25.11.2011, 19:48 Uhr

19:16 gegen das Projekt am Münchner Tor Stadtrat stoppt Neubau!

Foto: StolzenbergFoto: Stolzenberg

Es war die erwartet knappe Abstimmung, und sie produzierte das vom Bauherrn befürchtete Ergebnis. Mit 19:16 Stimmen lehnte der Stadtrat am Freitag den spektakulären Neubau des Landshuter Stadtplaners und Architekten Bernd Hanseder am Münchner Tor ab und kippte damit die positive Entscheidung des Bausenats.

LANDSHUT Angesichts der langen und ereignisreichen Vorgeschichte des Themas (wir berichteten) gab es keine wirklich neuen Argumente mehr. Die Befürworter sahen in Hanseders geplantem Wohn- und Geschäftshaus ein ambitioniertes, modernes Projekt, wie es auch dem historischen Landshut gut zu Gesicht stünde. Die Gegner warnten vor überdimensionierter Architektur, die außerdem unerwünschte Präzedenzfälle schaffen könnte. 

So wogte die Diskussion hin und her, und niemand wird die finale Abstimmung mit größerer Spannung erwartet haben als der Bauherr selbst, der schon über drei Stunden, bevor „sein” Punkt aufgerufen wurde, auf der Besuchertribüne Platz genommen und eisern ausgeharrt harrte. Hanseder musste sich dann sogar noch ein bisschen länger gedulden, weil es zu einer namentlichen Abstimmung kam. Die orangen Stimmkarten, die in dieser Sitzung Premiere feierten im Landshuter Stadtrat, hatten bei diesem bedeutsamen Thema also gleich einmal Pause.

Müßig zu sagen, welche politische Gruppierung den Ausschlag gab. Man fand Fraktionen mit einheitlichem Meinungsbild: Die Freien Wähler stimmten mit fünf Leuten dagegen, die Sozialdemokraten mit drei. Andererseits votierten alle drei Liberalen dafür und alle drei Bürger für Landshut. Die Ausschussgemeinschaft sagte zweimal Nein und einmal Ja. Letzteres tat auch Einzelkämpfer Raimund Lohr und last not least OB Hans Rampf.

Am interessantesten war's bei den beiden größten Fraktionen. Die Grünen votierten mit 4:3 für Hanseder, die CSU dagegen ließ ihn mit 3:6 abblitzen. Das war deswegen sehr bemerkenswert, weil im Bausenat noch alle (drei) Christsozialen für den Neubau votiert hatten. Nun, in der Vollversammlung, wurde dem Antragsteller quasi das Urteil der Nicht-Bauexperten in der CSU zum Verhängnis. Könnte man sagen.

Man könnte aber natürlich auch darüber spekulieren, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn das Plenum bei dieser eminent wichtigen Frage vollzählig gewesen wäre. Es fehlten nämlich nicht weniger als zehn Stadträte.

In einer ersten Stellungnahme unmittelbar nach der Abstimmung reagierte Bernd Hanseder enttäuscht, aber äußerlich gelassen und professionell. Er warte nun die offizielle schriftliche Ablehnung seitens der Stadt ab, sagte er auf Wochenblatt-Anfrage. Dann werde er das weitere Vorgehen überlegen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten  – eine geänderte Planung oder auch eine rechtliche Prüfung.


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