22.05.2020, 08:17 Uhr

Erster Fall am 14. März 2020 Das InnKlinikum und Corona - wie geht´s weiter


Dr. med Daniel Heidenkummer: Zweite Infektionswelle ist wegen Missachtung der empfohlenen Regeln wahrscheinlich

Landkreis. Nachdem in Bayern die ersten Lockerungen der strengen Corona-Regeln angelaufen sind und die Infektionskurve auch im Landkreis abflacht, ist ein erster kleiner Rückblick und Ausblick erlaubt.

Wir haben nachgefragt, wie sich unser InnKlinkum Altötting und Mühldorf bisher geschlagen hat und welche Vorkehrungen auch für die Zukunft getroffen wurden.

Interviewpartner ist Dr. med. Daniel Heidenkummer vom InnKlinikum Mühldorf, Pandemiebeauftragter Arzt und klinischer Risikomanager.

Wann wurde der erste Corona-Fall in der Klinik behandelt?

Der erste positiv getestet Patient wurde am 14.03.2020 behandelt.

Strikte Trennung der Patienten ist ein Vorteil

Wie viele Corona-Patienten waren es bis Freitag, 15. Mai?

Wir haben bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 700 Verdachtsfälle und positiv getestete Patienten versorgt.

Aus Sicht des InnKlinikums: Wie ist die Corona-Pandemie bisher in den Landkreisen AÖ und MÜ verlaufen?

Die Pandemie ist aus unserer Sicht durch eine strukturierte, frühzeitige Planung und Erstellung eines standortübergreifenden Pandemieplans im InnKlinikum sehr kontrolliert abgelaufen. Die strikte Trennung der Patienten durch die Umwandlung der Mühldorfer Klinik in ein CoVid-Haus bei gleichzeitiger Versorgung der Akutpatienten in Altötting war aus epidemiologischer Sicht im Unternehmen einer der zentralsten Punkte dieses Plans.

Halten Sie, mit den jetzt verwirklichten Lockerungen, eine 2. Welle für wahrscheinlich?

Leider ja. Aufgrund der teilweisen Missachtung der empfohlenen Maßnahmen wie der Abstandseinhaltung und dem konsequenten Tragen eines Mund-Nasenschutzes müssen wir damit rechnen. Wir sind auch entsprechend vorbereitet.

Nicht-Covid-Patienten müssen keine Angst haben

Wie hilfreich schätzen Sie eine Impfung ein?

Sehr hilfreich! Aktuell gibt es jedoch noch keinen konkreten Hinweis auf eine baldige Impfung.

Müssen sich Patienten mit anderen Erkrankungen Sorgen vor einer Ansteckung machen, wenn sie jetzt zur Behandlung in die Klinik müssen?

Noch kein Hinweis auf baldige Impfung

Es wurde ein Hygienekonzept zur strikten Trennung der Isolationsbereiche von Nichtisolationsbereichen erarbeitet. Dennoch besteht das Restrisiko einer Infektion, das jedoch nicht höher ist, als außerhalb des Krankenhauses. Die Patienten werden über diesen Sachverhalt genauestens informiert und aufgeklärt.