag die Logistik für 10.000 hungrige und durstige Besucher organisiert. „Und an der Fleischerschule konnte ich mein handwerkliches Können in aller Ruhe stärken. Das wäre in der Tagesproduktion mit so viel Präzision gar nicht möglich.“

Stefan Wenisch weiß, wovon er spricht. Seit seinem zwölften Lebensjahr packt er in der Metzgerei seines Vaters Anton mit an. „Schon damals war mir klar, dass ich später Metzger werden will.“ Inzwischen gehören auch ein Hotel, ein Bauernhof, ein Gasthaus sowie ein Catering-Service zu dem über Jahrzehnte gewachsenen Unternehmen.

Aushängeschild ist die Ochsenbraterei am Straubinger Gäubodenfest. „Obwohl ich in den letzten Jahren viel unterwegs war, zum Gäubodenfest war ich immer daheim“, erzählt Stefan Wenisch. Dabei sind die Aufgaben klar verteilt: Die Brüder Toni und Christoph kümmern sich um die Küche, Mama Waltraud um die Reservierungen. „Vormittags bin ich immer in der Produktion, nachmittags arbeite ich zusammen mit meinem Vater draußen im Zelt.“ 14 Tage lang, 15 Stunden pro Tag.

Der Jungmetzger weiß also genau, was auf ihn zukommt, wenn er daheim bald mehr Verantwortung übernimmt. Auch, weil die Eltern ihn und seine beiden Brüder früh in den laufenden Betrieb eingebunden haben. Zuletzt hat Stefan Wenisch eine neue Metzgereifiliale in einem Einkaufszentrum geplant. „Vom Innenarchitekten bis zum Personal lag alles in meiner Hand. Viel Verantwortung, aber auch ein gutes Gefühl.“

Am meisten freut es den 23-Jährigen aber, wenn den Leuten seine Produkte schmecken: „Menschen mit einer guten Weißwurst, einem leckeren Leberkäse oder einem knusprigen Ochsenbraten glücklich zu machen: Das ist nun einmal das Besondere an diesem Beruf.“

Autor: pm

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