27.09.2013, 20:24 Uhr

Erfinder Erfinder setzt auf „freie alternative Energien“, um Menschen unabhängiger zu machen

Foto: Rainer AuerFoto: Rainer Auer

Preisgekrönter Erfinder lädt Autobatterie mit 9-Volt-Batterie und optimiert Kraftwerke

RUHSTORF Richard Ritter ist schon viel rumgekommen in seinem Leben. Bis vor zwei Jahren wohnte der gebürtige Landshuter in der Nähe von Schärding in Österreich. Auch in Deggendorf war Ritter schon tätig, ehe es ihn nach Ruhstorf an Rott zog. Hier hat er nun seine Ideenwerkstatt aufgeschlagen und bastelt unermüdlich an neuen Ideen in Sachen „Saubere Energie“. Schon vor über 20 Jahren hat Ritter für einen Schweizer Unternehmer in Deggendorf gearbeitet und eine Produktion von rein biologischem Innenputz aufgebaut. Im Jahre 2011 hat er den Ideenwettbewerb der österreichischen Leader-Region Pramtal in der Sparte „Alternativenergie“ gewonnen. Ausgezeichnet wurde er für eine neue Speichenturbine, die bereits ab einer Eintauchtiefe von nur wenigen Zentimetern bis zu einer Tiefe von 40 Zentimetern eine Steigerung um 36 Prozent gegenüber klassischen Speichenrädern ermöglicht. Vor allem kleine Wasserturbinen an Bächen waren es, die Ritter bei dieser Erfindung im Sinn hatte. „Doch was bei kleinen Anlagen klappt, könnte man auch bei großen Turbinen umsetzen“, wie Ritter betont. Zwei solche kleine Wasserkraftwerke hat er in Österreich in jeweils nur zwei Tagen errichtet und damit optimiert. Seit dem arbeiten diese kleinen Kraftwerke um mehr als ein Drittel erfolgreicher als sie es die letzten 40 Jahre taten. Wichtig war ihm dabei auch, dass diese Optimierung ohne eine Belastung der Natur stattfindet. „Bei keiner meiner Umbauten waren Betonarbeiten nötig“, betont Ritter nicht ohne Stolz.

Leistungssteigerung um mehr als ein Drittel

Dieser Erfolg hat ihm bereits viele Türen geöffnet und ihn inspiriert, seine Forschungen weiter zu betreiben. Von der Wasserkraft wohl angetrieben hat er sich in seinen neuesten Projekten eher dem Strom und der Elektronik verschrieben. Mit seiner neuesten Erfindung, die sich schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, kann er mit 9-Volt-Batterien ein oder zwei große Autobatterien laden. Ein 9-Volt-Block reicht für rund 30 Minuten Ladezeit. Ziel ist es dann, mit dem Strom aus der Autobatterie über einen Wechselrichter Wechselstrom zu erzeugen – ganz normalen Strom also, wie er auch aus der Steckdose kommt. „Dieses System braucht keinen Wind, keine Sonne oder andere teure Energiesysteme um Autobatterien zu laden“, so Ritter über seine Entwicklung, „es ist klein, umkompliziert und vor allem auch günstig in der Herstellung.“ Der Doktor der Physik, Diplom-Ingenieur und ehemalige NASA-Ingenieur Chris W. Chrystowski aus München hatte schon Gelegenheit, das Ladegerät kurz zu testen. „So etwas habe ich noch nicht gesehen, ich bin hellauf begeistert“, so seine erste Meinung. Der vielfache Patentinhaber auf dem Elektroniksektor Chrystowski schätzte den Wirkungsgrad des Ladegeräts nach ersten kurzen Messungen so ein: „da wird fünf- bis achtmal sowiel Energie rausgeholt, als reingesteckt wird“. Der Leiter der Forschung und Entwicklung für Bionische-Technologien sieht darin eine große Zukunft.

Bekannter Physiker aus München ist begeistert

Ritters langfristiges Ziel ist die Erzeugung von „sauberer Energie“, die ganz ohne Wind und Sonne auskommt. Nach eigenen Aussagen erfindet er gar nichts wirklich Neues, „viele der Ideen, die ich umsetze, gab es schon vor 70 Jahren, gerieten aber leider in Vergessenheit oder wurden von der Großindustrie aufgekauft und totgeschwiegen.“ Der Umwelttechniker Ritter hat die Vision, sei es mit der Wasserkraft, in Sachen Heizung oder Strom, die Haushalte autark zu machen. „Mir schwebt ein ganzheitliches Energiekonzept vor, das die Umwelt schont und die Menschen unabhängiger von den Großkonzernen und Energiemultis macht“, so der Ruhstorfer. Der Inhaber mehrerer Patente arbeitet mit der Gruppe „Vision Blue“ aus dem Raum Erfurt an einer Weiterentwicklung dieses Ladegeräts. „Dort habe ich einfach geniale Elektroniker gefunden, die bereit sind neue Wege zu gehen“, so Ritter. Ziel ist es, die 9-Volt-Batterie nur noch als „Starter“ des Geräts zu verwenden. Läuft das System, kann die Batterie abgeschaltet werden und rund 30 Prozent des Spulenstroms versorgt die Spule selbst, da sie wesentlich mehr Strom erzeugt als sie selbst benötigt. Die restlichen 70 Prozent stünden dann als Ladestrom für die Autobatterie zur Verfügung.

„Ich will eine saubere Energie erzeugen“

Diese innovativen Versuche befinden sich noch im Versuchsstadium. Aber wer weiß, vielleicht heizen wir schon bald mit Wasser statt mit Öl oder Gas – die Umwelt und der Geldbeutel würden es sicher danken, auch in diesem Bereich macht sich Ritter so seine Gedanken. Der pfiffige Erfinder ist kein einsamer Daniel Düsentrieb im stillen Kämmerchen, vielmehr sucht Ritter Interessenten und Mitstreiter, die gemeinsam mit ihm eine größere Anlage bauen wollen. Ebenfalls in der Testphase befindet sich ein von ihm entwickelter Warmwassererzeuger. „Der funktioniert wie eine ‚Tesla-Turbine‘, nur eben umgekehrt“, so der Erfinder. Bei einer Tesla-Turbine wird Luft aus einem Kompressor radial eingeblasen. An de Achse wird dann mit einem Generator Strom erzeugt. Bei dem Gerät von Ritter laufen die Turbinenscheiben in einem biologischen Ölbad und erhitzen es damit. Das heiße Öl wird über einen Wärmetauscher geleitet und erhitzt somit das Wasser. Mit zahlreichen weiteren Erfindern und Technikern aus ganz Deutschland und Österreich steht Ritter bereits in einem regen Gedankenaustausch, um seine Ideen voran zu bringen. Gerne führt er seine bisherigen Erfolge und Versuchsreihen Interessenten vor. Nähere Informationen erteilt der ruhelose Erfinder unter der e-mail: FreieErde9@gmail.com.


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