04.09.2017, 17:06 Uhr

Sport Cornelius Ried ist dreifacher Jugend-Europameister im Racketlon

Foto: ravsport.pl (Foto:Schmid)Foto: ravsport.pl (Foto:Schmid)

Bei den in Wien abgehaltenen Racketlon-Europameisterschaften war der 13-jährige Regensburger der überragende "Mann", mit Titelgewinnen im Einzel, Doppel und mit dem Nationalteam, wobei es im Einzelfinale fast zu einem Drama gekommen wäre.

WIEN/REGENSBURG Cornelius Ried, die Nummer eins des aktuellen Internationaler Racketlonverband U13 Weltrangliste, setzte sich im Elite-Einzel U13 erwartungsgemäß souverän bis ins Finale durch und traf dort auf den an Nummer zwei gesetzten Ungarn T. Szalay. Nach den Durchgängen im Tischtennis, Badminton und Squash waren beide Spieler punktgleich, sodass schließlich das Tennismatch, welches bis 21 Punkte gespielt wurde, den Sieger entschied, in dem der Ungar leicht zu favorisieren war, da Tennis seine stärkste Sportart ist. Allerdings hatte Cornelius, der im Tennis für den TC Rot-Blau Regensburg spielt, den besseren Start und konnte sich ein Punktepolster aufbauen, das er bis zum Matchball bis 20:13 Punkte halten konnte. Dann jedoch wurde der Gegner immer stärker und machte auch keinen Fehler mehr. Punkt für Punkt holte er auf und Szalay konnte tatsächlich ausgleichen. Da es das letzte Finale des Tages war und es am Center-Court gespielt wurde, stockte den Zuschauern, in der inzwischen bis auf den letzten Platz gefüllten Franz-Fürst-Halle, der Atem. In schier endlosen Ballwechseln, gelang es dem Oberpfälzer schließlich, der dem immensen mentalen Druck von acht vergebenen Matchbällen standhalten musste, mit letzter Kraft das Match in der Verlängerung mit 23:21Punkten zu entscheiden. Erschöpft sank er nach knapp drei Stunden unter tosendem Applaus auf den Platz mit einem lauten Jubelschrei. Neben dem Einzeltitel konnte Cornelius Ried an der Seite seines Freundes und Trainingspartners Bastian Böhm auch den Doppel- und Mannschaftswettbewerb U13 vor Ungarn und Österreich für sich entscheiden und gewann somit dreimal Gold für Deutschland. "Der größte Moment zusammen mit dem verwandelten Matchball war für mich, als bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne gespielt wurde!", sagte der erfolgreiche Schlägersportler im Anschluss der Presse.

Vereine und Training

Cornelius Ried, Sohn des früheren Deutschen Meisters und Weltmeisters im Racketlon Christian Ried, spielt erfolgreich Tennis bei den Knaben des TC Rot-Blau Regensburg (Meister und Aufstieg Bezirksliga 2017) sowie Tischtennis bei DJK Sportbund Regensburg und ist in dieser Sportart die aktuelle Nummer eins in der Oberpfalz bei den Schülern. Trainiert wird der Schläger-Allrounder unter anderem im Tischtennis von Thomas Hauer (DJK SB Regensburg), im Badminton von der Regensburger Badmintonlegende Dieter Sichert (Fortuna Regensburg), im Squash von Iris Stockbauer (Vize-Europameisterin Ü40) und im Tennis von Lukas Hofmann (TC Rot-Blau Regensburg), die alle maßgeblich zu diesem großen Erfolg beitrugen.

Racketlon ist ein "Schlägermehrkampf", der aus den vier Sportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis besteht. Sieger ist, wer nach jeweils vier Sätzen, die bis 21 gespielt werden, mehr Punkte auf dem Konto hat, wobei jeder Punkt zählt und nicht die gewonnenen Sportarten. Racketlon kommt aus Skandinavien und ist die am schnellsten wachsende Sportart weltweit. Seit einigen Jahren schon gibt es sowohl eine internationale Turnierserie, als auch eine Weltrangliste, sowie mehrere Ligen in Deutschland, Österreich, England und Skandinavien, außerdem Europa- und Weltmeisterschaften. Führende Nationen sind Dänemark, England, Österreich und inzwischen auch Deutschland. Da alle Spitzenspieler in Europa spielen, gleicht eine Europameisterschaft einer Weltmeisterschaft.


0 Kommentare