17.02.2017

Seoul (AFP)

Samsung-Erbe in Südkorea nach neuen Korruptionsvorwürfen in Haft

Der Erbe des Samsung-Konzerns, Lee Jae Yong, ist angesichts neuer Vorwürfe in Haft genommen worden. Es sei "notwendig" Lee "im Lichte eines neu hinzugekommenen Vorwurfs und neuer Beweise" zu inhaftieren, erklärte ein Justizsprecher am Freitag.
Foto: © 2017 AFP Inoffizielle Samsung-Chef Lee Jae Yong
Der Erbe des Samsung-Konzerns, Lee Jae Yong, ist am Freitag angesichts neuer Vorwürfe in Haft genommen worden. Es sei "notwendig" Lee im Lichte "eines neu hinzugekommenen Vorwurfs und neuer Beweise" festzuhalten, erklärte ein Justizsprecher.

Der Erbe und inoffizielle Chef des Samsung-Konzerns, Lee Jae Yong, ist im Zuge neuer Vorwürfe im Korruptionsskandal um die entmachtete südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye inhaftiert worden. Es sei geboten, Lee "im Lichte eines neu hinzugekommenen Vorwurfs und neuer Beweise" in Haft zu nehmen, erklärte ein Justizsprecher am Freitag in Seoul.

Der Samsung-Konzern erklärte nach der Inhaftierung, mit der Justiz zusammenarbeiten zu wollen. "Wir werden unser Bestes tun, zur Wahrheitsfindung in den kommenden Gerichtsverhandlungen beizutragen", hieß es in der Erklärung. Der Aktienkurs des Smartphone-Branchenriesen gab am Morgen an den asiatischen Börsen um 1,5 Prozent nach.

Samsung ist in die Korruptionsaffäre verwickelt, wegen der Staatschefin Park im Dezember die Amtsvollmachten entzogen wurden. Der Großkonzern ist der größte einzelne Geldgeber der Stiftungen von Parks langjähriger Vertrauter Choi Soon Sil. Choi soll ihre Beziehungen zur Präsidentin genutzt haben, Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Zudem soll sie sich in Regierungsgeschäfte eingemischt haben.

Der 48-jährige Lee ist der einzige Sohn von Samsung-Chef Lee Kun Hee, seit einer Herzattacke seines Vaters im Jahr 2014 steht er de facto schon jetzt an der Spitze des Großkonzerns. Mit Genehmigung von Lee soll Samsung umgerechnet 34,5 Millionen Euro an Chois Stiftungen gezahlt haben.

Die Ermittler vermuten den Konzern auch hinter Millionengeldern, mit denen Choi die Reitausbildung ihrer Tochter in Deutschland finanziert haben soll. Lee und seine Anwälte dementieren die Zahlungen nicht. Sie argumentieren jedoch, der Konzern habe dafür keine Gegenleistungen erwartet oder erhalten. Deshalb handele es sich auch nicht um Bestechung.

Bei ersten Anhörungen im Januar hatte das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft auf einen Haftbefehl gegen Lee abgelehnt. Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft jedoch einen neuen Antrag gestellt. Einen Antrag auf einen weiteren Haftbefehl gegen einen zweiten ranghohen Samsung-Vertreter lehnte das Gericht mit dem Hinweis auf dessen untergeordnete Rolle in dem Skandal ab.

Autor: Seoul (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Seit Sonntagfrüh, 19. März, wird in Regensburg die 20-jährige Malina Klaar vermisst.

Polizeieinsatz

Intensive Suche nach Malina: Hubschrauber fliegen, Boote fahren, Zeugen werden befragt

Die Kripo Regensburg führte ihre Ermittlungen im Vermisstenfall von Malina Klaar weiterhin intensiv, jedoch weniger öffentlichkeitswirksam fort und ging am Dienstag, 28. März, im Stadtgebiet Regensburg gezielt auf die Suche nach neuen Hinweisen aus der Bevölkerung. mehr ...

Hundeschule

Tierfreunde vor dem Aus: Wo darf man denn noch Hunde trainieren?

Das Ehepaar Hajek aus Stammham soll seine Hundeschule zusperren. Doch kampflos geben die Tierfreunde nicht auf. mehr ...

Blaulicht

Am Dienstagmorgen

Crash auf der Westtangente: Frau verletzt, hoher Sachschaden

Unfall auf der Straubinger Westtangente! mehr ...

Rettungshubschrauber

Arbeiter schwer verletzt

Schlimmer Arbeitsunfall in Waldkraiburg

Am 26.03.2017 ereignete sich gegen 20.24 Uhr in einer Fabrik in der Reichenberger Straße ein schlimmer Arbeitsunfall mehr ...

Protest

Protest gegen AfD-Veranstaltung im Garchinger Wirtssepperl

Auf 15 AfDler trafen etwa 30 Demonstranten. Die Veranstaltung verlief dennoch friedlich. mehr ...

mehr Bilder ansehen
I Am Not Your Negro

I Am Not Your Negro

In seinem Essayfilm versucht Raoul Peck Mythen über Schwarze in Nordamerika in Frage zu stellen. Die erzählerische Klammer ist die Prosa des Autors James Baldwin. Historisch nimmt Peck die Ermordungen der schwarzen Ikonen Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King Jr. In den 1960er-Jahren als Ausgangspunkt. Über die Montage von Bildern und Musik entsteht ein kritisches "Medley" (Peck) über afroamerikanische Kultur. mehr ...