22.08.2017, 11:03 Uhr

Mordfall Prozessauftakt im Mordfall Dominik R.: Angeklagter schweigt weiterhin – hat er Lisa erstochen?

Hat Dominik R. seine ehemalige Freundin Lisa H. in Freyung kaltblütig ermordet? Foto: Fuller Elisabeth (Foto:Schmid)Hat Dominik R. seine ehemalige Freundin Lisa H. in Freyung kaltblütig ermordet? Foto: Fuller Elisabeth (Foto:Schmid)

Am Dienstag, 22. August, fand im Passauer Landgericht der Prozessauftakt gegen den wegen Mord angeklagten Dominik R. aus Freyung statt.

PASSAU/FREYUNG Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Freund der getöteten Lisa H. heimtückischen Mord mit einem Messer aus niedrigen Beweggründen vor, das Gericht hält aber auch eine Verurteilung wegen Totschlags für möglich. Dominik R. soll Lisa H. brutalst im Schlaf erstochen haben. Übersäht von Messerstichen fanden die Beamten damals ihre Leiche in Lisas Wohnung. Mehrfach musste der Täter sie attackiert haben, angefangen am Hals über den Kopf bis hin zur Wirbelsäule und den Armen und Händen. Lisa H. verblutete qualvoll.

Am ersten Prozesstag war jedoch nach einer halben Stunde Schluss im Gerichtssaal. Der Staatsanwalt verlas lediglich die Anklageschrift und stellte die Personalien des beschuldigten Dominik R. aus Freyung fest. Als Nebenkläger waren die Eltern des Opfers mit ihren Anwälten anwesend. „Der erste Prozesstag steht dem Beschuldigten zu. Es steht ihm frei auszusagen. Er kann also, muss aber nicht“, so die Präsidentin des Landgerichts Passau Eva-Maria Kaiser-Leucht. Seine Verteidiger Prof. Dr. Holm Putzke und Dr. Thomas Krimmel beantworteten im Namen ihres Mandanten die Fragen des Richters und sagten, dass Dominik zu diesem Zeitpunkt heute noch nicht aussagen werde.

Wie geht es dem kleinen Luca?

Anwalt Ronny Reith, der den gemeinsamen Sohn Luca vertritt, erzählte im Interview nach der Verhandlung: "Dem kleinen Luca geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Er lebt bei seinen Großeltern und wird dort liebevoll umsorgt. Für mich war es keine Überraschung, dass der Angeklagte keine Aussage gemacht hat zum heutigen Zeitpunkt. Ob er sich überhaupt noch dazu äußern wird, kann ich auch nicht einschätzen." Auf die Frage, ob der Angeklagte nach der Bluttat versucht habe, zu seinem kleinen Sohn Kontakt aufzunehmen, äußerte sich Reith folgendermaßen: "Mir ist nicht bekannt, dass der Angeklagte seitdem versucht hätte, mit Luca in Kontakt zu treten oder ihn sehen zu dürfen. Natürlich könnte er einen Antrag stellen, da er bis zur Festnahme ebenfalls sorgeberechtigt war. Ich glaube jedoch, dass der Antrag zum jetzigen Zeitpunkt vom Jugendamt abgelehnt werden würde, da es wahrscheinlich nicht zum Wohl des Kindes beitragen würde."

Die Anwältin der Mutter, Petra Hödl, erklärte, warum drei Anwälte der Nebenkläger im Fall Dominik R. eingesetzt sind: "Natürlich ginge es, dass nur ein Anwalt die Nebenkläger vertritt, aber man muss sagen, dass diese Akte einen enormen Umfang hat und es für die Nebenkläger gut ist, wenn jeder seinen eigenen Ansprechpartner hat. So vertrete ich die Mutter von Lisa H., mein Kollege Reith den Sohn Luca, und der Kollege Armin Dersch den Vater von Lisa. Zu den Gefühlen der Mutter, als sie ihre Tochter in dem grausamen Zustand aufgefunden hat, will ich mich nicht äußern, das ist der eigene Wunsch meiner Mandantin."

Armin Dersch schloss sich seinen Kollegen an und wunderte sich ebenfalls nicht über den Fakt, dass Dominik R. Gebrauch von seinem Recht zu schweigen gemacht hat.

Somit wurde vom Richter die Verhandlung geschlossen, und als weiterer Prozesstag der 4. September angesetzt. Insgesamt sind 13 Prozesstage vorgesehen mit 42 Zeugen.

Lesen Sie die gesamte Angeklageschrift vom Mordfall im Oktober 2016 hier:

http://www.wochenblatt.de/456086


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