02.02.2017, 11:28 Uhr

Kommentar ,Ich kenne keine Parteien mehr, sondern nur noch Regensburger'

In der Spendenaffäre wird Regensburg überregional als Hort der Korruption dargestellt. Das schadet unserer Stadt. Foto: ceIn der Spendenaffäre wird Regensburg überregional als Hort der Korruption dargestellt. Das schadet unserer Stadt. Foto: ce

In der Spendenaffäre wird Regensburg überregional als Hort der Korruption dargestellt. Das schadet unserer Stadt.

REGENSBURG Viele Menschen schreiben mir, viele treffe ich auf der Straße. Allen ist eines gemeinsam: die Sorge um unsere Stadt. Am Samstag schafft es Regensburg im Korruptionsskandal auf Seite 3 der Süddeutschen Zeitung. „SSV Wahn Regensburg“ steht über einem Bild, das eine der schönsten Städte Deutschlands zeigt. Der inhaftierte und vorläufig suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs schafft es als Verlierer auf Seite 1 der Bild.

Der Tenor der Regensburger: All das, was jetzt aufkommt, ist ein Sumpf, wenn es so stimmt, wie die Staatsanwaltschaft es in den Haftbefehlen angedeutet hat. Ich habe den Eindruck, das Entsetzen über den Ex-OB Hans Schaidinger, der sich ja selbst die Taschen vollstopfte, ist größer als das Entsetzen über Wolbergs, dem viele noch immer eine menschliche Tragödie zusprechen. Egal, für Regensburg sind es düstere Tage. Die Schlimmsten vielleicht.

Jetzt darf es keine Parteien mehr geben, jetzt darf es nur noch Regensburger geben. Wir müssen zusammenrücken. Auch gegen die hämischen Versuche in den Münchner Redaktionsstuben, aus unserer Stadt einen Hort von Korruption und Vetternwirtschaft zu machen. Mir kann keiner erzählen, dass es auf dem Milliarden-Markt München mit Immobilienpreisen, die seit Jahren die Höchsten in Deutschland sind, alles einwandfrei läuft.

Das rechtfertigt nichts, was in Regensburg geschehen ist. Aber wir dürfen uns nicht kriminalisieren lassen. Es ist unsere Stadt – (be)schützen wir sie!


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