24.02.2017, 11:58 Uhr

Film und Bühne sind sein Zuhause: Kreativ-Nachwuchs aus Waging: Schauspieltalent Norbert Ortner

Foto: Alan OvaskaFoto: Alan Ovaska

Der sympathische Querdenker aus Waging spielte nicht nur an der Seite von Christian Tramitz und Co., sondern übernahm in seinem ersten eigenen Theaterstück Drehbuch, Regie und Inszenierung.

WAGING/MÜNCHEN Fühlen Sie sich wie im Paradies auf Erden? Ja? Nein? Norbert Ortner, Nachwuchsschauspieler aus Waging ist auf der experimentellen Suche nach himmlischen Zuständen. Aktuell könnte man sagen, dass der Waginger in seinem eigenen kleinen Paradies angekommen zu sein scheint: „Momentan wünsche ich mir einfach, dass alles so bleibt, wie es ist. Ich bin sehr glücklich.“

„Ins Paradies“ ist Ortners erstes Theaterstück, bei dem er gemeinsam mit Schauspielkollegin Daniela Maria Fiegel nicht nur auf der Bühne steht, sondern auch die Rolle des Autors und die Inszenierung des Stückes selbst in die Hand nimmt. Doch wie kam der 28-jährige Waginger zum Kreativberuf Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur?

Begonnen hat die Geschichte vor knapp sieben Jahren. Nach der Schulzeit war dem kreativen Querdenker irgendwie klar: „Jetzt muas i zum Film.“ Vor allem die Arbeit hinter der Kamera reizte ihn damals sehr, Lichttechnik, Regie oder Continuity (die Aufgabe, die Szenen passend zusammenzufügen) weckten sein Interesse besonders. Ohne lange zu fackeln, bewarb sich der damals Anfangszwanziger bei verschiedenen Onlineportalen für Set-Praktika: Prompt bekam er positives Feedback und stand wenig später als Praktikant der Aufnahmeleitung bei „Die Trödelqueen - Gelegenheit macht Liebe“ mit Mariele Millowitsch am Film-Set.

Bei über 450 Bewerbern einer der Besten

„Von Wohnmobilfahren, Straßensperren und Kaffeekochen war in meiner Anfangszeit alles mit dabei“, erinnert sich der sympathische Waginger grinsend. Nach über drei Jahren Arbeit hinter den Kulissen des Films erfuhr er durch einen Zufall, dass die renommierte Münchener Schauspielschule Zerboni ihre Pforten für den Künstler-Nachwuchs wieder öffnete. „Es gab über 450 Bewerber und nur 29 schafften es in die Klasse. Die ganze Aktion durchzuziehen kostete mich große Überwindung.“

Mit einer Portion Mumm, Entschlossenheit und einer kleinen Prise Aufregung im Gepäck erschien Ortner dann beim Vorsprechen. „Als ich danach den Anruf bekam, hatte ich erst kein positives Gefühl. Doch als ich dann das wir würden gerne mit dir zusammenarbeiten hörte, wäre ich am liebsten an die Decke gesprungen. Die Freude war unbeschreiblich“, strahlt der inzwischen frisch gebackene staatlich anerkannte Schauspieler, der in den letzten zwei Jahren schon drei Preise für seine Arbeit gewann. In seiner dreijährigen Schauspielausbildung behandelte Ortner Themen wie Theatergeschichte, Gesangsstunden bis hin zum eigentlichen Schauspielunterricht.

Spielerfahrung mit Tramitz, Wepper & Co.

„Ich habe alles aufgesaugt, jeder Tag war geil“, erinnert sich der kreative Rotschopf zurück. Daher dauerte es auch nicht lange, bis Ortner das erste Mal in der Fernsehserie „Weißblaue Wintergeschichten“ als Polizeibeamter vor der Kamera stand. „Das Lampenfieber hält sich bei mir in Grenzen, die positive Aufregung ist natürlich da. Es ist für mich auch immer wieder eine große Ehre, neben alten Hasen des Filmgeschäfts spielen zu dürfen“, freut sich der junge Waginger.

Denn er durfte schon mit und vielen anderen vor der Kamera stehen. Beispielsweise in den ZDF-Serien „Die Rosenheim-Cops“, „Die Chefin“ oder der bayerischen ARD-Krimiserie „Hubert und Staller“.Fritz Wepper, Christian Tramitz, Monika Gruber

Bei den „Rosenheim-Cops“ schlüpft der 28-Jährige in die Rolle des Christian Rappolt, einem bayerischen Gerichtsmediziner. „Als ich diese Rolle spielte, musste ich tatsächlich öfters an Willem Dafoe als exzentrischen FBI-Mann im Thriller Der blutige Pfad Gottes denken“, lacht der junge Schauspieler.

„Außerdem habe ich ein Faible für Tragikomödien. Traurige Filme, die mich zum Lachen bringen und lustige Filme, die mich zum Weinen bringen, finde ich perfekt“, so der Waginger Künstler, der aus beruflichen Gründen schon seit einiger Zeit in München lebt.

„Aufgewachsen im Rupertiwinkel, im tiefsten Herzen Chiemgauer und dahoam bin ich in München“, so der Nachwuchsschauspieler glücklich, der mit seiner Berufswahl nun wirklich in seinem eigenen Paradies angekommen zu sein scheint.

Apropos Paradies: ist die Uraufführung von Norbert Ortners Theaterstück „Ins Paradies“. Frei nach dem Motto: „Reißt Euch die Feigenblätter vom Leib!“ Weitere Infos und Tickets gibt es unter www.norbert-ortner.com.Am Samstag, 3. März, im Einstein-Kultur in München


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