11.07.2017, 11:14 Uhr

Der Fall sorgte im November 2016 für Schlagzeilen Dominik R.: Prozess wegen Mordes an Freundin im August

Foto: 123rf.com (Foto:Schmid)Foto: 123rf.com (Foto:Schmid)

Der Freyunger habe laut Staatsanwaltschaft wild auf Lisa H. eingestochen.

FREYUNG / PASSAU Dieser Mordfall sorgte im November 2016 für internationale Schlagzeilen: Die eigene Mutter fand die in einem Plastiksack versteckte Leiche von Lisa H. (†, 20) am 12. November 2016, der dringend tatverdächtige Lebensgefährte Dominik R. (jetzt 23) war mit dem gemeinsamen Sohn (damals 18 Monate) seit dem 27. Oktober auf der Flucht.

Spektakulär auch die Festnahme: Hinweise der 20-köpfigen SoKo bei der Kripo Passau hatten dazu geführt, dass spanische Polizisten den Freyunger am 19. November in einem Hotelzimmer in Llorett de Mar überwältigen konnten. Am 1. Dezember wurde Dominik R. nach Deutschland überführt, seitdem schweigt er zu den Tatvorwürfen.

Dienstagmorgen gab das Landgericht Passau erste Details zum Tathergang bekannt: „Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, gegen seine Freundin mehrfache heftige Messerstiche und -schnitte von vorn in Richtung des Hals- und Kopfbereichs geführt zu haben, die bis zur Halswirbelsäule gereicht haben sollen. Venöse Halsgefäße sollen vollständig durchsetzt, zwei Zähne stichbedingt abgetrennt worden sein, es soll zu Knochenabsplitterungen im Schädeldach und mehreren Durchtrennungen im Schulterbereich gekommen sein, die Getötete soll zudem tiefgreifende aktive Abwehrverletzungen am rechten und linken Handbereich erlitten haben. In der Folge soll die Geschädigte verblutet sein“.

Die Staatsanwaltschaft gehe weiter davon aus, dass „der Angeklagte die Arg- und Wehrlosigkeit der Getöteten, die sich im Schlafzimmer befunden habe, ausgenutzt habe“.

Zum Motiv heißt es: „Ferner habe der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen gehandelt, da er nicht habe hinnehmen wollen, dass die Getötete nicht ihn gewählt habe, sondern eine neue Liebesbeziehung eingegangen sei, ihm sein Sohn entzogen werden und der neue Partner eine Vaterrolle einnehmen könnte.“

Der Prozess wegen Mordes beginnt am 22. August 2017. Die Eltern der Getöteten und deren Sohn wurden als Nebenkläger zum Verfahren zugelassen. Zur Hauptverhandlung sind vorerst 42 Zeugen und vier Sachverständige geladen! Es wurden deshalb bereits zwölf Fortsetzungstermine bestimmt.

Die zweite Strafkammer des Landgerichts Passau als Schwurkammer habe darauf hingewiesen, dass auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht kommen könnte!


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