29.11.2011, 16:39 Uhr

Wegen Donaumarkt: Soziale Initiativen-Chef unter Druck

Die Neugestaltung des Donaumarktes und ein Bürgerbegehren wird zum heißen Eisen für soziale Initiativen Foto: Stadt RegensburgDie Neugestaltung des Donaumarktes und ein Bürgerbegehren wird zum heißen Eisen für soziale Initiativen Foto: Stadt Regensburg

Offenbar gärt es in den Sozialen Initiativen, einem Dachverband von zahlreichen Regensburger Sozialinstitutionen wie Pro Familia, dem VKKK, der Regensburger Tafel und vielen anderen Einrichtungen: Hintergrund ist das politische Engagement des Vereinsvorsitzenden Reinhard Kellner sowie ein Brief von SPD-Fraktionschef Norbert Hartl an die sozialen Einrichtungen.

REGENSBURG Kellner hatte, zuletzt am 18. November als Vorsitzender der Sozialen Initiativen, den Konsens über den Text für ein Bürgerbegehren „Donaumarkt-Ostnerwacht“ an die Medien übermittelt. Kellner sei nach eigenen Angaben als Moderator aufgetreten, als der Text verabschiedet wurde.

Norbert Hartl fragte nun bei den Einrichtungen und Vereinen nach, „ob sich das – in der Sache sicherlich legitime – politische Engagement des Herrn Kellner auch mit den Zielen Ihrer Einrichtungen deckt“, so Hartl in seinem Brief. Der SPD-Mann kontaktierte all jene Vereine und Einrichtungen, für die er selbst einmal im Jahr ein Monatsgehalt spendet und bat um Stellungnahme.

Zahlreiche Stellungnahmen kamen – sie alle distanzierten sich von Kellners Aktivitäten. So schrieb der Nachfolger Kellners beim Donaustrudel sinngemäß, sein Eindruck sei, dass die politischen Aktivitäten Kellners heute dazu führten, dass sich die Zuschüsse für den Donaustrudel auf ganze 250 Euro beliefen.

Auch die SPD-Abgeordnete und Vorsitzende von Pro Familia, Margit Wild, distanzierte sich von Kellner: „Ich bin Vorsitzende einer Schwangeren-Beratungsstelle und möchte eigentlich nicht, dass Pro Familia im Zusammenhang mit einem Bürgerbegehren zum Donaumarkt genannt wird.“

Kellner hat am Mittwoch offenbar die Vereine und Einrichtungen zu einer Sitzung des Dachverbandes Soziale Initiativen eingeladen, um über das Bürgerbegehren und wohl über den Brief zu debattieren.

Zwischenzeitlich hat sich auch Reinhard Kellner zu Wort gemeldet: „In Paragraph zwei unserer Dachverbandssatzung steht, dass es ;Aufgabe des Vereins ist, in Veranstaltungen auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit zu informieren“, so Kellner. Bei Donaumarkt und Ostnerwacht gehe es seiner Ansicht nach um soziale Probleme wie Gentrifizierung und mangelnde Bürgerbeteiligung. 


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