09.09.2017, 12:22 Uhr

Jugendamt Weniger minderjährige Flüchtlinge, doch zahlreiche Kindsentzüge aus Migranten-Familien

Foto: ce (Foto:Schmid)Foto: ce (Foto:Schmid)

In Regensburg und im Landkreis ist die Zahl der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge massiv zurück gegangen. Gemessen an der Bevölkerung müssen die Jugendämter aber relativ viele Kinder aus Migranten-Familien nehmen. Doch auch die Zahl der Kinder aus deutschen Familien ist hoch.

REGENSBURG Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen ist im Jahr 2016 deutlich angestiegen. Mit 84.200 Jungen und Mädchen, die nicht mehr bei ihren Eltern, sondern etwa in Pflegeheimen oder -familien untergebracht sind, stieg die Zahl um 8,5 Prozent. Schuld an der Entwicklung ist offenbar auch die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die von den Kommunen versorgt werden mussten. Sie machten 2016 insgesamt 44.900 aus.

Im Landkreis Regensburg ist die Zahl eher rückläufig. Erreichte die Zahl der Flüchtlinge ohne Eltern einen Höhepunkt mit 41 im Jahr 2015, sind es derzeit noch 22. Daneben versorgt das Jugendamt noch 25 Kinder, die aus ihren Familien genommen werden mussten; fünf davon in Pflegefamilien, 20 in Heimen. Die Zahl an Kindern, die aus Flüchtlingsfamilien in Obhut genommen werden mussten, beträgt im Landkreis acht.

Diese Zahl ist deutlich höher als der Anteil an Flüchtlingen an der Gesamtbevölkerung, denn der ist ein Bruchteil. Dementsprechend hoch sind insgesamt die Kosten: 710.000 Euro kosten die Inobhutnahmen jährlich.

Bis zu 185 Kinder sind in der Region in Obhut

Hoch ist auch die Summe, die von der Stadt Regensburg für unbegleitete Minderjährige vorzustrecken ist. Doch auch hier sinken die Zahlen seit 2017 wieder drastisch. Kosteten die minderjährigen Flüchtlinge, die ohne Eltern eingereist waren, 2015 und 2016 jeweils mehr als zwei Millionen Euro – die der Bezirk und das Land übernahmen –, sank diese Zahl in 2017 rapide auf lediglich 111.000 Euro. Hoch ist indes die Zahl an Kindern, die in der Stadt Regensburg vom Jugendamt betreut werden müssen. Zwischen 2014 und 2017 bewegte sich diese zwischen 140 und 160 Kindern.


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