20.09.2015, 11:03 Uhr

Gesundheit Welt-Alzheimertag: "Betroffene dürfen nicht ausgegrenzt werden"

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Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September dazu aufgerufen, Menschen mit Demenz nicht auszugrenzen.

BAYERN Huml betonte am Sonntag, 20. September: "Es ist wichtig, die Würde der Betroffenen in allen Phasen der Erkrankung zu bewahren. Dazu gehört auch Verständnis, wenn jemand sein Gedächtnis verliert. Menschen mit Demenz haben andere Fähigkeiten, mit denen sie am Leben teilnehmen können."

Die Ministerin fügte hinzu: "Die Zahl der Demenzerkrankungen steigt. Das ist eine große Herausforderung für die ganze Gesellschaft. Ein Ziel unserer Bayerischen Demenzstrategie ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Erkrankten und ihren Angehörigen ein Leben in der Mitte unserer Gesellschaft ermöglicht wird." Huml erläuterte: "Derzeit fördern wir rund 560 niedrigschwellige Angebote für Menschen mit Demenz. Dazu zählen Betreuungsgruppen, ehrenamtliche Helferkreise und Angehörigengruppen. Sie können pflegende Angehörige stundenweise entlasten. Denn klar ist: Nur wer selbst genug Kraft hat, kann die Pflege eines erkrankten Familienmitglieds in der häuslichen Umgebung auf lange Sicht bewältigen."

Gegenwärtig leben im Freistaat rund 220.000 Menschen mit Demenz. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen. Bis zum Jahr 2020 ist in Bayern mit einem Anstieg der Zahl der Demenzkranken um rund 20 Prozent auf circa 270.000 zu rechnen, wenn das Erkrankungsrisiko auf dem bisherigen Niveau bleibt. Bis 2032 würde sich in diesem Fall ihre Zahl sogar um mehr als 50 Prozent auf rund 340.000 erhöhen. Die Ministerin unterstrich: "Die Diagnose Alzheimer ist für Betroffene und ihre Angehörigen sehr belastend. Krankheitsbedingte Wesensveränderungen können leicht zu Konfliktsituationen führen. Es ist deshalb auch wichtig, alle Bürgerinnen und Bürger umfassend über Alzheimer und andere Demenzerkrankungen zu informieren."

Der diesjährige Welt-Alzheimertag hat das Motto "Demenz - Vergiss mich nicht". Damit soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchten und nicht allein gelassen werden dürfen.

Bayern fördert verschiedene Modellprojekte zur Erprobung neuer Versorgungsstrukturen für demenzkranke Pflegebedürftige. Ein Beispiel ist das Projekt "Sport trotz(t) Demenz". Dieses Angebot ermöglicht Sport- und Bewegungsangebote für demenzkranke Menschen. Es soll in Zukunft in allen Regionen Bayerns von speziell geschulten Kursleitern umgesetzt werden.


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