31.08.2010, 15:23 Uhr

Umai Butt sammelt Spenden für seine Landsleute in Pakistan „Wir können die Menschen doch nicht sterben lassen!”

Umair Butt (32) ist gebürtiger Pakistani, lebt seit 2003 in Deutschland und hat eine Wohnung in Tittmoning. Nächtelang zerbricht er sich den Kopf, wie er seinen Landsleuten helfen kann. „Ich bin deutscher Staatsbürger“, erklärt er. „Doch mein Herz ist auch in meiner Heimat.“ Aus diesem Grund will er nach seinen Möglichkeiten helfen. Denn – wie er aus Telefonaten mit seiner Familie in Pakistan erfährt – läuft auch einen Monat nach Beginn der Flutkatastrophe die dringend benötigte Hilfe nur schleppend an. Butt sammelt nun auf den Bauernmärkten in der Gegend, auf denen er mit einem Käsestand vertreten ist, Spenden und verkauft Kuchen für den guten Zweck.

TITTMONING Über 700 Euro landeten schon im Spendentopf. Die überwies Umair Butt seinem Bruder nach Pakistan. Der kaufte Lebensmittel und Wasser und verteilt dies etwa 100 Kilometer von seiner Heimatstadt Lahore entfernt mit Freunden unter den hungernden Menschen. Auf dem Internetportal www.youtube.com/watch können die Videos davon unter dem Stichwort „Hochwasserhilfe von Freilassing und Garching, Käseladen“ eingesehen werden. Das Wasser steht den Menschen in Pakistan buchstäblich bis zum Hals. Seit über einem Monat kämpft das Land gegen die schlimmsten Überschwemmungen seiner Geschichte. Von der Flutkatrastrophe sind nach UN-Schätzungen bis zu 20 Millionen Menschen betroffen. Rund ein Fünftel des Territoriums wurde überschwemmt, etwa 1.600 Menschen starben. Und der Großteil der überlebenden Menschen aus den Katastrophengebieten hat weder zu essen, noch ein Dach über dem Kopf, die Sorge vor Seuchen und Krankheiten geht um. Es ist eine Tragödie und im Namen der Menschlichkeit ist die ganze Welt aufgerufen, zu helfen. Umair Butt spricht in Deutschland mit vielen Menschen. „Ich will auf das Leid in Pakistan aufmerksam machen. Das Problem ist das große Mißtrauen, dass Spendengelder nicht bei den Betroffenen ankommen. Aber wir können doch nicht alle Menschen sterben lassen, weil die Regierung Geld frisst!” Auch er selbst steht der Regierung seines Heimatlandes äußerst kritisch gegenüber. Doch er sagt: „Ich muss selbst etwas tun und nicht nur darüber weinen, dass die Regierung falsch ist.” Und so versucht er auf seine Art und Weise zu helfen, das Leid zu lindern. Butt sieht die dringend notwendige Hilfe aus der ganzen Welt noch von einem anderen Standpunkt: „Das ist die Zeit, in der der Westen Pakistan beweisen kann, dass wir Brüder sind. Das geht nicht mit Krieg. Wenn viele helfen, werden die Menschen in Pakistan ihre Meinung über Europa und den Westen ändern. Das ist die beste Methode im Kampf gegen die Taliban.” Er sagt: „Von den Taliban bekommt die breite Bevölkerung in Pakistan im normalen Leben wenig mit. doch der Teufel hat einen guten Kopf. Die Taliban helfen den Menschen in den Bergen, denen sonst keiner hilft. So werden sie dort als Schutzengel angesehen, sie gewinnen dort das Herz der Leute. Das ist clever eingefädelt.” Wer mit Umair Butt sprechen oder ihn bei seinen Bemühungen unterstützen möchte, kann ihn unter der Telefonnummer 0151-12443949 anrufen. Des weiteren ist er auf folgenden Bauernmärkten mit seinem Käsestand anzutreffen: mittwochs und samstags in Freilassing, freitags in Garching an der Alz, donnerstags und freitags in Neuötting beim Dehner sowie dienstags in der Burghauser Altstadt.


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