27.04.2018, 15:20 Uhr

Pollenflug in Bayern Moderne Pollenmessungen sollen Allergikern helfen

(Foto: Ikan Leonid/123rf.com)(Foto: Ikan Leonid/123rf.com)

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat am Freitag, 17. April, in Garmisch-Partenkirchen den ersten automatischen Pollenmonitor im Rahmen des neuen elektronischen Polleninformationsnetzwerkes (ePIN) gestartet, das derzeit aufgebaut wird. Huml betonte: „Immer mehr Menschen in Bayern leiden an Heuschnupfen oder Asthma. Aber nur wer weiß, welche Pollen wann und wo fliegen, kann wichtige Vorsorgemaßnahmen ergreifen und seine Medikamente zielgenau einnehmen. Deshalb wollen wir Allergiker und Asthmatiker künftig mit aktuelleren und genaueren Echtzeitdaten zum Pollenflug in Bayern versorgen.“

BAYERN Die Ministerin fügte hinzu: „Möglich wird dies mit Hilfe von acht automatischen Pollenmonitoren, die im Zuge unseres elektronischen Polleninformationsnetzwerkes im Freistaat errichtet werden. In dieses weltweit einmalige Projekt investiert das bayerische Gesundheitsministerium in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt zwei Millionen Euro.“ Das Projekt „ePIN“ wird im Auftrag des bayerischen Gesundheitsministeriums durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aufgebaut. Die erste der insgesamt acht elektronischen Pollenmessstationen wurde in Garmisch-Partenkirchen errichtet. Es wird zudem elektronische Pollenmonitore (POMO) in den folgenden Orten in Bayern geben: Altötting, Feucht, Hof, Marktheidenfeld, Mindelheim, München und Viechtach.

Darüber hinaus werden im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums vier manuelle Pollenfallen in Bamberg, Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen), Oberjoch und auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze betrieben werden. Sie dienen zusätzlich zur weiteren Erforschung des Klimas, aber auch zur Entdeckung neuer, möglicherweise gesundheitlich relevanter Pollenarten und -veränderungen.

Die Ministerin erläuterte: „Die Auswahl der acht ‚ePIN‘-Standorte basiert auf einer umfangreichen mehrjährigen Machbarkeitsstudie des Zentrums für Allergie und Umwelt der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München in Zusammenarbeit mit internationalen Experten. Ziel war es, unter Berücksichtigung verschiedener Klimaparameter und der Bevölkerungsdichte in Bayern die optimale Verteilung der acht elektronischen Messstationen zu bestimmen und somit den Pollenflug in Bayern möglichst repräsentativ abzudecken.“

Die Pollenmonitore laufen zunächst im Testbetrieb. Ab der Pollensaison 2019 kann dann jeder Bürger die aktuelle Pollenbelastung standort- und pollenspezifisch online über das LGL abrufen. Die Daten werden alle drei Stunden aktualisiert. Die Kosten für den Regelbetrieb von ‚ePIN‘ liegen ab 2019 voraussichtlich bei 600.000 Euro jährlich.

Dr. Andreas Zapf, der Präsident des LGL, sagte: „Die Daten des elektronischen Polleninformationsnetzwerkes stehen zusätzlich den Wetterdiensten und den Forschungseinrichtungen in Echtzeit zur Verfügung. Damit hat ‚ePIN‘ nicht nur zum Ziel, die Pollenvorhersage auf ein qualitativ höherwertigeres Niveau zu stellen, was insbesondere Allergikern zugutekommt. Auch die allergie- und gesundheitsbezogene Klimaforschung profitiert durch die verbesserte Datengrundlage.“

Huml, die approbierte Ärztin ist, unterstrich: „Die Gesundheitskosten für Allergien steigen auch hierzulande immer weiter an. Allein in Bayern leiden über zwei Millionen Menschen nach Erkenntnissen des LGL an einer Allergie und Überempfindlichkeits-Reaktion. Die Gesamtkosten in Bezug auf Pollenallergien für Bayern, die zum Beispiel für die medizinische Behandlung oder aufgrund von Arbeitsausfall anfielen, betrugen laut LGL im Jahr 2013 bereits 609 Millionen Euro. Unser Ziel ist es, diese Ausgaben durch bessere Informationen und Echtzeitdaten zum Pollenflug in Bayern zu senken. Deshalb investieren wir mit ‚ePIN‘ nicht nur in die Gesundheit unserer Bürger, sondern auch in unser Gesundheitssystem.“

Das Projekt „ePIN“ ist Teil der bayerischen Klimaanpassungsstrategie und wurde am 13. September 2016 vom Bayerischen Ministerrat beschlossen. Es wird unter Leitung des LGL in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) durchgeführt. Berater und Projektpartner sind das Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM) der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München, das Leibniz Rechenzentrum (LRZ), die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus Zugspitze (UFS) sowie weitere nationale und internationale Forschungseinrichtungen.


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