24.02.2017, 08:32 Uhr

Risikofaktoren Politik und Fachkräftemangel mit neuen Spitzenwerten Glänzender Jahresauftakt für die Wirtschaft in der Region München

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In weiterhin sehr guter Stimmung sind die Unternehmen der Region München ins neue Jahr gestartet. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen bezeichnet die Geschäftslage als gut. Hohe Risikofaktoren sind die politische Lage und der Fachkräftemangel.

MÜNCHEN Wie aus dem Bericht der IHK für München und Oberbayern hervorgeht, liegt der Konjunkturindex für die Landkreise Dachau, Ebersberg, Starnberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck sowie für Landeshauptstadt und Landkreis München bei unverändert hohen 129 Punkten.Rund die Hälfte aller befragten Unternehmen bezeichnet die Geschäftslage als „gut“, weniger als 10 Prozent hingegen als „schlecht“. Damit erreicht der Saldo mit 42 Punkten wieder das Rekordniveau aus dem Jahr 2012.

IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen ist deshalb zuversichtlich: „Der Boom geht weiter, die Unternehmen blicken nach wie vor optimistisch in die Zukunft. Über ein Viertel rechnet mit einer Belebung des Geschäfts, nur jedes zehnte Un- ternehmen befürchtet eine Eintrübung.“ Trotz guter Stimmung und äußerst günstigen  Finanzierungsbedingungen könnte man sich aber eine stärkere Investitionsdynamik erwarten. 30 Prozent wollen zwar ihre Ausgaben erhöhen, jedes zehnte Unternehmen plant dagegen den Rotstift anzusetzen. Als Gründe dürften die steigenden Energiepreise in Deutschland und die wachsenden wirtschaftspo- litischen Unsicherheiten in Frage kommen.

Immerhin nennen 55 Prozent der Unternehmer die politischen Rahmenbedin- gungen als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung, ein neuer Rekord- wert. „Auf der internationalen Bühne ist Donald Trump ein erheblicher Unsicher- heitsfaktor. Doch auch in Europa gibt es mit Brexit, den anstehenden Wahlen in Frankreich sowie der schwachen Wirtschaftsentwicklung Italiens gleich mehrere Sorgenkinder“, erklärt der IHK-Chef. Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

In diesem Zusammenhang betont Driessen die Bedeutung des freien Handels. „Insbesondere die sehr exportorientierte Wirtschaft in der Region München benö- tigt einen starken europäischen Binnenmarkt sowie weiterhin freien Zugang zum britischen und amerikanischen Markt. Ein protektionistisches Klima bedroht statt- dessen den Erfolg unserer Unternehmen.“

Einen neuen Negativrekord erreicht ebenso der Dauerbrenner Fachkräftemangel, den 46 Prozent der Unternehmer als Risiko nennen. Es ist daher mehr als fraglich, ob die Unternehmen ihre offenen Stellen besetzen können. Denn die Einstellungsbereitschaft in der Region ist nach wie vor groß: Rund jedes fünfte Unternehmen möchte mehr Personal einstellen, 11 Prozent wollen Stellen ab- bauen.


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