08.11.2019, 09:55 Uhr

Sport Ministerin fordert bessere Bezahlung für Fußballerinnen – „Anerkennung bemisst sich auch in barer Münze“

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Am Samstag, 9. November, spielt die deutsche Mannschaft gegen England im ausverkauften Fußball-Tempel Wembley. „Die deutschen Nationalspielerinnen sind tolle Vorbilder in Sachen Gleichberechtigung. Das ausverkaufte Wembley-Stadion zeigt, dass der Frauenfußball auf dem Weg ist, die Anerkennung zu erhalten, die er verdient,“ betont Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer, zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung.

BAYERN „Anerkennung bemisst sich aber nicht nur in der Zahl der Zuschauer, sondern auch in barer Münze“, so Schreyer weiter. „In Italien kämpfen die Frauenfußballerinnen aktuell für eine bessere Bezahlung und auch die australischen Fußball-Nationalteams der Frauen und Männer haben diese Woche einen historischen Vorstoß gewagt. Sie haben sich darauf geeinigt, dass die Teams beider Geschlechter künftig von allen Werbeeinnahmen und Prämien des Verbandes gleichermaßen profitieren. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Hier haben wir in Deutschland noch extremen Nachholbedarf.“

Der Sieg bei zwei Weltmeister- und acht Europameisterschaften der deutschen Frauennationalmannschaft spricht zwar für sich. Trotzdem hatte Frauenfußball seit jeher mit Vorurteilen zu kämpfen: Nicht zuletzt um die „weibliche Anmut“ zu schonen, beschloss der Deutsche Fußballverband 1955 das Verbot des Fußballspielens für Frauen. Heute ist die deutsche Frauenfußballnationalmannschaft die zweiterfolgreichste der Welt.

Bei dem Thema Gehalt spürt man jedoch immer noch deutlich den Unterschied zu den männlichen Kollegen. Sozialministerin Schreyer: „Frauen verdienen im Fußball deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Natürlich gibt es dafür Gründe. Aber ich frage mich schon, ob das noch zeitgemäß ist, auch wenn die Nationalspielerinnen heute nicht mehr mit einem Kaffeeservice als Prämie abgespeist werden – wie das beim EM-Titel 1989 der Fall war. Ich würde mir wünschen, dass der deutsche Verband auf den Zug mit aufspringt und hierzulande ebenfalls Lösungen für die nach wie vor anhaltende Ungleichbehandlung präsentiert.“


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