03.08.2020, 16:18 Uhr

Ab 11. August Zwischen Provinz und Metropole – 38. Regensburger Stummfilmwoche

 Foto: Park Circus Foto: Park Circus

Auch die Stummfilmwoche wird in ihrem 38. Jahr von Covid-19 durchgerüttelt. Der Arbeitskreis Film Regensburg e.V. hat sich entschieden, die Tradition nicht abreißen zu lassen und sie in einer den aktuellen Umständen angepassten Form durchzuführen. Der „Markenkern“ – hochkarätige Live-Musik und eine Mischung aus Klassikern und unbekannten Perlen der Filmgeschichte – wird nicht angetastet.

Regensburg. Beim Spielort wird auf Nummer sicher gegangen – dies bedeutet, dass dieses Jahr kein großes Open-Air vor den eleganten Arkaden des Thon-Dittmer-Palais veranstaltet wird, sondern die Stummfilmwoche die Intimität der Filmgalerie im Leeren Beutel vorzieht, in der die Hygieneregeln eingeübt sein werden.

An dieser Stelle danken die Macher den Anzeigenkunden und explizit der Stadt Regensburg, ohne die Förderung des Kulturreferats wäre die Durchführung der Stummfilmwoche heuer nicht möglich. Das Programm 2020 ist eingebettet in das städtische Jahresthema „Provinz – Stadt – Metropole“ – ein Dreiklang, der dazu anregt, besondere Werke in Beziehung zu setzen: Zwei „Schwesterfilme“, die selten im Zusammenhang gezeigt werden. Beides sind Werke eines der bekanntesten Regisseure des frühen Kinos, F.W. Murnau, der sich vor allem mit Nosferatu und Faust in die internationale Filmgeschichte eingeschrieben hat. Nach seiner Emigration in die USA hat er „Sunrise“ und „City Girl“ geschaffen.

Beide zeigen den Gegensatz zwischen dem hektischen Leben in der Metropole und dem vermeintlich ruhigen Leben in der Provinz. In beiden treffen Städterinnen auf Bauern, und doch sind ihre Geschichten verschieden. Ihre Frauenfiguren sind gegensätzliche Archetypen, ebenso sind die männlichen Hauptrollen unterschiedlich angelegt. In beiden werden Stadt-Land-Vorurteile durchdekliniert und damit sichtbar gemacht. Ist die Metropole wirklich der Sündenpfuhl und die Provinz die Idylle? Wo ist Melancholie verortet und wo Romantik? Was macht die Faszination der Provinz für Städterinnen aus und was die Anziehung der Metropolen für Männer vom Land? Ist das Leben in der Stadt wirklich komplizierter als das in der Provinz? Flankierend dazu gibt es eine rasante Komödie um einen Insektenpulverfabrikanten aus Essig-an-der-Gurk, der in den verrückten Strudel des Berliner Nachtlebens gerät und „Eine tolle Nacht“ erlebt.

Neben den Stammmusikern des Aljoscha-Zimmermann-Ensembles und Vsevolod Pozdejev ist dieses Jahr der versierte Pianist Martin Rohrmeier mit an Bord. Sie schenken den Zuschauerinnen und Zuschauern mit ihrer Musik, frisch komponiert für genau diese Filmkonzerte, einmalige Erlebnisse. Die Regensburger Stummfilmwoche wird vom Kulturreferat der Stadt Regensburg unterstützt. Die Veranstaltung findet im Rahmen des städtischen Jahresthemas „Provinz – Stadt – Metropole“ statt. Der Kartenvorverkauf findet im Internet unter www.stummfilmwoche.de statt. Wenige Restkarten gibt es an der Abendkasse.


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