08.05.2017, 23:03 Uhr

Großeinsatz Unfallserie auf der A6: Einsatzkräfte kämpften mit Gaffern und fehlender Rettungsgasse

Foto: Mühlmann/THW Nürnberg (Foto:Schmid)Foto: Mühlmann/THW Nürnberg (Foto:Schmid)

Am Montag, 8. Mai, ereigneten sich kurz nacheinander mehrere folgenschwere Lkw-Unfälle auf der Autobahn A6 bei Schwabach. Zahlreiche Gaffer begaben sich mit Mobiltelefonen zu einer der Unfallstellen.

A6/SCHWABACH Gegen 7.30 Uhr ereignete sich auf der A6 in Fahrtrichtung Heilbronn ein Auffahrunfall mit mehreren Lastkraftwagen. Hierbei fuhren aus noch nicht geklärter Ursache fünf Lkw aufeinander auf. Glücklicherweise wurden drei der Lastwagenfahrer nur leicht verletzt und entsprechend medizinisch versorgt.

Circa 500 Meter vor der Unfallstelle fuhr kurz darauf ein mit PET-Flaschen und Getränkedosen beladener Lkw auf das sich gebildete Stauende auf. Hier kollidierte das Fahrzeug mit einem, am Stauende stehenden, Lastkraftwagen und kam quer auf der Fahrbahn zu stehen. Hierbei kollidierten dann noch ein weiterer Lkw und ein Pkw. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Ladung des LKW auf der Fahrbahn verstreut. Der Fahrer des Lkws wurde ebenfalls glücklicherweise nur leicht verletzt.

Am Ende des aufgrund dieses Unfalls entstandenen Staus raste dann ein Kleinlaster mit tschechischer Zulassung auf einen weiteren Lastkraftwagen. Der Fahrer des Kleinlasters wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und musste mit schwerem Gerät von den Rettungskräften geborgen werden. Der Mann wurde dann von einem Rettungshubschrauber mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus verbracht.

Stundenlange Vollsperrung

Durch die Unfallserie und den entsprechenden Räumungs- und Bergungsmaßnahmen war die A6 ab der Anschlussstelle Roth in Fahrtrichtung Heilbronn bis circa 11 Uhr komplett gesperrt. Der Verkehr wurde großräumig abgeleitet. Ab 13.45 Uhr waren die Unfallstellen geräumt und der Verkehr konnte wieder freigegeben werden.

Keine Rettungsgasse

Erschwerend hatten die Rettungs- und Einsatzkräfte mit einer anfangs nicht gebildeten Rettungsgasse zu kämpfen. Die Anfahrt zu den Unfallörtlichkeiten mussten mehrmals unterbrochen werden. Hierbei mussten in mehreren Fällen Rettungskräfte aus den Fahrzeugen steigen und Fahrer zur Bildung der Rettungsgasse veranlassen und entsprechend einweisen.

Jede Menge Gaffer unterwegs

Circa 50 bis 80 schaulustige Gaffer verließen bei dem Verkehrsunfall mit dem Getränkelaster ihre Fahrzeuge und begaben sich direkt in den Bereich der Unfallstelle, um Bilder und Videos mit Mobiltelefonen zu fertigen. Erst nach dem Einschreiten der Einsatzkräfte, die eigentlich zum Retten von Personen und Bergen der Unfallstelle vor Ort waren, begaben sich die Schaulustigen in einen Grünstreifen jenseits der Leitschutzplanke, um dort weiter zu fotografieren. 

THW im Einsatz: Unfallserie auf der A6 

Eine ganze Unfallserie mit mehreren Lkw legte am Montagvormittag die Bundesautobahn in Richtung Heilbronn lahm. Die Aufräumarbeiten erforderten auch den Einsatz des Technischen Hilfswerks mit Manpower und schwerem Gerät.

Zunächst ereignete sich ein Auffahrunfall mit mehreren Lastkraftwagen. Hierbei fuhren fünf Lkw ineinander. Glücklicherweise wurden drei der Lastwagenfahrer nur leicht verletzt. Circa 500 Meter vor der Unfallstelle fuhr kurz darauf ein mit PET-Flaschen und Getränkedosen beladener Lkw auf das Stauende. Hier kollidierte der Lkw mit einem, am Stauende stehenden, Lastkraftwagen und kam quer auf der Fahrbahn zu stehen. In den querstehenden Lkw fuhren anschließend ein weiterer Lkw sowie ein Pkw. Der Getränkehänger wurde bei den Kollisionen massiv beschädigt. Die Dosen und Flaschen verteilten sich großräumig auf der Autobahn. Am Stauende wiederum ereignete sich ein weiterer Unfall. Der Fahrer eines Kleintransporters fuhr auf einen Lkw auf und wurde dabei schwer verletzt eingeklemmt. Er musste von der Feuerwehr befreit und mit dem Hubschrauber in eine Klinik verbracht werden.

Zahlreiche Lkw und Ppw konnten von den Bergungsdiensten geborgen werden. Dies war bei dem mit Getränken beladenen Lkw nicht ohne weiteren Aufwand möglich. Neben der Feuerwehr wurden zunächst der THW-Ortsverband Roth mit einem Fachberater sowie der Technische Zug alarmiert. Kurz darauf erfolgte eine Nachforderung an den THW-Ortsverband Nürnberg, der mit der Fachgruppe Räumen ausrückte. Vor Ort brachte das Zusammenspiel aus Manpower und schwerem Gerät den Erfolg. Zahlreiche Getränkedosen und PET-Flaschen wurden mit Schaufeln oder per Hand in die Radlader-Schaufel geschlichtet und in einen bereitgestellten Container verfahren.

Probleme stellten bei diesem Einsatz eine fehlende Rettungsgasse sowie zahlreiche Gaffer dar. Diese mussten erst von den Einsatzkräften aus der Einsatzstelle entfernt werden. Die Rettungsgasse wurde nach jedem Einsatzfahrzeug direkt wieder verschlossen.


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