28.08.2014, 15:18 Uhr

Nach Vollbrand: Opfer bleiben auf Schaden sitzen Zündelnder Bub (11) wohl doch nicht versichert!

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Das (Lebens-)Werk des Hallen-Pächters, des Oldtimerspezialisten Andreas Lerch, ist scheinbar unwiederbringlich zerstört. Es gibt keine Versicherung, die für seinen - 300.000 Euro hohen - Schaden einspringt.

TRAUNDORF Bis auf die Grundmauern niedergebrannt sind am vergangenen Sonntag (wir berichteten) zwei Gebäude eines Bauernhofes in Traundorf. Ein zündelnder Bub aus dem Ort war die Ursache für über eine Million Euro Schaden.

Wie sich im Laufe der Woche für die Brandopfer herausstellte, sind – im Gegensatz zu anderslautenden Berichten – wohl weder der Verursacher noch seine Eltern haftpflichtversichert. Der Schaden, der an den Gebäuden entstand, wird wohl zum Teil durch die Brandversicherung des Eigentümers übernommen.

Auf über 300.000 Euro materiellem Schaden sitzen bleibt dagegen voraussichtlich der Oldtimerspezialist Andreas Lerch aus Traunstein. Seit er fünf Jahre alt ist, steht er in der Garage und werkt an Autos – mit Vorliebe an alten Fahrzeugen. Der Oldtimermechaniker hatte sich in der Halle eine hochwertige Hobbywerkstatt mit teuren Spezialwerkzeugen eingerichtet und dort eigene exklusive Oldtimer und auch die von Bekannten und Freunden untergestellt.

Er steht vor den Trümmern seiner Existenz

Nun steht er vor den Trümmern seiner Existenz: „Vom Erdboden verschwunden, verbrannt, nichts mehr da“, fasst der sichtlich mitgenommene 36-Jährige seine Eindrücke zusammen. Durch einen Handyanruf hatte er von dem Brand während einer Motorradtour in Südtirol erfahren. „Ich bin sofort umgedreht und Richtung Heimat. Vor lauter Aufregung bin ich dann noch gestürzt, sodass mein Motorrad nun auch noch kaputt ist.“

Nicht nur das: Sein Audi, das „Alltagsfahrzeug“, das er während der Biketour vor dem Tor der Halle geparkt hatte, wurde genauso ein Raub der Flammen wie die Schmuckstücke, die in der Halle standen: Ein VW-Bus im Wert von 100.000 Euro, ein Porsche 718, ein Original und unrestaurierter „Brezel-Käfer“, Baujahr 1950, eine Ducati Monster, ein Faltdachkäfer Baujahr 1954, ein Alfa Spider Giulia Cabrio und viele, viele ganz besondere Oldtimer und Erbstücke mehr waren in der Halle zu finden. Daneben noch 18 Motoren, sechs davon hochwertig „frisiert“.

Lerch ist am Boden zerstört: „Ich habe die Liebhaberstücke und teils Originalfahrzeuge meiner Bekannten in Obhut genommen und stehe jetzt mit leeren Händen da.“ Denn: Es gibt keine Versicherung, die für den Schaden aufkommen würde. Weder der für den Schaden verantwortliche Bub noch seine Eltern haben eine Haftpflichtversicherung. Laut Lerchs Anwalt bestehen auch kaum Chancen, auf irgendeine Weise an Schadensersatz zu kommen. Lerchs eigene Versicherung ist nicht zuständig, schließlich hat er ja keinen Schaden verursacht. „Ich schäme mich in Grund und Boden“, fasst Lerch seine Verzweiflung mit tränenerstickter Stimme zusammen, ich kann nicht mehr schlafen und habe keine Ahnung, wie ich den Schaden und den ideellen Wert, der in der Halle steckte, jemals wieder erarbeiten soll. Es sind ja keine reichen Leute, die bei mir ihre Autos hatten, sondern Fanaten, die jeden Cent ihres Ersparten in die Wagen gesteckt hatten.“

So sei nicht nur der reine Sachschaden zu rechnen, sondern auch die Zeit, das Wissen und die Emotionen, die in den teils prämierten Fahrzeugen steckte. Seit 1995 arbeitet Lerch an den hochwertigen Fahrzeugen, seit 2003 hatte er die Halle gemietet.

Gott sei Dank stehen seine Freunde hinter ihm - Benefizspiel von Wacker Burghausen

Der Besitzer des verbrannten, teuren VW-Busses hat sofort Geld zusammengekratzt, um Lerch einen neuen fahrbaren Untersatz zu besorgen, wieder andere Bekannte aus dem grenzübergreifenden Oldtimer-Netzwerk haben ein Spendenkonto für ihn eingerichtet. Eine Schadensforderung von den Autobesitzern gibt es – bis jetzt – noch nicht. „Ich möchte, dass die Vermieter und jeder, der sein Auto bei mir hatte, prozentual an dem Geld des Spendenkontos beteiligt wird. Egal, ob ich was dafür kann oder nicht, ich will sicher keinen anderen schädigen“, erklärt Lerch. Auch der Stadionsprecher bei Wacker Burghausen, Axel Ostrowski, hilft: „Ich habe organisiert, dass ein Benefiz-Fußballspiel stattfindet, damit Andi geholfen wird."

Wenn Sie helfen wollen:

Hier die Daten des Spendenkontos: Name: Käferverlosung, Verwendungszweck (unbedingt angeben!): Spende Brandopfer Lerch; IBAN: AT72 3828 5477 0010 3713; BIC: RZSTAT2G285 bei der Raiffeienbank Pischelsdorf-Stubenberg eGen.

(Die Diashow zeigt einen Teil der beschädigten Oldtimer nach und vor dem Brand)


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