20.03.2017, 10:27 Uhr

Neuer Durchgangsarzt für Roding Dr. Dirk Ernst übernimmt Versorgung von Arbeits- und Wegeunfällen im Landkreis Cham

Foto: Sana KlinikFoto: Sana Klinik

Der Antrag der Sana Kliniken des Landkreises Cham auf Beteiligung von Chefarzt Dr. Dirk Ernst am Durchgangsarztverfahren bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung war erfolgreich.

RODING Damit wird der erfahrene Chirurg am Sana-Krankenhaus Roding als sogenannter D-Arzt (Durchgangsarzt) auch für die Versorgung von Schul-, Arbeits- und Wegeunfällen verantwortlich sein. Als Arbeitsunfälle gelten beispielsweise auch Schulunfälle und Unfälle von Helfern im Straßenverkehr. Die Beteiligung von Dr. Ernst am Durchgangsarztverfahren wird jetzt anlaufen. "Durch den positiven Bescheid der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung haben wir ein wichtiges Verfahren zu einem positiven Abschluss gebracht", betont Kliniken-Geschäftsführer Oliver Bredel. "In den letzten Jahren haben wir uns auf diesem Feld sehr stark engagiert. Die jetzt erfolgreiche Antragstellung ist auch eine Bestätigung für die Besetzung der Chefarzt-Position in der Rodinger Abteilung für Chirurgie mit Herrn Dr. Dirk Ernst." Ebenfalls erfreut äußert sich Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler: "Mit Chefarzt Dr. Ernst als neuem D-Arzt am Krankenhaus Roding wird die ambulante Versorgung der Bevölkerung im westlichen Landkreis nachhaltig gestärkt und ausgebaut. Ich bin bester Hoffnung, dass das neue Angebot von den Bürgerinnen und Bürgern auch angenommen wird."

Einem D-Arzt kommt im deutschen Gesundheitswesen eine herausgehobene Rolle zu. Denn bei einem Arbeitsunfall ist die freie Arztwahl eingeschränkt. Die verletzte Person muss in der Regel einem zugelassenen D-Arzt vorgestellt werden, da bei einem Arbeitsunfall nicht die Krankenkasse, sondern die gesetzliche Unfallversicherung der Kostenträger ist. Zu den Aufgaben des D-Arztes gehören die Feststellung der Diagnose und die Ermittlung des Sachverhalts, die Erstversorgung, die Erstellung eines Berichts für den Unfallversicherungsträger und – sofern nötig – das Hinzuziehen von anderen Fachärzten. Zudem legt der D-Arzt fest, welcher Arzt die weitere Behandlung durchführen soll. Allerdings müssen die Patienten unter anderem zum Abschluss der Behandlung nochmals zum D-Arzt, da er das gesamte Heilverfahren koordiniert. Außerdem darf nur der D-Arzt im Rahmen dieses berufsgenossenschaftlichen Verfahrens Heilmittel (zum Beispiel Massagen) und medizinische Hilfsmittel wie Prothesen verordnen.

Aufgrund der Stellung des D-Arztes werden besondere personelle und fachliche Anforderungen gestellt. Eine wesentliche personelle Voraussetzung ist das Führen der Schwerpunktbezeichnung "Unfallchirurg". Daneben bestehen unter anderem umfangreiche Dokumentations-, Berichterstattungs- und Begutachtungspflichten. Die notwendige Schwerpunktbezeichnung "Unfallchirurg" führt Dr. Dirk Ernst bereits seit 1993. Seit dem 1. Januar 2017 verstärkt der 59-jährige Mediziner als Chefarzt die Abteilung für Chirurgie am Rodinger Krankenhaus; die alleinige Leitung der Abteilung übernahm er zum 1. März 2017.


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