08.08.2012 Waging am See

Möglicherweise letztes Turnier

Tennis: 40. Waginger See-Pokal


Internationale Top-Spieler treten beim 40. See-Pokal des TC Waging an. Aufgeschlagen wird vom 15. bis 19. August. Turnierchef Kleißl: „Es könnte der letzte Wettbewerb sein“

Es hat Tradition, dass in Waging im August großer Tennissport geboten wird. Ehemalige Daviscupspieler, ATP-Profis, internationale Klassespieler und deutsche Meister sind seit 1973 dabei, wenn der begehrte See-Pokal vergeben wird. Heuer jährt sich die Veranstaltung zum 40. Mal. „Es könnte sein, dass es der letzte Wettbewerb wird“, sagt Turnierchef Ludwig Kleißl mit etwas Wehmut. Zusammen mit seinem Sohn Marcus und einem eingespielten Team richtet er wieder die Großveranstaltung aus. Aufgeschlagen wird vom 15. bis 19. August.

 

Gespielt wird wieder im Rahmen der Head German Masters Series. Das Turnier ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert und der Tennissport wird wieder hochkarätig sein. Wer aus dem 32er-Feld als Sieger hervorgehen will, muss innerhalb von vier Tagen fünf Matches siegreich bestreiten. „Die Kondition spielt eine ganz große Rolle, noch dazu wenn es Temperaturen von 35 Grad und drüber gibt wie im letzten Jahr“, sagt Marcus Kleißl. Er kümmert sich wieder um die Anmeldungen, die noch bis Montag angenommen werden.

 

Dann wird nach deutscher Rangliste das Feld zusammengestellt. Die 20 Bestplatzierten kommen direkt ins Hauptfeld, das ab Donnerstag aufschlägt. Alle anderen müssen in die Qualifikation, die ab Mittwoch läuft. Dazu wird Kleißl vier Wildcards vergeben, die zumeist an talentierte junge Spieler aus der Region oder ehemalige Sieger und Finalisten vergeben werden.


Auf den Turniergewinner warten wieder 1400 Euro. 800 Euro nimmt der unterlegene Finalist mit, jeweils 500 Euro gibt es für das Erreichen des Halbfinales. Teilnahmeberechtigt sind alle Spieler, die dem Deutschen Tennisbund angehören oder einem ausländischen Tennisverband. Eine Vereinszugehörigkeit ist nicht erforderlich, aber fast alle Topspieler verdienen ihr Geld in der Bundesliga, Regionalliga und den Klassen darunter.

 

Beim See-Pokal stellt sich jedes Jahr die Frage: Können die guten bayerischen Spieler der ausländischen Konkurrenz Paroli bieten? In den letzten zehn Jahren gab es mit Dennis Bloemke (Luitpoldpark München/2007), Andi Kauntz (Nürnberg/2008) und Christian Haupt (Dresden/2011) nur drei deutsche Sieger. Immerhin: Im Vorjahr kam es zu einem deutschen Finale, das Haupt nach 2.35 Stunden gegen Kauntz bei Gluthitze mit 7:6, 6:4 gewann. Der gebürtige Leipziger ist erster Sachse, der in Waging triumphieren konnte. Kauntz verpasste eine große Chance, hätte zum zweiten Mal den See-Pokal gewinnen können, was vor ihm nur drei Spieler schafften: Lokalmatador und Unternehmer Sepp Baumgartner 1981 und 1982, der Tscheche Richard Drazny 2001 und 2005 und dessen Landsmann Tomas Jecminek 2006 und 2009. Drazny hätte 2009 einziger Dreifach-Sieger werden können, unterlag im Finale aber Jecminek 3:6, 6:3, 0:6.


Letzte Sieger aus der Region waren in den Jahren 1992 und 1993 Christian Freimoser (Waging) und Emil Egerer (Wacker Burghausen). Davor hatte Conny Schmid (TC Waging) 1987 gewonnen. Berühmtester Sieger in Waging ist Philipp Kohlschreiber aus Augsburg. Der heute 29-Jährige startete nach seinem See-Pokal-Sieg 2000 eine großartige Karriere, die ihn in der Weltrangliste aktuell auf Platz 16 gebracht hat. Kohlschreiber ist bester deutscher Profi, hat auf der ATP-Tour vier Titel geholt und war jüngst im Finale von Kitzbühel gestanden. Die Olympischen Spiele musste er wegen einer Fußverletzung absagen. Kohlschreiber hat auf der ATP-Tour bisher 5,4 Millionen US-Dollar gewonnen.

 

Sein Finalgegner im Jahr 2000 hat eine ähnliche Karriere hingelegt. Der gleichaltrige Florian Mayer aus Bayreuth hat einen ATP-Titel gewonnen, 3,5 Millionen US-Dollar eingespielt und steht aktuell auf ATP-Platz 23. Betreut wurden beide damals von Stefan Eriksson. Der Schwede war selbst Tennisprofi und ist heute wie damals beim Bayerischen Tennisverband am Stützpunkt Oberhaching angestellt. Momentan betreut Eriksson den deutschen Daviscupspieler Philipp Petzschner.


Gespielt wird in Waging wieder auf 12 Sandplätzen unmittelbar am Waginger See. Witterungsbedingt könnte in Tennishallen in Waging oder der Umgebung ausgewichen werden. Die Halbfinals steigen am Samstag, 18. August ab 12 Uhr, das Finale gibt es tags darauf ab 13 Uhr. Undnatürlich zählen sämtliche Ergebnisse zur deutschen Rangliste. Neben dem See-Pokal-Turnier gibt es wieder ein Herren A-Turnier für alle Spieler aus Bezirks- und Kreisklassen sowie Leistungsklassen-Turniere.

 

Unser Bild entstand beim letztjährigen See-Cup, als erstmals ein Sachse in Waging triumphierte (von links): Turnierleiter Marcus Kleißl, 2. Bürgermeister Kern, Finalist Andi Kauntz, Sieger Christian Haupt, Turnierdirektor Ludwig Kleißl, Stuhlschiedsrichter Thomas Zeindl, Oberschiedsrichter Hans Friedrich und die Ballkinder (vorne).
 

Autor: kk

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