17.02.2017

Istanbul (AFP)

Türkische Religionsbehörde verurteilt Vorgehen gegen Ditib-Imame

Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat die Durchsuchungen bei vier türkischen Imamen in Deutschland scharf verurteilt. Gegen seine Behörde laufe eine "Diffamierungskampagne", erklärte Diyanet-Direktor Mehmet Görmez.
Foto: © 2017 AFP Ditib-Büro in Köln
Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat die Durchsuchungen bei vier türkischen Imamen in Deutschland scharf verurteilt. Gegen seine Behörde laufe eine "Diffamierungskampagne", erklärte Diyanet-Direktor Mehmet Görmez.

Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat die Durchsuchungen bei vier türkischen Imamen in Deutschland scharf verurteilt. Diyanet-Direktor Mehmet Görmez beklagte in einer Erklärung am Freitag eine Diffamierungskampagne voll "falscher Vorwürfe" gegen seine Behörde und den türkischen Moscheeverband Ditib. Er versicherte, die betroffenen Geistlichen hätten sich keiner "illegalen Handlungen" schuldig gemacht und die Vorwürfe der Spionage seien völlig unbegründet.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Wohnungen von vier Ditib-Imamen durchsuchen lassen. Sie werden verdächtigt, in ihren Gemeinden im Auftrag von Diyanet Informationen zu den Anhängern des islamischen Predigers Fethullah Gülen gesammelt zu haben, der in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich gemacht wird.

Görmez äußerte die Erwartung, dass die deutschen Behörden "diesen unvernünftigen und sinnlosen Prozess" beenden. Er warnte, die durch die Medien verbreiteten "unbewiesenen Vorwürfe" könnten "ein irreparables Trauma" bei den Muslimen verursachen. Das Verhältnis von Diyanet und Ditib sei "zu wichtig, um für diplomatische, politische oder ideologische" Zwecke missbraucht zu werden.

Görmez erklärte, sechs Imame, die "ihre Befugnisse überschritten haben sollen", seien "als Zeichen des guten Willens" in die Türkei zurückberufen worden, um "das gegenseitige Vertrauen" zu bewahren. Sie hätten aber niemals Spionage betrieben, versicherte Görmez. Noch nie sei einem Diyanet-Mitarbeiter erlaubt worden, "Aktivitäten außerhalb seiner beruflichen Aufgaben" nachzugehen.

Am Donnerstag hatte bereits der türkische Justizminister Bekir Bozdag das Vorgehen gegen die Imame als "klaren Verstoß gegen internationale Abkommen und die deutsche Verfassung". Schließlich sei die Religions- und Glaubensfreiheit dort festgeschrieben, sagte Bozdag. Er warf den deutschen Behörden mit Blick auf die Gülen-Bewegung vor, "den Behauptungen von Terroristen" Glauben zu schenken.

Autor: Istanbul (AFP)

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