19.03.2017

Beirut (AFP)

Überraschungsangriff von Dschihadisten in Damaskus löst schwere Gefechte aus

Ein Überraschungsangriff von Dschihadisten in Damaskus hat dort am Sonntag heftige Gefechte mit regierungstreuen Kräften ausgelöst. Die syrische Regierung bestritt einen Vorstoß der islamistischen Kämpfer ins Zentrum der Hauptstadt.
Foto: © 2017 AFP Sicht auf das umkämpfte Viertel Dschabar in Damaskus
Ein Überraschungsangriff von Dschihadisten in Damaskus hat dort am Sonntag heftige Gefechte mit regierungstreuen Kräften ausgelöst. Die syrische Regierung bestritt einen Vorstoß der islamistischen Kämpfer ins Zentrum der Hauptstadt.

Ein Überraschungsangriff von Dschihadisten in Damaskus hat dort am Sonntag heftige Gefechte mit regierungstreuen Kräften ausgelöst. Die syrische Regierung bestritt einen Vorstoß der islamistischen Kämpfer ins Zentrum der Hauptstadt. Israel drohte Syrien mit der Zerstörung seiner Luftabwehrsysteme, sollte die syrische Armee erneut israelische Kampfflugzeuge mit Raketen beschießen. Im zentralsyrischen Homs verließen über 1500 Rebellen und Zivilisten das letzte von Aufständischen kontrollierte Viertel.

In Damaskus versuchten Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front und andere mit ihnen verbündete Aufständische, vom östlichen Stadtteil Dschabar aus zum zentralen Abbasiden-Platz vorzustoßen. Die Fateh-al-Scham-Front ist aus der Al-Nusra-Front, dem ehemaligen Al-Kaida-Ableger in Syrien, hervorgegangen.

Der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte, die Rebellen hätten die Regierungskräfte "mit zwei Autobombenanschlägen und mehreren Selbstmordattentätern angegriffen". Die Regierung habe mehr als 30 Luftangriffe geflogen. Über Opfer konnte Rahman zunächst keine Angaben machen.

In staatlichen Medien hieß es, die Armee habe unter Einsatz von Artillerie "einen Angriff von Terroristen zurückgeschlagen". Sie habe Anwohner aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Fernsehbilder zeigten den leeren Abbasiden-Platz, der normalerweise äußerst belebt ist. Als einzige Geräusche waren Explosionen zu hören. AFP-Reporter in Damaskus berichteten, Soldaten hätten sämtliche Zugänge zu dem Platz abgesperrt. Dort stieg eine dicke Rauchsäule in den bewölkten Himmel. Im Ostteil der Stadt waren mehrere Panzer zu sehen.

Der Beobachtungsstelle zufolge diente der Angriff der bewaffneten Regierungsgegner dazu, ihre Kämpfer zu entlasten, die im Norden der Hauptstadt unter erheblichem Druck der Regierungskräfte stehen. In drei nördlichen Stadtvierteln gab es demnach seit Samstag bei anhaltenden Gefechten 21 Tote - zwölf Islamisten und neun Sicherheitskräfte. Die Angaben der den Rebellen nahestehenden Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte im Rundfunk: "Das nächste Mal, wenn die Syrer ihre Luftabwehrsysteme gegen unsere Flugzeuge einsetzen, werden wir diese ohne das geringste Zögern zerstören."

Zwischen Israel und Syrien hatte es in der Nacht zum Freitag die schwersten militärischen Zusammenstöße seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor sechs Jahren gegeben. Nach Angaben der israelischen Armee flog die Luftwaffe Angriffe auf Waffenlieferungen, die für die mit Syrien verbündete libanesische Hisbollah-Miliz bestimmt gewesen seien.

In der Folge seien mehrere Raketen aus Syrien abgefeuert worden, die allerdings keinen Schaden angerichtet hätten. Dagegen erklärte die syrische Armee, sie habe einen israelischen Kampfjet abgeschossen und einen weiteren in der Nähe der Wüstenstadt Palmyra getroffen.

In Syriens drittgrößter Stadt Homs verließen am Wochenende mehr als 1500 Menschen das letzte Viertel unter Kontrolle der Aufständischen. Das Viertel Waer wurde unter der Aufsicht russischer Soldaten evakuiert. Unter der Schirmherrschaft Russlands, des Hauptverbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad, hatten die Regierung und die Rebellen eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.

Im Zuge der Evakuierungsaktion sollen mehrere tausend Aufständische und ihre Angehörigen die Stadt verlassen, was mehrere Wochen dauern dürfte. Ein AFP-Reporter sah, wie mehrere Busse den Stadtteil verließen. Darin saßen dutzende Rebellenkämpfer - jeweils mit einem Gewehr - sowie Zivilisten, unter ihnen viele Kinder.

Vorgesehen ist, dass sie in von Rebellen kontrollierte Teile der Provinz Homs, in die an der türkischen Grenze gelegene Stadt Dscharablus in der nördlichen Provinz Aleppo oder in die nordwestliche Provinz Idlib gebracht werden. Idlib ist die letzte große Bastion der bewaffneten Aufständischen.

Autor: Beirut (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Gefesselt, Seil, Hinrichtung

Zur Schau gestellt

Brutaler Vergewaltiger im Jemen öffentlich hingerichtet

Im Jemen wurde ein Mann, der ein vierjähriges Mädchen vergewaltigte und im Anschluss ermordete, nun öffentlich hingerichtet. mehr ...

Volksfestpolizei 2017

Der Volksfest-Polizeibericht vom Freitag

Neunjähriger Bub ging bei der Lampionfahrt verloren

Körperverletzungen, Rangeleien, Platzverweise und Festnahmen. Auch am Donnerstag wurde der Polizei auf dem Straubinger Gäubodenvolksfest nicht langweilig. mehr ...

Polizeiauto Blaulicht

Die Landshuter Beamten wissen sich einfach zu helfen

Polizist leiht sich Radl und schnappt den Täter!

So schnell muss man erst einmal reagieren: Ein Polizist schnappte sich das Fahrrad eines Geschädigten, um den Täter zu verfolgen. Nach wenigen hundert Metern war die Flucht dann auch beendet. mehr ...

Zöllner stoppen zwei Drogenschmuggler: Hunderte Ecstasy-Pillen im Weißbrot versteckt

Kontrolle

Zöllner stoppen zwei Drogenschmuggler: Hunderte Ecstasy-Pillen im Weißbrot versteckt

Vor einigen Tagen überprüften Zollbeamte der Kontrolleinheit Verkehrswege Regensburg auf einem Rastplatz in der Nähe von Straubing ein aus den Niederlanden kommendes Fahrzeug. Auf Befragen gaben die beiden Fahrzeuginsassen an, sich auf dem Weg nach Österreich zu befinden, verbotene Gegenstände wie Waffen oder Drogen haben sie jedoch nicht dabei. mehr ...

Ein Spaziergänger fand Ende Juli an einem Waldrand im Haunstetter Wald (Stadt Augsburg) seltsam aussehende Pflanzen in Töpfen. Nachdem ihm durch eigene Recherchen bewusst war, dass es sich hierbei offenbar um Cannabispflanzen handelte, verständigte er die Polizei.

Ideen muss man haben ...

Gärtnern in den Baumwipfeln: Marihuana-Plantage in luftiger Höhe entdeckt

Ein Spaziergänger fand Ende Juli an einem Waldrand im Haunstetter Wald (Stadt Augsburg) seltsam aussehende Pflanzen in Töpfen. Nachdem ihm durch eigene Recherchen bewusst war, dass es sich hierbei offenbar um Cannabispflanzen handelte, verständigte er die Polizei. mehr ...

Happy Family 3D

Happy Family 3D

Die Wünschmanns stecken in Schwierigkeiten: Emmas Buchhandlung steht am Abgrund, ihr Mann Frank ist überarbeitet, ihre beiden Kinder kämpfen mit Pubertät und Mobbing. Als wäre das nicht schon genug, wird die Familie von Hexe Baba Yaga in Monster verwandelt! Nun müssen sie als Vampirin, Frankenstein, Mumie und Werwolf die Magierin jagen, um den Fluch aufzuheben. Unterwegs begegnen sie echten Monstern, die die Wünschmanns zum Fressen gern haben. mehr ...