15.03.2017 Aiterhofen

Familie Altmann wartet seit Monaten auf ihren Internet-Anschluss

Leben in der digitalen Steinzeit

Familie Altmann
Foto: sms
Bei Familie Altmann in Aiterhofen liegen die Nerven blank. Seit rund vier Monaten warten die Eheleute Monika und Tristan zusammen mit Sohn Julian (16) darauf, dass ihr Internetzugang freigeschaltet wird

Eigentlich sollte die Familie Altmann aus Aiterhofen seit November 2016 im Highspeed-Netz der Firma amplus surfen. Eigentlich. Denn nach der Kündigung bei ihrem bisherigen Anbieter, der Deutschen Telekom, ist der neue Zugang bis heute nicht freigeschaltet worden. Knackpunkt ist offenbar die Telefonleitung zum Haus der Altmanns. amplus müsste diese Leitung von der Telekom übernehmen. Aber genau das scheint die beiden Firmen vor unlösbare Aufgaben zu stellen.

 


„Einer schiebt es auf den anderen“, erklärt Monika Altmann. „amplus sagt, die Telekom würde die Leitung nicht freigeben. Die Telekom wiederum erklärt, man würde bei amplus keinen Termin zur Übergabe bekommen.“ Doch welche der beiden Aussagen nun auch stimmen mag – Fakt ist: Familie Altmann muss seit Monaten ohne Internetzugang leben und fühlt sich zwischen den beiden Firmen mittlerweile wie beim sprichwörtlichen „Buchbinder Wanninger“.
„Besonders für unseren Sohn ist das eine schlimme Situation“, erzählt Tristan Altmann. „Wenn er für die Schule im Netz recherchieren soll, muss er zu Freunden gehen. Spielen, surfen, chatten, alles was Jugendliche gerne machen, geht wenn dann nur über das Mobiltelefon – und da ist das Datenvolumen dann schnell aufgebraucht und muss teuer nachgekauft werden.“

 


E-Mails schreiben, bei Google suchen, Nachrichten lesen, Online-Shopping – für die Altmanns sind das seit Monaten Wunschvorstellungen. „Wenigstens können wir wieder telefonieren“, lacht Monika Altmann mit erkennbarer Ironie. Denn auch der Telefonanschluss hätte zu amplus mit umziehen sollen. Da auch das nicht geklappt hat, ist die Familie in diesem Bereich zurück zur Telekom. Für den Internet-Anschluss kommt diese Möglichkeit nicht in Betracht, denn um den Ausbau des schnellen Internets in der Siedlung der Familie Altmann hat sich amplus gekümmert. Von der Telekom gibt es nur eine vergleichsweise langsame Verbindung.

 


Das Wochenblatt hat bei beiden Unternehmen nachgefragt und wollte wissen, woran es scheitert, den Altmanns das zu geben, was für Millionen Deutsche selbstverständlich ist – nämlich einen flotten Zugang ins Internet. Doch bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe gab es weder von der Telekom noch von amplus eine Antwort, die den Sachverhalt aufklären könnte.

 


Hoffnung auf eine baldige Lösung haben die Altmanns nicht mehr. „Wir sind gespannt, wie lange wir noch in der digitalen Steinzeit leben müssen“, so die Eheleute traurig.

Autor: sms

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