20.04.2017

Berlin (AFP)

Der große Zwist auf dem AfD-Parteitag könnte ausbleiben

Nach dem Verzicht von AfD-Chefin Frauke Petry auf eine Spitzenkandidatur im Bundestagswahlkampf ist in der Partei ein Streit um die Spitzenkandidatur ausgebrochen.
Foto: © 2017 AFP AfD-Chefin Petry verzichtet auf Spitzenkandidatur
Der große Zwist auf dem AfD-Parteitag am Wochenende könnte ausbleiben: Im Führungsstreit mit Parteichefin Frauke Petry zeigte sich ihr Stellvertreter und interner Widersacher Alexander Gauland am Donnerstag kompromissbereit.

Der große Zwist auf dem AfD-Parteitag am Wochenende könnte ausbleiben: Im Führungsstreit mit Parteichefin Frauke Petry zeigte sich ihr Stellvertreter und interner Widersacher Alexander Gauland am Donnerstag kompromissbereit. Nachdem Petry ihren Verzicht auf eine Spitzenkandidatur im Bundestagswahlkampf erklärt hatte, stellte Gauland seine Zustimmung zu ihrem Antrag zur künftigen Ausrichtung der AfD in Aussicht.

Petry will die AfD auf dem Bundesparteitag am Wochenende in Köln zu einer Entscheidung zwingen zwischen dem von ihr favorisierten "realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei" und einer fundamentaloppositionellen Strategie, als deren Vertreter sie Gauland benennt. Petry will die AfD so für die Zeit nach der Bundestagswahl 2021 als "Seniorpartner" regierungsfähig machen.

Ihre parteiinternen Gegner werfen Petry jedoch vor, eine Spaltung der Partei zu betreiben. Er halte Petrys Antrag zwar weiterhin für "Unsinn", sagte Gauland nun dem "Tagesspiegel". "Aber wenn mein Name da rauskommt, kann man dem Antrag zustimmen. Dann kann die Partei dem Antrag zustimmen."

Der ganz große Krach der zerstrittenen Parteiflügel könnte somit am Wochenende in Köln ausbleiben. Ko-Parteichef Jörg Meuthen signalisierte allerdings weiterhin Ablehnung gegenüber Petrys Antrag. Der von ihr gezeichnete Konflikt zwischen Realpolitik und Fundamentalopposition in der AfD sei eine "Fehlbeobachtung", die er "nicht unterstützen kann", sagte Meuthen dem "Focus".

Als Reaktion auf den Führungsstreit hatte Petry am Mittwoch erklärt, für den Bundestagswahlkampf weder als alleinige Spitzenkandidatin noch als Teil eines Spitzenkandidatenteams zur Verfügung zu stehen. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass "drängende Sachfragen" wie die grundsätzliche Ausrichtung der Partei unabhängig von Personalfragen diskutiert werden müssten. Auf ihr Amt als Parteichefin verzichtete Petry nicht.

Petry gibt sich mit ihrem Vorstoß als bürgerlich-konservative Vertreterin der Partei in Abgrenzung zum rechteren Parteiflügel um Gauland und den thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke. In der Vergangenheit fiel sie aber ebenfalls durch Provokationen auf, etwa als sie mit Äußerungen über einen denkbaren Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge an den deutschen Grenzen für Empörung sorgte. Die 41-Jährige dürfte das bekannteste Gesicht der AfD sein.

Gauland sagte dem "Tagesspiegel", er wünsche sich, dass Petry "im Wahlkampf auftritt und präsent ist". Er selbst stehe weiterhin als Teil eines Spitzenteams zur Verfügung, betonte der 76-Jährige. Gauland lobte die Ökonomin Alice Weidel, die ebenfalls für einen solchen Posten im Gespräch ist, als "sehr gut geeignet". Sie habe eine Menge in die Partei eingebracht.

Meuthen stellte sich demonstrativ hinter Gauland: "Alexander Gauland wird dem Spitzenteam angehören, alles andere wäre völlig überraschend", sagte der Ko-Vorsitzende dem "Focus". Darüber hinaus sehe er eine Reihe guter Leute, die sich aufdrängen, fügte Meuthen hinzu ohne weitere Namen zu nennen.

Petrys künftige Rolle in der Partei hänge davon ab, was Petry wolle, sagte Meuthen. "Das werden wir am Wochenende erfahren."

Autor: Berlin (AFP)

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