19.05.2017

Paris (AFP)

Empörung über neuen Umgang Macrons mit der Presse

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen Umgang mit der Presse eingeschränkt. Für Ärger sorgten insbesondere Versuche des Elysée-Palasts, die Journalisten für Macrons Mali-Reise selbst einzuladen.
Foto: © 2017 AFP Macron und Malis Präsident Keïta beim Truppenbesuch in Gao
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen Umgang mit der Presse eingeschränkt. Für Ärger sorgten insbesondere Versuche des Elysée-Palasts, die Journalisten für Macrons Mali-Reise selbst einzuladen.

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat sich mit seiner Entscheidung, den Umgang seiner Regierung mit Journalisten strikter zu regeln, ersten Ärger mit den Medien eingehandelt. In einem am Freitag in den französischen Zeitungen veröffentlichten Schreiben äußerten Journalistenverbände, Redaktionsleitungen sowie die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) ihre "Besorgnis" über die künftige Kommunikationspolitik des Elysée-Palasts. Dieser versuchte, die Sorge zu entkräften.

Seit seinem Amtsantritt am vergangenen Sonntag hat Macron seine Kontakte mit Journalisten deutlich zurückgefahren. Seinen Ministern schärfte er ein, größere "Diskretion" walten zu lassen und nicht alles sofort an die Medien weiterzugeben. Während der ersten Kabinettssitzung am Donnerstag wurden die Medien aus dem Innenhof des Elyséepalasts verwiesen - unter Macrons Vorgängern konnten sie die Minister gleich im Anschluss an die Sitzung interviewen und filmen.

Für besondere Empörung sorgten Versuche des Elysée-Presseamts, die Journalisten selbst auszusuchen, die Macron am Freitag bei seiner Reise ins westafrikanische Mali begleiten sollten. Statt den Redaktionen wie üblich die Wahl selbst zu überlassen, trat das Presseamt direkt mit den Journalisten in Kontakt.

In ihrem offenen Brief wiesen die Unterzeichner darauf hin, dass es nicht Aufgabe des Präsidenten oder seines Pressedienstes sei, Einfluss auf die "interne Arbeit oder Entscheidungen einer Redaktion" zu nehmen.

In einer Antwort an Reporter ohne Grenzen versicherte Macrons Büro, der Elysée-Palast habe nicht "die Arbeit der Redaktionen machen" wollen. Auf keinen Fall sei es darum gegangen "einen Journalisten an der Stelle eines anderen durchzusetzen".

RSF-Chef Christophe Deloire begrüßte die Erklärung. Allerdings bleibe es abzuwarten, ob die Fähigkeit der Medien, "die Geschichte zu erzählen", tatsächlich nicht eingeschränkt werde. "Wir zählen auf Emmanuel Macron, dass er die Pressefreiheit in Frankreich ebenso wie im Ausland verteidigt", fügte Deloire hinzu.

Regierungssprecher Christophe Castaner rief die Medien dazu auf, sich an einen Präsidenten zu gewöhnen, der sich bei seinen Äußerungen "beherrsche" und in seinem eigenen "Rhythmus" und auf seine eigene Weise "zu den Franzosen" spreche. Er spielte damit indirekt auf die Kritik an Macrons Amtsvorgänger François Hollande an, der viel Zeit mit Gesprächen mit Journalisten verbrachte.

In Begleitung von 25 Journalisten traf Macron unterdessen in Mali, seiner ersten Auslandsreise außerhalb Europas, ein. Bei einem Treffen mit Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta rief er zu einer Beschleunigung des Friedensprozesses auf und kündigte gleichzeitig an, neben dem militärischen Engagement künftig auch stärker auf Entwicklungshilfe zu setzen.

Zu diesem Zwecke sollen die Länder der Sahel-Zone Mali, Burkina Faso, Mauretanien, Niger und Tschad in den kommenden Jahren 470 Millionen Euro an Hilfen bekommen, kündigte Macron an. Das beste Mittel gegen "das Aufkommen von islamistischem Terror" sei es, den Bevölkerungen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Sie wird inzwischen von der UN-Mission (Minusma) unterstützt. Viele Gebiete des Landes sind aber nach wie vor nicht unter Regierungskontrolle.

Autor: Paris (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Schwerer Verkehrsunfall bei Postau.

Auto kracht frontal in einen Laster

In der Kurve kam's zum schlimmen Unfall

Ein schwerer Unfall ereignete sich am Freitagmorgen zwischen Postau und Weng. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Grab Lanz Leo

Grabstätte:

Der letzte Wunsch vom Lanz Leo hat sich endlich erfüllt

Im März 2016 verstarb der Lanz Leo, ein echtes Rottaler Original. Nach langem Tüfteln hat seine Familie jetzt seine Grabstätte fertig gestellt. „So wie sein Leben war, so ist er nun begraben", freut sich Witwe Traudl über das Werk. mehr ...

Lasermessung, Laser, Blitzmarathon, Radarkontrolle, Raser, Temposünder

Da staunten selbst die Polizeibeamten

Fußgänger mit Maßkrughut läuft in die Radarfalle

An einer Messstelle im Rahmen des Blitzermarathon fiel ein Fußgänger mit Maßkrughut auf, der partout auf der Straße gehen wollte. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass der Mann mit Haftbefehl gesucht wurde. mehr ...

Taxi

Sauerei

Ins Taxi gekotzt und dann auch noch die Fahrt nicht bezahlt!

Ihr Beförderungsentgelt zahlten drei Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahre nicht. mehr ...

Die Polizeiinspektion Regensburg-Süd informiert zu den Maßnahmen rund um den Bombenfund im Bereich "Am Biopark" in Regensburg.

Einsatz

Bombenfund in Regensburg – um 16 Uhr beginnt die Evakuierung

Die Polizeiinspektion Regensburg-Süd informiert zu den Maßnahmen rund um den Bombenfund im Bereich "Am Biopark" in Regensburg. mehr ...

The Party

The Party

Es soll Janets großer Abend werden: Die Politikerin ist Mitglied im Schattenkabinett und das will sie feiern. Die Stimmung schlägt plötzlich um, als ihr Ehemann Bill ein heikles Geständnis ablegt. Das nehmen die Gäste zum Anlass, schonungslos zu offenbaren, was sie wirklich übereinander denken. Der Alkohol tut sein Übriges und die Gäste sind bald völlig enthemmt. Die Situation eskaliert und der Abend droht in einer großen Katastrophe zu enden. mehr ...