20.04.2017

Raschidin (AFP)

Buskonvoi in Syrien nach Evakuierung belagerter Städte ins Stocken geraten

Die Evakuierung mehrerer belagerter Städte in Syrien ist ins Stocken geraten. Mehr als 3000 Menschen saßen in der Nacht am Kontrollpunkt Raschidin fest, wie die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.
Foto: © 2017 AFP Zivilisten aus Fua und Kafraja warten auf ihre Weiterfahrt
Die Evakuierung mehrerer belagerter Städte in Syrien ist ins Stocken geraten. Mehr als 3000 Menschen saßen in der Nacht am Kontrollpunkt Raschidin fest, wie die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Die Evakuierung mehrerer belagerter Städte in Syrien ist ins Stocken geraten. Mehr als 3000 Menschen saßen in der Nacht zum Donnerstag am Kontrollpunkt Raschidin fest, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. In dem von Rebellen kontrollierten Ort waren am Samstag bei einem Anschlag auf einen Buskonvoi 126 Menschen getötet worden, darunter fast 70 Kinder.

Die Einwohner der von der syrischen Armee kontrollierten Städte Fua und Kafraja waren am Mittwoch gemäß einer Vereinbarung zwischen Regierung und Rebellen mit etwa 60 Bussen zu dem Kontrollpunkt nahe Aleppo gebracht worden. Die Rebellen wollen ihre Weiterfahrt laut der Beobachtungsstelle aber erst dann ermöglichen, wenn die Regierung inhaftierte Aufständische freilässt.

Die Rebellen wollten die Konvois nicht passieren lassen, "bis 750 Häftlinge - Männer und Frauen - aus den Gefängnissen der Regierung entlassen und in die Rebellengebiete gebracht werden", erklärte die in Großbritannien ansässige Organisation weiter. Die Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten vor Ort stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Fua und Kafraja in der Provinz Idlib werden seit mehr als zwei Jahren von den Rebellen belagert. Aus der Stadt Sabadani und zwei anderen Ortschaften, die von den Rebellen gehalten und von Regierungstruppen belagert werden, wurden am Mittwoch etwa 300 Menschen herausgebracht. Sie saßen ihrerseits am Donnerstag an einem Kontrollpunkt der Armee fest, wie die Beobachtungsstelle mitteilte.

Den Vereinten Nationen zufolge leiden 600.000 Menschen in Syrien unter Belagerungen, meist durch Regierungstruppen, aber auch durch Rebellen und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien wurden mehr als 320.000 Menschen getötet, mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurde in die Flucht getrieben.

Autor: Raschidin (AFP)

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