13.08.2017

Caracas (AFP)

Venezuela wirft Trump Gefährdung von Frieden und Stabilität in Lateinamerika vor

Die Regierung in Venezuela wirft US-Präsident Trump vor, Frieden und Stabilität in Lateinamerika zu gefährden. Trumps "tollkühne Drohung" mit einer militärischen Option für Venezuela ziele darauf ab, Lateinamerika "in einen Konflikt hineinzuziehen".
Foto: © 2017 AFP Regierungsgegner demonstrieren am Samstag in Caracas
Die Regierung in Venezuela wirft US-Präsident Trump vor, Frieden und Stabilität in Lateinamerika zu gefährden. Trumps "tollkühne Drohung" mit einer militärischen Option für Venezuela ziele darauf ab, Lateinamerika "in einen Konflikt hineinzuziehen".

Die Regierung in Venezuela hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, Frieden und Stabilität in Lateinamerika zu gefährden. Trumps "tollkühne Drohung" mit einer militärischen Option für Venezuela ziele darauf ab, Lateinamerika und die Karibik "in einen Konflikt hineinzuziehen", sagte Außenminister Jorge Arreaza beim Verlesen eine Erklärung von Staatschef Nicolás Maduro am Samstag. Die Aussicht auf einen möglichen US-Militäreinsatz löste auch bei anderen Ländern der Region Besorgnis aus.

Chile, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua und Peru sprachen sich gegen eine Militärintervention aus. Das brasilianische Außenministerium wandte sich gegen "Gewalt und jegliche Option, die eine Gewaltanwendung beinhaltet". Der mexikanische Außenminister Luis Videgaray schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Krise in Venezuela könne nicht militärisch gelöst werden.

Maduro hatte Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru früher beschuldigt, "Lakaien" der USA zu sein und ihnen vorgeworfen, die Demonstrationen von gewaltbereiten Regierungsgegnern zu seinem Sturz zu unterstützen.

Der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosur lehnte die "Anwendung von Gewalt" ebenfalls ab. Einzige Mittel zur Beilegung der Krise in Venezuela seien "Dialog und Diplomatie". Der Mercosur hatte Venezuelas Mitgliedschaft wegen Verstößen gegen die Charta der Staatengemeinschaft - Verletzung vereinbarter Handelsnormen und demokratischer Regeln - im vergangenen Dezember ausgesetzt.

Trump hatte am Freitag gesagt, für Venezuela gebe es mehrere Möglichkeiten, "darunter eine militärische Option, falls nötig". Zuvor hatte Maduro den US-Präsidenten am Donnerstag nach Angaben von Venezuelas Außenamtschef noch um eine persönliches Gespräch gebeten - per Telefon oder von Angesicht zu Angesicht während der UN-Vollversammlung im September. Das Weiße Haus hatte darauf geantwortet, Trump werde mit dem Staatschef Venezuelas sprechen, "sobald die Demokratie in Venezuela wiederhergestellt" sei.

Venezuelas verfassunggebende Versammlung erklärte unterdessen ihre "absolute Unterstützung" für den linksnationalistischen Staatschef. Ihre Mitglieder - sämtlich aus dem Maduro-Lager - erklärten, für den Fall einer Militärintervention "zu allem bereit" zu sein. Das Versammlungsmitglied Nicolás Maduro Guerra, Sohn des Präsidenten, rief: "Die Gewehre werden in New York ankommen, Herr Trump!"

Die USA und ein Dutzend lateinamerikanische Staaten lehnen die verfassunggebende Versammlung als unrechtmäßig ab. Die Mitte-Rechts-Opposition wirft Maduro vor, das Parlament mittels der Versammlung aushebeln und in Venezuela eine "Diktatur wie in Kuba" errichten zu wollen.

Die im Tisch der demokratischen Einheit (Mesa de la Unidad Democrática, MUD) zusammengeschlossene Opposition reagierte zunächst nicht förmlich auf Trumps Drohung. Der venezolanische Verteidigungsminister, General Vladimir Padrino, forderte die Opposition per Twitter auf, Stellung zu beziehen und einen "Funken Patriotismus" zu zeigen.

Die Opposition befindet sich an einem Scheideweg. Für die in einigen Monaten stattfindenden Regionalwahlen stellte sie Kandidaten auf, obwohl sie den Nationalen Wahlrat (CNE) beschuldigt, bei der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung Ende Juli den "größten Betrug aller Zeiten" begangen zu haben.

Die Wahlbehörde setzte den Termin für die Regionalwahlen am Samstag auf Oktober fest, ohne bereits ein konkretes Datum zu nennen. Ursprünglich sollten die Gouverneure im Dezember gewählt werden. Eigentlich hatten die Wahlen im vergangenen Jahr stattfinden sollen. Der Nationale Wahlrat verschob sie jedoch.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Seit Anfang April wurden bei den politischen Unruhen mindestens 125 Menschen getötet.

Autor: Caracas (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Verkehrsunfall in Aicha vorm Wald

Polizei sucht mögliche Zeugen des Unfalls, bei dem ein 19-Jähriger verstarb

Ein 19-Jähriger war am Sonntag von einem Auto auf der Staatsstraße 2126 zwischen Aicha vorm Wald und Eging am See erfasst worden und starb noch am Unfallort an seinen Verletzungen - die Polizei sucht mögliche Zeugen. mehr ...

Unfall, Helm, Motorrad, Motorradhelm, Motorradunfall, Kradfahrer, Krad

Tragödie auf der Staatsstraße

16-Jähriger stirbt bei schwerem Unfall im Landkreis Landshut

Tragödie im Landkreis Landshut: Am späten Mittwochnachmittag ist ein 16-Jähriger bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. mehr ...

Unfall in der Nacht

Crash im dichten Nebel: Pkw fährt auf der A3 auf einen Lkw auf

Kurz vor 22 Uhr am Mittwochabend, 18. Oktober, kam es auf der Autobahn A3 bei Regensburg im selben Streckenabschnitt wie nur wenige Stunden zuvor zu einem Verkehrsunfall. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Bus, Busse, RVV, ÖPNV

ÖPNV

Nach dem Badespaß wird in Regensburg jetzt auch das Busfahren teurer

Nach der Preiserhöhung bei den Bädern wird jetzt bekannt, dass auch das Busfahren teurer wird. Die Prese steigen um knapp drei Prozent. mehr ...

Verkehr

Chaostage auf der A3: Laut Polizei vier Auffahrunfälle im Stau

Die letzten Tage herrschte das Verkehrschaos in und um Regensburg. Jetzt schilderte die Polizei nochmals die Ereignisse des 19. Oktober. Fakt ist: Das ist ein Vorgeschmack auf das, was beim Ausbau der A3 passieren wird. mehr ...

Geostorm 3D

Geostorm 3D

Die Erde wurde von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Also richtet die Weltgemeinschaft ein Satellitensystem ein, das Erde und Menschen schützen und warnen soll. Doch plötzlich wendet sich das Sicherheitssystem gegen seine Errichter, und die Satelliten greifen die Menschen an. Wissenschaftler Jake und sein Bruder müssen den Fehler im System aufspüren, denn es droht ein "Geostorm", eine Klimakatastrophe, die die Menschheit auslöschen könnte. mehr ...