13.06.2018, 14:21 Uhr

Von der Frau ausgenommen und erpresst Verliebter 30-Jähriger verschuldet sich, unterschlägt Geld und bringt sich schließlich um

(Foto: lilkar/123RF)(Foto: lilkar/123RF)

Er konnte es nicht ertragen, dass die Veruntreuung des Feuerwehrgeldes öffentlich bekannt würde - die Erpresserin ist geständig, zeigt aber keine Reue

RIED IM INNKREIS /OBERÖSTERREICH. Hinterbliebene eines 30-Jährigen aus dem Bezirk Ried im Innkreis (Oberösterreich), der im April 2018 Selbstmord beging, betrieben intensive Nachforschungen, stellten Auffälligkeiten fest und erstatteten Anzeige.

Im Zuge neu begonnener und seitens der Staatsanwaltschaft Ried/Innkreis angeordneter Ermittlungen in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Oberösterreich konnten ein schwerer Betrug und eine schwere Erpressung mit daraus folgendem Suizid des Opfers festgestellt werden.

Seit zumindest 2015 kannten sich die Beschuldigte, eine 29-jährige Arbeitslose aus dem Bezirk Schärding, und das 30-jährige Opfer. Nachdem die Frau finanzielle Probleme hatte und merkte, dass sich der 30-Jährige offensichtlich in sie verliebt hatte, ließ sie ihn im Glauben, dass auch sie ihn liebe, und lockte ihrem Opfer über zwei Jahre lang eine hohe Geldsumme heraus. Zwischen den beiden war von Beginn an die Vereinbarung getroffen worden, dass sie alles wieder zurückzahlen muss - obwohl die Beschuldigte genau wusste, dass dies aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation unmöglich war.

Um die laufenden Zahlungen an die Beschuldigte leisten zu können, verbrauchte ihr verliebtes Opfer sein gesamtes Erspartes, lieh sich von Angehörigen und Freunden Geld und nahm Kredite auf. Zuletzt sah er keinen anderen Ausweg mehr, als vorübergehend auch eine hohe Geldsumme aus der Kasse einer Feuerwehr zu nehmen. Dieses Geld wollte das Opfer aber ehestmöglich von der Beschuldigten zurück, damit seitens der Feuerwehr das Fehlen des Geldes nicht bemerkt wird.

Die Beschuldigte, welche dieses Geld wieder nicht zurückbezahlen konnte, ging letztlich sogar so weit, dass sie zu ihrem Opfer sagte, sie wolle weitere 500 Euro, ansonsten bekäme er sein Geld nie wieder. Da der 30-Jährige jedoch überhaupt kein Geld mehr zur Verfügung hatte, setzte die Beschuldigte ihn damit unter Druck, dass sie alles wegen des Geldes ihrem Anwalt erzählen werde, wodurch dann alles aufkomme, sollte sie die geforderten 500 Euro nicht erhalten.

Für den Mann war jedoch nicht zu ertragen, dass Anzeige von der Feuerwehr wegen Veruntreuung des Geldes erstattet und dies öffentlich bekannt werden würde. Aufgrund dieser Erpressung nahm sich das Opfer einen Tag danach das Leben.

Der Selbstmord an sich wurde im April als unbedenklich eingestuft und das diesbezügliche Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Am 1. Juni 2018 wurde nach Anzeigeerstattung durch die Angehörigen des 30-Jährigen von Beamten des LKA Oberösterreich in Kooperation mit Beamten aus dem Bezirk Ried im Innkreis und des koordinierten Kriminaldienstes Schärding über Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis die Wohnung der Beschuldigten durchsucht, wobei Beweismittel sichergestellt werden konnten.

Im Zuge weiterer umfangreicher kriminaltaktischer Ermittlungen und zahlreicher Vernehmungen, in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft, konnten die Verdachtsmomente bestätigt werden. Die Beschuldigte zeigte sich zu allen Vorwürfen größtenteils geständig, zeigte allerdings keinerlei Reue. Sie wurde der Staatsanwaltschaft Ried/I. angezeigt.


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