17.07.2015, 13:50 Uhr

Hintergründe Flüchtlingsfamilie nächtigt vor Burghauser Polizeidienststelle

Foto: Priv.Foto: Priv.

Die Nacht auf Freitag verbrachte eine Familie aus Libyen vor der Polizeidienststelle weil die Behörden ihren Forderungen nicht nachgekommen sind.

BURGHAUSEN Warum nächtigt eine Familie aus Libyen im Freien vor der Polizeidienststelle in Burghausen? Leser aus Burghausen haben das Wochenblatt über den ungewöhnlichen Umstand informiert.

Polizei und Landratsamt schilderten die Hintergründe gegenüber unserer Redaktion übereinstimmend wie folgt: Der Familienvater habe sich geweigert, mit seiner Familie (drei kleine Kinder, schwangere Frau) in der Gemeinschaftsunterkunft in Marienberg untergebracht zu werden. Stattdessen habe er darauf bestanden, als Ingenieur für seine Familie ein eigenes Haus zur Verfügung gestellt zu bekommen. Nach Informationen von Landratsamtssprecher Klaus Zielinski habe das Ausländeramt dem Mann zwei Wohnungen (66 Quadratmeter und größer) vorgeschlagen, doch keine davon habe er in Anspruch nehmen wollen.

Auch eine alternative Unterbringung im Hotel habe der Mann gegenüber den Behörden gefordert. Als die Forderungen des Flüchtlings abgelehnt wurden, verbrachten der Libyer und seine Familie wohl aus Protest die Nacht im Freien vor der Polizei.

Mehrere Tüten voller Lebensmittel, die die Flüchtlinge in einem Warenmarkt von der im Ausländeramt erhaltenen Unterhaltszahlung gekauft hatten, hätten sie nicht angerührt. Die Tiefkühlprodukte seien am Morgen von der Polizei entsorgt und die haltbaren Lebensmittel zur Burghauser Tafel gebracht worden.

Die Familie hat sich, nach Wochenblatt-Informationen, im Laufe des Freitags mit der Bahn in Richtung München begeben.

Bei dem beschriebenen Verhalten des Asylbewerbers handelt es sich, nach Aussage von Landratsamtssprecher Klaus Zielinski, um einen absoluten Einzelfall!


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