17.05.2017, 10:31 Uhr

Kommentar von Mike Schmitzer Wasserzweckverband: Die Reaktionszeit einer Schlaftablette

Foto: 123rf (Foto:Schmid)Foto: 123rf (Foto:Schmid)

Wie kann man mehr als drei Stunden für die Weitergabe einer so wichtigen Information brauchen?

LK_19ALTÖTTING "Ja mei, a bissl Reaktionszeit braucht ma schon". So lautete die Antwort eines verantwortlichen Mitarbeiters des Wasserzweckverbands Inn-Salzach auf meine Nachfrage, warum die Medien (und somit auch die Bevölkerung) erst am Montag um 21.41 Uhr per eMail über die Abkochverordnung des Trinkwassers in Stammham und Haiming informiert wurden?

A bissl Reaktionszeit? Nach Aussagen des Landratsamtes Altötting wurde der Wasserzweckverband bereits am Montag zwischen 16 Uhr und 16:30 Uhr telefonisch durch das Gesundheitsamt darüber informiert, dass eine Abkochanordnung ergehen wird. Um 18:24 Uhr erhielt der Wasserzweckverband die Abkochanordnung per Fax und 7 Minuten später noch einmal per eMail.

So jetzt rechnen wir mal: Von 18:24 Uhr bis 21:41 Uhr sind 3 Stunden und 17 Minuten vergangen. Wie kann es denn bitte 3 Stunden und 17 Minuten dauern, eine eMail an die Medien zu schicken - zumal wesentliche Teile einfach aus der eMail des Gesundheitsamtes hätten herauskopiert werden können?

3 Stunden und 17 Minuten länger als nötig, mussten die Stammhamer und Haiminger das verunreinigte Wasser trinken, bzw. anderweitig nutzen. Die viel zu späte Weitergabe der Abkochverordnung hatte noch einen anderen negativen Effekt: Die Tagespresse konnte nicht bereits am Dienstag, sondern erst am Mittwoch darüber berichten.

"Ja mei a bissl Reaktionszeit braucht ma schon"? Ernsthaft? Da ist ja eine Schlaftablette schneller als der Wasserzweckverband. Kann bitte jemand dem Wasserzweckverband einen gehörigen Tritt in den Hintern geben? Immerhin geht es um unsere Gesundheit!

P.S.: Der Zeitraum von vier Tagen vom ersten Nachweis der Enterokokken in Niedergottsau (am 11. Mai) bis hin zur Abkochverordnung (am 15. Mai), erschien einigen Lesern und auch mir persönlich zu lang. Wie das Landratsamt mir aber nachvollziehbar erklärte, sei das ein üblicher Zeitrahmen weil die Proben ausgewertet und das weitere Vorgehen mit anderen Behörden besprochen werden musste. Nicht nachvollziehbar ist - wie oben ausführlich dargelegt - die Schlaftablettenvorgehensweise des Wasserzweckverbands, als die Abkochanordnung schon fix war.


0 Kommentare