25.07.2012 Traunstein

Gefahr wird überschätzt

Fuchsbandwurm? Alles halb so wild!


Obacht, da könnt' man sich den Fuchsbandwurm holen. Diese Warnung kennen wir alle. Doch es ist alles halb so schlimm. Eine Pressemitteilung des Gesundheitsamtes Traunstein

Mit der einsetzenden Beeren - und Schwammerlzeit häufen sich am Gesundheitsamt Traunstein besorgte Anfragen bezüglich der Gefahren durch den Fuchsbandwurm. Die in erster Linie von Füchsen ausgeschieden Eier des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) wachsen nach Aufnahme durch den Menschen, in erster Linie in der Leber, über Jahre zu einem schwammartigen Tumor heran.
Jedoch auch Hunde und Katzen können Träger sein und die Eier ausscheiden. Aufgrund ihrer Umweltresistenz können sich die Eier über einen längeren Zeitraum im Fell der Hunde und Katzen halten.


Die Krankheit verursacht viele Jahre meist wenig bzw. gar keine Beschwerden. Erst nach langer Inkubationszeit fühlen sich die Patienten abgeschlagen und müde, haben Schmerzen im Oberbauch und verlieren Gewicht. Ebenso ist ihre Leber deutlich vergrößert und es kann zudem eine Gelbsucht auftreten.


In der Bevölkerung gibt es große Verunsicherung, ob man Beeren oder andere Früchte des Waldes wegen der herumstreunenden Füchse gefahrlos verzehren könne. Nach Auskunft des Europäischen Echinokokkose-Registers der Universität Ulm ist der Fuchsbandwurm ( Echinokokkose ) in Deutschland mit ca. 20 bis 30 jährlichen Neuerkrankungen äußerst selten.

 

Nach Auskunft des Leiters des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, ist besonders die Feststellung interessant, dass es keinen Beleg für eine Übertragung durch den Verzehr von Waldbeeren bzw. Pilzen gibt. Nach den Erkenntnissen der Ulmer Wissenschaftler ist der Hauptübertragungsweg ein intensiver Streichelkontakt mit Hunden und Katzen, ohne Händewaschen vor dem Essen.

 

Deshalb ist die regelmäßige Entwurmung von Haustieren, sowie die Einhaltung der hygienischen Basisregeln die wirkungsvollste Prophylaxe gegen den Fuchsbandwurm. Die Beeren- und Schwammerlfreunde sind nach Aussage von Dr. Heigenhauser auf der sicheren Seite, wenn sie ihre Waldfrüchte gründlich waschen.
 

Autor: pm

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