11.09.2019, 11:40 Uhr

Bodycams wurden positiv aufgenommen Die Aggressiven werden zu ganz braven Zinnsoldaten

Knallgelbe Abschreckung: Durch die Einführung der Bodycams geht die Anzahl der Übergriffe auf Polizisten merklich zurück. (Foto:  sobo)Knallgelbe Abschreckung: Durch die Einführung der Bodycams geht die Anzahl der Übergriffe auf Polizisten merklich zurück. (Foto: sobo)

Bei jedem achten Einsatz in Niederbayern wird ein Polizeibeamter verletzt. Das besagt eine aktuelle Studie. Um gegen diese negative Entwicklung anzukämpfen, sind die bayerischen Polizeidienststellen im Juli mit sogenannten „Bodycams“ ausgestattet worden. Insgesamt wurden 109 dieser kleinen, gelben Kameras an die 35 niederbayerischen Dienststellen ausgegeben. Die erste Bilanz ist äußerst positiv: Die Hemmschwelle für Angriffe auf Polizisten ist nun deutlich höher.

DINGOLFING/LANDAU Diese Erfahrungen hat man auch bei der Polizeiinspektion Landau gemacht, wie Inspektionsleiter Stephan Lehner bestätigt. „Wir haben die Bodycams am 23. Juli erhalten – und nach den nötigen Schulungen sind die Kameras bei uns im Einsatz.“ Einsatz bedeute, dass eine Streifenbesatzung eine Bodycam mitführe. Lehner zum Wochenblatt: „Die Kameras sind bereits völlig in den Ablauf integriert und auch akzeptiert. Dass diese sehr einfach zu bedienen sind, ist zudem positiv.“

Allerdings müssten die Bodycams nur selten eingeschaltet werden. „Das auffällige Gelb wurde absichtlich gewählt“, so Lehner. „Die Kameras sollen nicht zwingend zu Dokumentation dienen, sondern im besten Fall schon vorher abschrecken.“ Darüber hinaus müssten die Polizisten das Aufzeichnen (in den meisten Fällen) dem Gegenüber vorher ankündigen; während der Aufnahme blinke ein Lämpchen der Kamera auffällig „Rot“.

Der Landauer Polizeichef schmunzelt im Gespräch: „Es hat schon kuriose Vorfälle gegeben: Aggressive Leute verhalten sich nach der Ankündigung einer Bodycam-Aufnahme plötzlich wie Zinnsoldaten – und helfen sogar ganz brav bei der Personenkontrolle mit. Es ist schon sehr interessant zu sehen, wie einfach das Ganze plötzlich geht.“

Und sollte es doch – trotz laufender Kamera – zu Übergriffen auf Polizisten kommen, „haben wir jetzt zumindest einen technischen Zeugen mehr“, so Lehner zum Wochenblatt. „Mit der Bodycam wurde etwas Gescheites eingeführt!“


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