31.08.2017, 15:41 Uhr

Flugpersonal findet Tierchen im Klo Wasserschildkröte in Ferienflieger

Foto: Ursula Hildebrand (Foto:Schmid)Foto: Ursula Hildebrand (Foto:Schmid)

Auf einem Flug von Punta Cana (Dominikanische Republik) nach München wurde in einem Flugzeug eine Wasserschildkröte entdeckt.

FLUGHAFEN Wie die Auffangstation für Reptilien informiert, machte das Flugpersonal einen nicht alltäglichen Fund. Die Wasserschildkröte muss wohl an Bord geschmuggelt und während des Fluges im WC ausgesetzt worden sein.

„Leider kommt es regelmäßig vor, dass Urlauber aus ihren Ferien ein exotisches Tier mitbringen und dieses illegal nach Deutschland einführen wollen“, erläutert Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München.

„Allerdings ist dies für uns das erste Mal, dass der Verursacher es sich bereits auf halber Strecke anders überlegt hat. Vermutlich hat bei seiner Entscheidung, das Tier doch schnell wieder loswerden zu wollen, auch die Angst vor dem Flughafenzoll eine wichtige Rolle gespielt.“

Bei der gefundenen Art, so Baur in der Mitteilung weiter, handelt es sich um eine junge Rotwangen-Schmuckschildkröte, die der unbekannte Urlauber vermutlich auf einem Basar o.ä. erstanden hat. „Nicht selten werden solche Tiere spontan aus Mitleid gekauft, weil die Haltungsbedingungen bei den Händlern alles andere als optimal sind“, weiß Baur. „Damit tut man aber weder den Tieren noch dem Tierschutz einen Gefallen, denn mit dem Mitleidskauf werden die Zucht und der Handel noch weiter angefeuert und somit letztlich die ganze Problematik verschärft.“

Nicht zuletzt handelt es sich bei der Rotwangen-Schmuckschildkröte um keine seltene Art. In den deutschen Gewässern können diese Tiere in immer größeren Mengen beobachtet werden, weil Tierhalter, denen die Exoten lästig wurden, sie hier regelmäßig aussetzen.

Wer ein Tier illegal in die EU einführt, informiert Patrick Boncourt von der Auffangstation, muss zudem damit rechnen, dass das Urlaubsmitbringsel vom Zoll beschlagnahmt und der Importversuch mit einer hohen Geldstrafe geahndet wird.

Der blinde Passagier hat Glück: Die Schildkröte darf fortan gemeinsam mit rund 500 ihrer Artgenossen darauf warten, bis sie in sachkundige Hände weitervermittelt werden kann. (Foto: Archiv)


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