17.02.2017

Washington (AFP)

Restaurants und Geschäfte in den USA schließen aus Solidarität mit Einwanderern

Von Fastfood-Restaurants über schicke Lokale bis zu kleinen Geschäften - landesweit sind in den USA am Donnerstag dutzende Läden aus Solidarität mit Einwanderern geschlossen geblieben.
Foto: © 2017 AFP Geschlossenes Lokal in Los Angeles
Von Fastfood-Restaurants über schicke Lokale bis zu kleinen Geschäften - landesweit blieben in den USA dutzende Läden aus Solidarität mit Einwanderern geschlossen. Die Aktion hieß "Day Without Immigrants".

Von Fastfood-Restaurants über schicke Lokale bis zu kleinen Geschäften - landesweit sind in den USA am Donnerstag dutzende Läden aus Solidarität mit Einwanderern geschlossen geblieben. Allein in Washington beteiligten sich rund 70 Restaurants am "Day Without Immigrants", einer Protestaktion gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Die Kampagne sollte zeigen, wie ein Tag in den USA aussieht, wenn Einwanderer nicht zur Arbeit gehen und auch nicht konsumieren.

Einige Lokale blieben geschlossen, weil ihre Angestellten dem Aufruf folgten und nicht zur Arbeit erschienen, andere beteiligten sich aus Solidarität an der Aktion. Auch in New York, Los Angeles und anderen Städten des Landes blieben Einwanderer zu Hause, nahmen ihre Kinder für einen Tag aus der Schule und fuhren weder einkaufen noch tanken.

Ein Museum in Massachusetts entfernte für einen Tag alle Kunstwerke, die von Einwanderern geschaffen oder gespendet wurden. An einer Salatbar unweit des Weißen Hauses in Washington hing ein Schild: "Wir alle drei sind Söhne von Einwanderern", schrieb das Gründer-Trio. "Wir respektieren das Recht unserer Mitarbeiter, ihre Stimme in unserer Demokratie zu erheben." Alle 18 Filialen der Kette in Washington blieben am Donnerstag zu.

Auch der aus Spanien stammende bekannte Koch José André schloss fünf seiner Restaurants in mehreren Städten für einen Tag. Er liegt mit dem US-Präsidenten im Rechtsstreit, weil er sich von Plänen zurückgezogen hatte, in Trumps Hotel in Washington ein Restaurant zu eröffnen. Als Grund gab er Trumps kritische Äußerungen über Einwanderer im Wahlkampf an.

An einem Protestmarsch zum Weißen Haus beteiligten sich mehrere Dutzend Menschen. Die 38-jährige Iris Mata sagte, ihr sei die Botschaft der Kampagne wichtig. "Wir möchten, dass die Menschen uns hören und spüren, was ein Tag ohne Einwanderer bedeutet", sagte sie. "Wir sind beunruhigt über die Folgen der Entscheidungen des Präsidenten."

Trump will unter anderem eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, um illegale Übertritte einzudämmen. Ende Januar verbot er zudem per Dekret die Einreise für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern und setzte das Flüchtlingsprogramm des Landes aus. Der Einreisestopp ist derzeit aber durch die Justiz blockiert.

Autor: Washington (AFP)

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