02.12.2019, 12:34 Uhr

Hellabrunns bunte Unterwasserwelt Zehn temperierte Tierhäuser locken auch bei Minusgraden in den Münchner Tierpark


Der erste Schnee und die kälteren Temperaturen locken nicht jeden freiwillig vor die Haustüre. Dabei gibt es im Münchner Tierpark 365 Tage im Jahr Spannendes zu entdecken: Das Aquarium zum Beispiel bietet den Besuchern Einblicke in eine bunte Unterwasserwelt.

MÜNCHEN Von der Orang-Utan-Halle über das Aquarium und der Dschungelwelt bis hin zum Elefantenhaus – im Tierpark Hellabrunn, einem der artenreichsten Zoos in Europa – gibt es auch in der kalten Jahreszeit tierisch viel zu entdecken. In den zehn angenehm temperierten Tierhäusern können sich die Besucher während ihres Hellabrunn-Rundgangs aufwärmen und interessante Beobachtungen machen. Zum Beispiel im Hellabrunner Riffbecken am Eingang des Urwaldhauses, einem Meerwasserbecken mit über 50 Korallen: Dort gibt es verschiedene Gattungen an Steinkorallen, wie die Euphyllia sp. und die Seriatopora guttatus. Des Weiteren sind auch Weichkorallen zu sehen. Und schließlich tummeln sich rund 40 verschiedene Fischarten aus tropischen Gewässern.

Besonders die Haltung so vieler verschiedener Korallen in einem einzigen Becken stellt für die Aquarianer eine Herausforderung dar: Damit alle Korallen nebeneinander leben können und sich nicht gegenseitig verdrängen, wurde ein Pumpensystem an der rückwärtigen Wand angebracht, welches das Wasser permanent vorwärts bewegt. Auf diese Weise können die sich bewegenden Nesselzellen der Korallen nicht gegenseitig in Berührung kommen. Via Smartphone überwachen die Aquarianer die kleinsten Abweichungen bei den Wasserwerten – etwa eine Verschiebung des pH-Werts. So kann gegebenenfalls schnell eingegriffen werden. Für diese einzigartige Technik wurde eigens eine App entwickelt.

„Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und wichtigsten Ökosystemen der Erde. Doch die Klimaerwärmung und die Umweltverschmutzung bedrohen sie. Die Hälfte der weltweiten Korallenbestände ist bereits verloren. Wenn die CO2-Emissionen nicht sinken, verlieren wir leider auch den Rest“, so Frank Müller, Bereichsleiter und Kurator des Aquariums im Tierpark Hellabrunn.

Unterhalb der Giftschlangenhalle, die an das Urwaldhaus angrenzt, geht es weiter mit der Hellabrunner Welt der Fische. Zusammen mit dem Riffbecken im Urwaldhaus beherbergt der Aquariums-Bereich insgesamt etwa 8.700 Individuen in 300 Arten. Damit umfasst die Welt der Fische den zahlen- und artenreichsten Tierbestand im Münchner Tierpark. Auch das Aquarium folgt dem Hellabrunner Geozoo-Prinzip: In 40 verschiedenen Aquarien sind Wasserbewohner aus den jeweiligen Lebensräumen miteinander vergesellschaftet und bekommen eine Unterwasserlandschaft geboten, die sich an ihrer Heimat orientiert.

Seit Ende September können die Besucher dort auch den Tentakel-Schluckspecht sehen. Seinen Namen verdankt der Tarnungskünstler seinem Beutefangverhalten. Stößt er im natürlichen Lebensraum auf einen Fischschwarm, schluckt er einzelne, kleinere Fische mit einer so hohen Geschwindigkeit, dass der Rest des Schwarms dies gar nicht wahrnimmt.


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