21.04.2017, 13:32 Uhr

Die PaWo sprach mit Tierärztin Dr. Petra Krause Angriff von Mücke und Zecke: So schützt man Bello & Co.

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Tierärztin Petra Krause erklärt, warum man sein Tier impfen lassen sollte.

PASSAU Das Gras sprießt, die Blumen wachsen, die Tage werden immer länger und wärmer und das Ungeziefer gedeiht prächtig. Grund genug, unsere vierbeinigen Freunde mit Impfungen gegen Krankheiten zu schützen, die Mücke, Zecke und Co. übertragen können. Die PaWo sprach mit der Tierärztin Dr. Petra Krause.

Bei welchen Haustieren sind welche Impfungen wichtig?

Impfungen sind grundsätzlich im Kleintierbereich bei Hunden, Katzen, Kaninchen und Frettchen nötig. Hunde sollten unbedingt gegen Staupe, Zwingerhusten, Parvovirose, Hepatitis, Leptospirose und Tollwut geimpft werden. Die Impfung gegen Borreliose (von Zecken übertragene Krankheit) empfiehlt sich sehr für Hunde, die viel im Wald oder auf den Wiesen unterwegs sind oder bei denen keine durchgehende Zeckenprophylaxe durchgeführt wird. Die Impfung gegen Herpes sollte bei Zuchthündinnen durchgeführt werden.

Von allen genannten Impfungen halte ich die Impfung gegen Zwingerhusten, Parvovirose und Leptospirose am nötigsten. Tollwut muss aus rechtlichen Gründen auch immer geimpft werden. Bei der Leptospirose sollte darauf geachtet werden, dass möglichst viele Impfstämme im Impfstoff vorhanden sind, was durch L4 oder Lmulti im Impfbuch gekennzeichnet ist. DIese Impfung ist sehr wichtig, da die Krankheit sehr gefährlich ist.

Freigängerkatzen sollten gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen, Chlamydien, Leukose und FIP geimpft werden. Bei Hauskatzen reicht die Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen.

Kaninchen sollten unbedingt gegen Myxomatose (von Fliegen und Mücken übertragen) geimpft werden. Die Impfung gegen RHD (rabbit haemorrhagic disease) ist nur in größeren Kaninchenbeständen nötig. Frettchen sollten vor allem gegen Staupe geimpft werden.

Wie gefährlich sind Impfungen für Tiere?

Im Großen und Ganzen sind Impfungen sehr gut verträglich. Es könnten Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle und Müdigkeit, sowie Fressunlust auftreten. Fieber ist selten der Fall. Natürliche Alternativen gibt es nicht. Schwere Impfkomplikationen sind extrem selten. Die Alternative zur Borrelioseimpfung ist eine durchgehende gute Zeckenprophylaxe mittels Tabletten oder Spot-ons.

Was passiert, wenn man nicht impfen lässt?

Wenn man nicht impfen lässt, geht man die Gefahr ein, dass die Tiere an den genannten Krankheiten erkranken. Die Krankheiten sind sehr gefährlich und, da es sich hauptsächlich um Viren handelt, sehr schwer zu behandeln. Todesfälle sind nicht selten. Das Risiko nach einer Impfung zu erkranken, ist im Vergleich zu den Risiken, die man eingeht, wenn man nicht impft, minimal. Deshalb ist in jedem Fall zur Impfung zu raten.

Was mache ich etwa mit einer Katze, die partout nicht in die Transportbox will?

Falls eine Katze partout nicht in die Transportbox will kann man eine Impfung auch bei einem Hausbesuch durchführen. Allerdings ist es dann oft der Fall, dass man als Tierarzt zusammen mit dem Besitzer die Katze durch die Wohnung scheucht ohne sie sicher zu erwischen.

Die meisten Katzen kann man trotz aller Widerstände mit etwas Nachdruck in die Box setzen. Boxen, die sich nach oben öffnen lassen, sind in jedem Fall besser als eine Box aus Korbmaterial, in dem sich die Katze dann verhaken kann. Der Impftermin gibt dem Tierarzt dann auch die Möglichkeit das Tier in der Regel einmal im Jahr gründlich zu untersuchen und frühzeitig Krankheiten (z.B. Zahnprobleme oder Herzerkrankungen) festzustellen.

Thema Zecken: Welche (natürlichen?) Mittel wirken?

Zur Zeckenprophylaxe sind mittlerweile viele sehr gute Präparate auf dem Markt. Für Hund sind z.B. die Monats- bzw. Dreimonatstabletten Bravecto, Simparica, Nexgard auf dem Markt. Es gibt auch diverse sehr gute Spot-on Präparate, z.B. Vectra 3 D, Frontect oder Bravecto. Als Halsbänder lässt sich das Seresto-Halsband oder Scalibor- Halsband empfehlen. Die meisten Präparate sind sehr gut verträglich und bieten einen zuverlässigen Schutz.

Für die Katzen gibt es das Spot on Broadline und auch ein 3-Monatspräparat, das Bravecto. Als Halsband lässt sich Seresto empfehlen. Frontline bietet keinen zuverlässigen Schutz gegen Zecken. Die meisten natürlichen Mittel wirken unzureichend. Kokosöl oder ähnliches wird oft versucht. Damit gehen die Besitzer insbesondere bei Hunden ein großes Risiko ein, da die Zecken viele Krankheiten übertragen, gegen die der Hund dann nicht geschützt ist.


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