04.09.2017, 10:42 Uhr

Freizeit Treffen der Motorrad-Klassiker im Donautal

Foto: Magnus Baier (Foto:Schmid)Foto: Magnus Baier (Foto:Schmid)

Alljährlich, am 15. August, lädt die Motorrad-Fraktion des ersten Oldtimer-Club-Regensburg-e. V. zu seiner Ausfahrt für historische Motorräder und Beiwagenmaschinen.

LANDKREIS REGENSBURG Startberechtigt waren Fahrzeuge bis zum Baujahr 1987, um die Regeln der Definition von Oldtimern einzuhalten (ein Oldtimer ist ein Fahrzeug, das mindestens 30 Jahre alt ist). Und sie kamen. Mit mehreren Fahrzeuggruppen und einem Gesamtpulk von 60 Maschinen setzte sich die Kolonne in Bewegung. Um möglichst wenig Beeinträchtigung für den Normalverkehr darzustellen, ließ man in vier Geschwadern starten. Unter dem Führungsfahrzeug von Ernst Angerer, mit seiner Honda CB 750/4, aus dem Baujahr 1976, ging die erste Gruppe, mit Fahrzeugen von 1970 bis 1987 auf die Strecke. Die schnellste Gruppe, mit den stärksten und modernsten Motorrädern der Veranstaltung. In Gruppe zwei führte Udo Leitner, mit einer englischen Ariel Red Hunter und einem Steib 500 Beiwagen, aus dem Jahr 1949. In dieser Gruppe bewegten sich vorwiegend Gespanne und Maschinen ab dem Baujahr 1935 bis 1965. An der Spitze der Gruppe drei, führte Jürgen Weimar, mit einer Honda-Africa-Twin aus dem Baujahr 1987, eine Fahrzeug-Formation von 1960 bis 1987. Leider mußte Jürgen Weimar auf die Honda als Ersatzfahrzeug ausweichen, weil seine britische BSA M 21, Baujahr 1957 den Dienst versagte.

Eine kurze Stärkung und weiter geht's!

Die vierte und letzte Gruppe wurde von Stefan Kneitinger und seiner Moto Guzzi V 35, von 1980 geleitet. Um die anderen Gruppen nicht zum Überholen zu verleiten, starteten in seiner Gruppe die schwächeren Zweiräder, sowie großvolumige Rollermobile aus den Baujahren 1950 bis 1980. Nach der Fahrerbesprechung unter dem Standbild von König-Ludwig, auf dem Domplatz in Regensburg, machten sich die Fahrzeug-Geschwader, mit großem Geknatter, auf die Strecke durch die Stadt, über kaum befahrene Nebenstraßen, bis zur Schleuse Geisling. Dort haben Mitglieder des ersten OC-Regensburg einen "Schnellimbiss" für ausgehungerte und durstige Biker vorbereitet. Vor allem Afri-Cola, als Kultgetränk der 60er Jahre, war dieses mal gefragt. Die letzten Jahre war Bluna der Renner. Weiter ging es über Sünching, Geiselhöring, Leiblfing an die Donau bei Bogen, wo sich die Fahrer am Donau-Ufer stärken konnten. Dort wurden die Zweirad-Fanatiker von Christian Feldmeier, mit seinem Triumph-Beiwagen-Gespann abgeholt und in sein Privat-Museum, in Schwarzach eskortiert. Mit Oldtimern, Fragmenten, Anekdoten und Kultgegenständen aus der Zeit von 1924 bis 1984 unterhielt er die Oldi-Fans, bei einer interessanten Führung durch seine Schatzkammern. Zur Erinnerung und als Dank wurde Christian Feldmeier ein Club-Wimpel des OCR und eine Bluna- und Afri-Cola-Flasche für seine Raritätensammlung überreicht.

Mit Geknatter und benzingeschwängerter Luft brausten die "Rocker" entlang des Donau-Nordufers über Kirchroth, Wörth, Wiesent, Donaustauf nach Regensburg und weiter auf den Adlersberg. Durch den Krach wurde sicher so mancher Anlieger aus seinem Nachmittagsschlaf gerissen. Wieder andere sprangen überrascht auf, um am Gartenzaun der Kolonne begeistert zuzuwinken. Viele freundlich lachende Passanten säumten die Fahrt in den Ortsdurchfahrten. Im Biergarten der Brauerei Prößl klang die Veranstaltung langsam aus. Aber vorher wurde noch die teilnehmerstärkste Gruppe, die wieder aus Schnaittenbach in der Oberpfalz kam, geehrt (wie jedes Jahr ein Individual-Pokal, zusammengebaut aus alten Motorradteilen). Auch der Fahrer des ältesten Motorrads, Ramon Schumer, mit seiner schnittigen Gilera Saturno wurde für seine Teilnahme gedankt. Und auch die einzige Pilotin, Regina Arnold, aus Regensburg, mit ihrer tschechischen MZ/RT3 von 1960 erhielt ein kleines Erinnerungsgeschenk.

Die nächste Veranstaltung schon in Planung

Im Laufe des Nachmittags kam dann auch das Begleitfahrzeug, der Service-Wagen, mit Jürgen Helchinger, als rettender Engel für Havarie-Geräte, zum Einsatz. Zwei Maschinen konnten mit kleiner Pannenhilfe zur Weiterfahrt bewegt werden. Aber für eine Harley-Davidson und eine Moto-Guzzi war die Fahrt zu Ende. Die Solo-Motorräder wurden auf den Transportanhänger verladen und zu den Besitzern nach Hause geliefert. Wie bereits zu Anfang erwähnt war die Veranstaltung die auf 50 Motorräder beschränkt sein sollte, 20 Preozent überbucht. Aber die Veranstalter des ersten Oldtimer-Club-Regensburg wollten auch niemanden nach Hause schicken. Allerdings kam man organisatorisch schon an seine Grenzen. Deshalb soll die nächste Veranstaltung 2018 auf Fahrzeuge mit einem Mindestalter bis 1985 festgeschrieben werden. Denn eins steht schon fest; im nächsten Jahr wird es wieder eine Oldtimer-Motorrad-Ausfahrt am Feiertag Maria-Himmelfahrt, den 15. August geben. Die Planungen laufen in den nächsten Tagen an. Wer mitmachen möchte oder sich auch für andere Veranstaltungen des ersten Oldtimer-Club-Regensburg interessiert, sollte die Website des OCR öffnen: www.oldtimerclub-regensburg.de.


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