13.08.2017

Washington (AFP)

Trump bekräftigt Nordkorea-Drohungen trotz internationaler Appelle

Japan brachte am Samstag für den Ernstfall seine Patriot-Flugabwehrraketen in Stellung.
Foto: © 2017 AFP Patriot-Flugabwehrraketen in Tokio
Trotz internationaler Appelle zur Deeskalation hat US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Nordkorea seine Drohung mit "militärischen Maßnahmen" bekräftigt.

Trotz internationaler Appelle zur Deeskalation hat US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Nordkorea seine Drohung mit "militärischen Maßnahmen" bekräftigt. Die US-Regierung sei "mit ihren Alliierten" bereit, jeder Bedrohung durch Nordkorea mit "der ganzen Bandbreite diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Maßnahmen" zu begegnen, erklärte das Weiße Haus am Wochenende. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warf Trump vor, "vom eigenen Golfclub heraus das Inferno zu beschwören".

Gabriel bezeichnete in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben) Trump als "verantwortungslos". Der US-Präsident mache Urlaub und rede "nebenbei mal eben über Höllenfeuer und Wut", kritisierte der SPD-Politiker. Er appellierte an die USA und Südkorea, das bevorstehende Militärmanöver beider Staaten "so wenig provokativ wie möglich" abzuhalten. Das Manöver könne dazu führen, "dass Nordkorea die Gelegenheit zu neuen Provokationen nutzt, zum Beispiel, um eine Mittelstreckenrakete auf Guam abzufeuern".

Trump hatte bei einem Telefongespräch mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron am Samstag über die "zunehmend gefährliche Lage im Zusammenhang mit Nordkoreas destabilisierendem und eskalierendem Verhalten" beraten, wie das Weiße Haus erklärte. Macron forderte in einer Erklärung in Paris eine "abgestimmte, entschlossene und effiziente" Vorgehensweise der Weltgemeinschaft, um Pjöngjang zur "Wiederaufnahme des Dialogs ohne Vorbedingungen" zu bewegen.

Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte, das "nordkoreanische Regime" sei die "Ursache des Problems". London arbeite mit den USA und den Partnern in der Region daran, "diese Krise diplomatisch zu beenden".

Chinas Staatschef Xi Jinping forderte Trump dagegen laut einem Bericht des Staatsfernsehens erneut auf, "Worte und Taten" zu vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der Koreanischen Halbinsel verschlimmerten. Alle Beteiligten müssten "Zurückhaltung üben" und "den Weg des Dialogs, der Verhandlungen und einer politischen Lösung weitergehen", sagte Xi. China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas. Auch Russland hatte sich zuvor "alarmiert" über Trumps Wortwahl gezeigt.

Nordkorea droht mit einem Angriff im Gebiet um den US-Außenposten Guam im westlichen Pazifik, wo derzeit etwa 6000 US-Soldaten stationiert sind. Sollte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un "irgendetwas mit Guam machen", werde er das "bereuen, und zwar schnell", sagte Trump daraufhin auf seinem Golfplatz in Bedminster. Das Weiße Haus teilte mit, US-Armeeeinheiten stünden "bereit", Guam zu verteidigen.

Japan brachte am Samstag seine Raketenabwehr in Stellung. Das System sei in mehreren Städten im Westen des Landes installiert worden, berichteten der Rundfunksender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo News. Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen. Die Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete zudem von einem vor der Küste stationierten Zerstörer.

In Richtung Guam abgefeuerte Raketen aus Nordkorea könnten auch japanisches Gebiet überfliegen. Tokio hatte angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mahnte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse Trump gegenüber klarstellen, dass es für atomare Präventivschläge der USA gegen Nordkorea von Deutschland keine Unterstützung gebe. "Die Haltung der SPD ist klar: An einer solchen militärischen Auseinandersetzung mit Nordkorea wird sich Deutschland unter keinen Umständen beteiligen", sagte Oppermann dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe).

Laut einer Forsa-Umfrage macht sich derzeit jeder dritte Deutsche (33 Prozent) große Sorge, dass es in Folge des Konflikts zwischen Nordkorea und den USA einen Atomkrieg geben könnte.

Autor: Washington (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Verkehrsunfall in Aicha vorm Wald

Polizei sucht mögliche Zeugen des Unfalls, bei dem ein 19-Jähriger verstarb

Ein 19-Jähriger war am Sonntag von einem Auto auf der Staatsstraße 2126 zwischen Aicha vorm Wald und Eging am See erfasst worden und starb noch am Unfallort an seinen Verletzungen - die Polizei sucht mögliche Zeugen. mehr ...

Unfall, Helm, Motorrad, Motorradhelm, Motorradunfall, Kradfahrer, Krad

Tragödie auf der Staatsstraße

16-Jähriger stirbt bei schwerem Unfall im Landkreis Landshut

Tragödie im Landkreis Landshut: Am späten Mittwochnachmittag ist ein 16-Jähriger bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. mehr ...

Unfall in der Nacht

Crash im dichten Nebel: Pkw fährt auf der A3 auf einen Lkw auf

Kurz vor 22 Uhr am Mittwochabend, 18. Oktober, kam es auf der Autobahn A3 bei Regensburg im selben Streckenabschnitt wie nur wenige Stunden zuvor zu einem Verkehrsunfall. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Bus, Busse, RVV, ÖPNV

ÖPNV

Nach dem Badespaß wird in Regensburg jetzt auch das Busfahren teurer

Nach der Preiserhöhung bei den Bädern wird jetzt bekannt, dass auch das Busfahren teurer wird. Die Prese steigen um knapp drei Prozent. mehr ...

Verkehr

Chaostage auf der A3: Laut Polizei vier Auffahrunfälle im Stau

Die letzten Tage herrschte das Verkehrschaos in und um Regensburg. Jetzt schilderte die Polizei nochmals die Ereignisse des 19. Oktober. Fakt ist: Das ist ein Vorgeschmack auf das, was beim Ausbau der A3 passieren wird. mehr ...

Geostorm 3D

Geostorm 3D

Die Erde wurde von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Also richtet die Weltgemeinschaft ein Satellitensystem ein, das Erde und Menschen schützen und warnen soll. Doch plötzlich wendet sich das Sicherheitssystem gegen seine Errichter, und die Satelliten greifen die Menschen an. Wissenschaftler Jake und sein Bruder müssen den Fehler im System aufspüren, denn es droht ein "Geostorm", eine Klimakatastrophe, die die Menschheit auslöschen könnte. mehr ...