11.08.2017, 12:16 Uhr

Kommentar 'Pink Tax' – Männer-Produkte sind eben nicht immer eine Alternative!

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Volontärin Verena Bengler über Produkte für Frauen – die ganz oft auch noch rosa sind!

REGENSBURG Dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, ist kein Geheimnis. Als wäre das nicht schon diskriminierend genug, geben Frauen im Alltag auch noch mehr Geld aus. Das liegt nicht nur daran, dass die meisten Frauen gerne Shoppen gehen, sondern daran, dass die gleichen Produkte für Frauen oft teurer sind. Dieses Phänomen schimpft sich "Pink Tax" und ist derzeit wieder in aller Munde und sorgt für Aufregung. Am deutlichsten ist dieser Unterschied angeblich im Drogeriemarkt zu beobachten. Produkte für Frauen sollen dort oft teurer sein, als die analogen Produkte für die Herren. Das würde also bedeuten, dass die weiblichen Kunden günstiger einkaufen würden, wenn sie zu den blauen Rasierern anstatt zu den pinken Rasierern greifen würden. Oder anders formuliert: Der Einkauf im Drogeriemarkt wäre nicht so kostenintensiv, wenn die Frauen in der Abteilung für Männer einkaufen würden. So weit die Theorie. Im Internet werden Frauen, die trotzdem zu den pinken Produkten greifen, schnell mal von ihresgleichen als dumm hingestellt. In der Praxis sieht das aber dann doch ganz anders aus. Bei Produkten wie Rasierern mag das durchaus sinnvoll sein, trotzdem kommt man als Frau mit dieser Taktik schnell an die Grenzen.

Während Shampoo für Männer zum Beispiel nach sibirischer Zeder, Eukalyptus, Yuzu und Moschus riecht, gibt es in der Frauenabteilung Shampoos, die nach Rosen, Aloe Vera, Erdbeeren oder Vanille riechen. Klar, dass wir die unterschiedlichen Gerüche als männlich oder weiblich bewerten, ist anerzogen. Trotzdem ist es so. Und wie viele Frauen möchten schon "nach Mann riechen"? In allen Kategorien geht die Strategie, zu den Männer-Produkten zu greifen, also nicht auf. Und ein bisschen Spaß machen darf das Stöbern in den Regalen ja schließlich nebenbei auch noch. Schaden kann es trotzdem nicht, die Preise zu vergleichen und mit offenen Augen durch die Regale zu gehen, anstatt blind drauf loszukaufen. Dass die meisten Frauen im Drogeriemarkt ungefähr drei Mal so viele Produkte kaufen wie ihre männlichen Shopping-Begleiter, ist wieder ein ganz anderes Thema ...


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