21.04.2017

Caracas (AFP)

Neue Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Venezuela

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat es erneut Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten gegeben. Einige Demonstranten warfen Steine auf Polizisten. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.
Foto: © 2017 AFP Ausschreitungen in Caracas
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat es erneut Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten gegeben. Einige Demonstranten warfen Steine auf Polizisten. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Bei Protesten gegen Venezuelas sozialistischen Staatschef Nicólas Maduro hat es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. In der Hauptstadt Caracas setzte die Nationalgarde am Donnerstag Tränengas gegen tausende Demonstranten ein. Einige von ihnen warfen mit Steinen und Molotowcocktails. Auch in anderen Städten gab es Zusammenstöße. Die Opposition kündigte für Samstag weitere Proteste an.

"Ich bin müde, ja, aber man muss Mut haben", sagte der 22-jährige Student Aquiles Aldarzoro, der sich an den Protesten beteiligte. "Ich bin bereit, jeden Tag auf die Straße zu gehen, wenn es notwendig ist."

Nach dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen zogen sich die Demonstranten in Caracas weiter in den Osten der Stadt zurück. Einige junge vermummte Demonstranten blieben aber und bewarfen die Ordnungskräfte mit Steinen und Molotowcocktails, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Einige Demonstranten zündeten Mülleimer an, die Polizei setzte Wasserwerfer ein und ließ einen Polizeihubschrauber kreisen.

Inmitten der Auseinandersetzungen baute sich ein nackter Demonstrant vor den Sicherheitskräften auf, der nichts als Sportschuhe und Socken trug. Er stieg auf ein gepanzertes Militärfahrzeug und rief offenbar mit Blick auf die Tränengasbomben: "Bitte werft keine Bomben mehr!" Staatschef Maduro machte sich im venezolanischen Fernsehen über diese Szene lustig und kritisierte den Auftritt als "Show".

Weitere gewaltsame Zwischenfälle wurden aus den Städten Maracaibo, Valencia und San Cristóbal im Norden und Westen des Landes gemeldet. Als Vorsichtsmaßnahme oder aus Solidarität mit den Regierungsgegnern blieben zahlreiche Hochschulen und Geschäfte am Donnerstag geschlossen.

Am Mittwoch waren bei den Massenprotesten in Caracas ein 17-Jähriger und in San Cristóbal eine 23-Jährige durch Kopfschüsse getötet worden. Augenzeugen zufolge wurden die Schüsse von Mitgliedern der "colectivos", von der Regierung bewaffnete zivile Gruppen, abgegeben. Nach Angaben der Regierung wurde zudem ein Soldat von Demonstranten getötet. Innenminister Nestor Reverol verkündete eine Festnahme im Zusammenhang mit der Tat in der Nähe von Caracas.

Für Freitag waren keine Proteste geplant. Die Opposition rief aber für Samstag zu einem landesweiten Schweigemarsch und für Montag zur "nationalen Blockade" von Straßen auf.

Die Regierungsgegner in dem ölreichen lateinamerikanischen Land machen Maduro für die seit langem andauernde Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie kämpfen für ein Referendum über eine Amtsenthebung des Sozialisten, dessen Präsidentschaft regulär noch bis 2019 dauert.

Maduro sagte am Donnerstag, die Opposition habe sich nun auf verschiedenen Wegen zu einem Dialog bereit erklärt. Oppositionsführer Henrique Capriles wies dies zurück und schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter, nur Neuwahlen würden einen Dialog ermöglichen.

Der gewaltsame Konflikt in Venezuela sorgt international für Besorgnis. Die Europäische Union rief am Donnerstag zur "Deeskalation" auf. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die venezolanische Regierung müsse "das Recht auf friedliche Demonstrationen gewährleisten" und "Gewalttaten gegen Demonstrationen verhindern".

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte,"dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die Spannungen zu verringern und neue Auseinandersetzungen zu verhindern". Neun lateinamerikanische Länder, darunter Argentinien, Brasilien und Kolumbien, kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung "den Verlust weiterer Leben" in Venezuela.

Autor: Caracas (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Bundestagswahl 2017 Straubing

Präsentation im Landratsamt

Bundestagswahl 2017: Aktuelle Ergebnisse und O-Töne aus dem Wahlkreis Straubing

Aktuelle Ergebnisse und Stimmen zur Bundestagswahl im Wahlkreis 231 Straubing. mehr ...

Bundestagswahl 2017

Wahlticker

So hat der Landkreis Altötting gewählt

Das Wahlergebnis aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Altötting mehr ...

Der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Peter Aumer, CSU

Wahl

Bundestagswahl in Regensburg: Die FDP kann jubeln, die AfD auch, CSU und SPD am Boden

Für Regensburg ist das Ergebnis der Bundestagswahl in mehrfacher Hinsicht spannend. Doch das schlechte Abschneiden der CSU in Bayern – wohl unter 40 Prozent – lässt den Wiedereinzug von Astrid Freudenstein unwahrscheinlich erscheinen. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Bundestagswahl 2017 Straubing2

293 Wahlbezirken sind ausgezählt

Bundestagswahl 2017: Das sind die Ergebnisse im Wahlkreis Straubing

Hier ist das Endergebnis der Bundestagswahl im Wahlkreis Straubing. mehr ...

Florian Oßner

Bundestagswahl: CSU verliert auch im Wahlkreis Landshut massiv an Boden

Das Debakel für Florian Oßner ist perfekt!

Bundestagswahl und drei Bürgerentscheide: Die Landshuter hatten am Sonntag in der Wahlkabine einiges zu tun. CSU-Kandidat Florian Oßner hat deutlich an Stimmen verloren und kam nur auf 39,6 Prozent. mehr ...

Es

Es

Sieben Kinder führen ein tristes Leben in der Kleinstadt Derry. Sie nennen sich "Klub der Verlierer". Als es unter den Kindern der Stadt zu Todesfällen kommt, suchen Sie nach dem Schuldigen. Die Freunde finden heraus, dass ein Monster sein Unwesen treibt. Dieses kann unterschiedliche Gestalten annehmen - meist die eines Clowns mit Krallen und Reißzähnen. Die Heranwachsenden nehmen den Kampf mit der Bestie auf. mehr ...