08.02.2019, 20:20 Uhr

Abschluss-Veranstaltung Sonderausstellung „Das Schwandorfer Marionettentheater – über 40 Jahre auf der Bühne“ geht zu Ende


Nicht mehr lange sind sie auf der Bühne, das heißt, in den Vitrinen, des Stadtmuseums Schwandorf zu Gast: Die Schwandorfer Marionetten als Sonderausstellung zeigen sich hier nur noch bis Sonntag, 17. Februar 2019.

SCHWANDORF A diesem letzten Ausstellungssonntag gibt es dann als Abschluss-Veranstaltung eine ganz besondere Führung durch die bunte Welt der Schwandorfer Marionetten, die das Ehepaar Christine und Raimund Pöllmann vom Schwandorfer Marionettentheater um 15 Uhr gestalten werden. Dabei sind nicht nur die ca. 100 Figuren der Sonderschau zu sehen, sondern an diesem Nachmittag ist es auch möglich, direkt hinter die Kulissen der Schwandorfer Theaterwelt zu blicken. Christine und Raimund Pöllmann werden das Bewegen und die Technik von Marionetten vorführen, indem sie verschiedene Figuren aus ihrem reichhaltigen Fundus mitbringen, welche selbstverständlich dann sogar angefasst werden dürfen. Wer aus den Reihen der interessierten Besucher einmal aktiv ausprobieren möchte, wie das Marionettenspiel funktioniert, der ist gerne eingeladen, einmal selbst an den Fäden zu ziehen, das heißt, die Fäden selbst in die Hand zu nehmen. Ein abwechslungsreicher und anschaulicher Nachmittag, der natürlich für Groß und Klein geeignet ist – gerade auch Kinder sind hierbei gern gesehene Museumsgäste – erwartet die Besucher an diesem letzten Ausstellungstag im Stadtmuseum Schwandorf.

Das Museum samt Sonderausstellung ist regelmäßig am Mittwoch, Freitag, Sonntag von 14 bis 17 Uhr und am Donnerstag von 12 bis 18 geöffnet; der Eintritt kostet für Erwachsene lediglich einen Euro, Schüler und Ermäßigte zahlen 50 Cent.

Alle Ausstellungsbesucher können noch bis 17. Februar viel Wissenswertes über die Welt der Schwandorfer Marionetten erfahren. Aber nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in anderen Kulturkreisen und Ländern wie in Tschechien oder Italien, vor allem aber auch in Asien schaffen es Marionetten und das Figurentheater seit langer Zeit, Kinder und Erwachsene über Generationen hinweg aufs Beste zu unterhalten und für die Theaterbühne zu begeistern. Was sind nun die Besonderheiten des Marionettentheaters und warum zeigt gerade das Stadtmuseum Schwandorf eine Sonderausstellung, die diesem „vielgliedrigen“ Thema gewidmet ist?

Die Oberpfalz, in dessen Zentrum Schwandorf liegt, grenzt direkt an Böhmen (Tschechien), wo es eine alte und sehr lebendige Tradition des Marionetten- und Figurentheaters gibt. In Schwandorf selbst besteht seit über 40 Jahren ein eigenes Marionettentheater, das wiederum bereits 1977 durch Raimund Pöllmann gegründet wurde und bis heute durch die gesamte Familie organisiert wird. Die Marionetten und Bühnenbilder werden von Beginn an in der eigenen Werkstatt in detailgetreuer Handarbeit angefertigt. Im Gegensatz zur ungelenkeren Handpuppe werden die sehr beweglichen Figuren mit Hilfe von Fäden, manchmal auch durch Stäbe oder Drähte vom Puppenspieler bewegt und ermöglichen ihm auf diese Weise eine detailgenaue Darstellung in der Gestik der Marionetten, die in den Theaterstücken die Hauptakteure sind. Zahlreiche dieser handgefertigten Unikate, Requisiten und Kulissen aus einer über 40-jährigen Bühnengeschichte mit ihren vielfältigen Theateraufführungen sind in der im Stadtmuseum präsentierten Sonderausstellung erstmalig in dieser Zusammenstellung zu sehen.

Der langjährige und bewährte Grundsatz des Schwandorfer Theaterensembles, das derzeit aus neun aktiven Mitgliedern besteht – jedes Jahr mindestens zwei verschiedene Stücke – wurde bis zum heutigen Tag beibehalten. Mittlerweile ist das Figurentheater nicht nur den Schwandorfer Bürgern ein Begriff, sondern es hat weit über die Stadt hinaus längst Bekanntheit erlangt. Jedes Jahr in den Monaten November und Dezember gastiert das Schwandorfer Marionettentheater auf der Bühne des Oberpfälzer Künstlerhauses mit einem Erwachsenenstück und einem Schauspiel für Kinder.


0 Kommentare